Eingetragenes Wahrenzeichen der Firma Bayerische Motorenwerke EMW-R35
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Nicht zuletzt soll das Forum Kontakt zu Schraubern und Fahrern in Eurer Nähe herstellen. Ich hoffe, daß sich mit der Zeit so viele Tips hier ansammeln, daß eine "Enzyklopädie" der R35 entseht, denn längst nicht alle Kniffe sind in der Instandsetzungsanleitung zu finden. Quellen zur Ersatzteilbeschaffung sind ebenso interessant wie Hinweise zur Restaurierung. Also postet fleißig alles, was Euch wissenswert erscheint.

Zu Ehren des tollkühnen Fahrers schmückt dies Bild die Startseite




Historie


Die Fahrzeugfabrik Eisenach wurde 1896 von Heinrich Ehrhardt gegründet. Dort baute er anfänglich Fahrräder und Munitionswagen, danach Fahrzeuge unter dem Namen Wartburg, dem Wahrzeichen der Stadt. Nach dem ersten Weltkrieg wurde dort in Lizenz der englische Kleinwagen Austin Seven unter dem Namen "Dixi" gefertigt.
1928 kaufte BMW das Unternehmen und baute dort das erste Auto ihrer Firmengeschichte, den "BMW-Dixi".

Das Einzylindermotorrad BMW R 35 wurde 1937 als 350er Modell entwickelt. Der Motor ähnelt der R 4 , mit verkleinerter Zylinderbohrung. Von der R3 entlehnt waren der Zylinderkopf , der Preßstahlrahmen und die ungedämpfte Teleskopgabel .Die R 35 wurde schon mit Hinblick auf Einsatz bei Behörden, Polizei und vor allem Militär entwickelt. Es galt als ausgesprochen robust, zäh und überdurchschnittlich zuverlässig, dennoch wurde 1940 die Produktion eingestellt, da sie den Anforderungen der Wehrmacht nicht mehr genügte .

Wegen der Konzentration der Flugzeugmotorenentwicklung in München wurde die gesamte Motorradfertigung in das Eisenacher Werk verlegt.

Im zweiten Weltkrieg wurde das Eisenacher BMW-Werk erheblich zerstört, die Maschinen wurden zusammen mit Teilebeständen in den umliegenden Schächten der Kali-Bergwerke eingelagert. Darunter auch Teilesätze für ca.1000 R35, allerdings ohne Rahmen.

Das Werk sollte laut "Führerbefehl" im April 1945 gesprengt werden, damit es nicht in die Hände der Amerikaner fiel, doch am 6. April rückten amerikanische Panzer im Eisenach ein, noch bevor es zur Sprengung kam.

Am 5. Juni 1945 fiel Thüringen durch die Aufteilung Deutschlands in Besatzungszonen der sowjetischen Besatzungsmacht zu. Diese übernahm am 03.Juli 1945 das Eisenacher Werk.
Da die Demontage drohte, versuchte Albert Seidler- Leiter der Motorradproduktion- mit seiner Belegschaft die Sowjets zu überzeugen.
Sie führten Marschall Georgi Shukow eine BMW 321- Limousine vor und tatsächlich verlangte Shukow den Bau von fünf Neuwagen.
Auch BMW-Motorräder waren bei den Sowjets hoch angesehen (schon die M72 entstand nach Plänen der BMW R71) und so wurde befohlen aus den eingelagerten Teilen Motorräder zu fertigen.
Es konnten 220 Stück R 35 zusammengebaut werden, die von den Sowjets erprobt und für gut befunden wurden.
Mit dem Befehl Nummer 93 zur "Sicherstellung der Herausbringung der neuen Personenkraftwagen und Motorräder in der Fahrzeug- und Maschinenfabrik Thüringen" wurde im November 1945 die Produktion zur Reparationsleistung an die Sowjetunion wieder aufgenommen. Gefordert waren jeweils 3000 PKW Typ 321 und Motorräder Typ R 35.

Durch die Verfügung des Präsidenten des Landes Thüringen waren im September 1945 alle Betriebsanlagen enteignet worden. Entsprechende Widersprüche aus München wurden von den damaligen Machthaber wie folgt beantwortet: "Sie (die Widersprüche) sind nur zu bewerten als Raubansprüche der auch heute wieder in Westdeutschland in führender Position des deutschen Imperialismus stehenden Monopolherren und Kriegstreiber der BMW- München. ..." Am 15. September 1946 wurde das Werk in die Sowjetische Aktiengesellschaft Awtovelo eingegliedert. Die Planwirtschaft hatte begonnen.

Der Plan für 1945 legte die Herstellung von 70 Motorrädern fest, tatsächlich gefertigt wurden aber nur 16. Für die Jahre 1946-48 liegen keine zuverläässigere Stückzahlen vor. Die Produktion steigerte sich dann aber von 4250 Stk. im Jahre 1949 auf 13700 Stk. im Jahre 1955.
Zuerst wurden aber Behörden und die GST mit diesen, immer noch mit dem BMW Emblem versehenen Motorräder, versorgt- ab 1949 waren sie auch für Privatkunden zu erwerben.

Es wurde versucht, auch Westeuropäische Märkte zu beliefern, die BMW Autos und Motorräder aus Ostdeutscher Produktion waren der BMW in München ein Dorn im Auge (ihre Produktion lief zudem erst schleppend an) so daßß es zum Rechtstreit kam.
Mit Urteil des Landgerichtes Düsseldorf vom 17.11.1950 drohten Beschlagnahmungen den Devisenverkehr zu gefährden, falls in Eisenach weiter unter dem Namen BMW produziert würde.

Aus BMW wurde daher EMW: Eisenacher Motoren Werk (nicht Werke, wie man oft hört, denn es gab nur ein Werk); aus dem weißblauen Propeller wurde ein weißrotes Firmenemblem. 1951 wurde das Werk dann als volkseigener Betrieb dem IFA-Verbund angegliedert, bis dahin hatten bereits 17.000 Maschinen das Werk verlassen.

Im Jahr 1952 wurde die R 35 erstmals entscheidend modifiziert, sie erhielt eine hydraulisch gedämpfte Teleskopgabel (Ölstoßdämpfer) mit Schutzrohr statt Manschette und Fußschaltung. Sie wird oft als R 35/2 bezeichnet, was nicht ganz sinnvoll ist, da die Übergänge in Wirklichkeit fließend waren.

Schon 1953 folgte die R 35/3 mit "neuem" verlängertem Rahmen,einer Geradeweg- Hinterradfederung und diversen kleineren Modifikationen.

EMW als Markenzeichen endete mit der Fertigungseinstellung der PKW-Typen 340/2, 327/2 und 327/3 sowie des Kraftrades R35/3 im Jahre 1955.
Es folgte das Logo des VEB Eisenacher Automobilwerks, daß bis in die Neunziger Jahre den "Wartburg" begleitete. In Eisenach ging kein Viertakter mehr vom Band, der Zweitakter galt als sparsam, leicht und leistungsfähig. Die Motorradproduktion wurde gänzlich geopfert, denn bereits seit 1950 wurde im thüringischen Suhl die AWO 425 produziert. So ergab sich die Möglichkeit, sich auch von der ungeliebten BMW-Vergangenheit zu lösen, aber noch heute hört man alte Eisenacher von "ihrer BMW" reden.

Von 1937 bis 40 wurden 15.654 Stück BMW R35 gebaut. Zwischen 1945 und 51 sollen ca. 26.000 Stück hergestellt worden sein und in 1952 ca. 8.000 Stück der R 35-2, sowie zwischen 1952 und 55 42.600 Stück der R 35-3, die Quellenangaben sind in dieser Hinsicht aber widersprüchlich.
Sicher wurden auch noch etliche Maschinen aus vorhandenen Einzelteilen zusammengesetzt.
Heute erstaunt vorallem die große Zahl von "Vorkriegsmaschinen" die aus dem Nichts wieder auftauchen ;-)

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