2.08 Elektrische Ausrüstung des Fahrzeugs



Der Motor arbeitet mit Batteriezündung. Die Lichtmaschine hat bei 6 V Spannung [Bild 60 (1)] eine Leistung von 45/60 W, d. h., sie leistet normal 45 W und ist mit 60 W dauernd übertastbar. Sie arbeitet spannungsregelnd, ist staubdicht gekapselt und wird durch Keilriemen von der Kurbelwelle aus angetrieben. Ihre Lagerung befindet sich oberhalb des Werkzeugkastens am Motorgehäuse. Die Keilriemenscheibe der Kurbelwelle wird auf einem Konus mittels Mutter und Sicherungsscheibe festgezogen. Die Keilriemenscheibe an der Lichtmaschine ist so gewählt, daß sich eine Übersetzung von l : 1,41 ergibt. Auch die Lichtmaschinen-Riemenscheibe ist mit Sicherungsscheibe und Mutter auf dem konischen Wellenstumpf der Lichtmaschine festgezogen. Die Lichtmaschine kann in ihrer Lagerung nach Lockern des Spannbandes so ver­dreht werden, daß der Keilriemen die erforderliche Spannung erhält.

In einem Anguß des Getriebegehäuses befindet sich der Batteriekasten. In ihm wird auf einer Gummipolsterung die Batterie [Bild 60 (14)] mittels Spann­bänder festgezogen, deren Kapazität 7 Ah beträgt. Der Minuspol der Batterie ist mit einer Deckelschraube des Getriebegehäuses (Masse) verbunden [Bild 60 (35)]. Die Plusleitung führt einmal zur Lichtmaschine, zum anderen zum Zündschloß mit Lichtschalter [Bild 60 (38)] im Scheinwerfer [Bild 60 (5)]. Die elektrische Anlage kann in zwei Hauptgruppen geteilt werden, in Zünd- und Lichtanlage. Der Stromkreislauf für die Zündung ist folgender: Durch Eindrücken des Zündschlüssels [Bild 60 (6)] in das Zündschloß wird die Kabel­klemme [Bild 57 (51)] durch eine Kontaktbrücke mit der Klemme 15/54 im Bild 60 verbunden. An die Klemme 15/54 ist die Ladekontrolleuchte [Bild 60 (9)] im Scheinwerfer sowie die Leitung [Bild 60 (37)], die zur Schrägklemme der Zündspule [Bild 60 (3)] führt, angeschlossen. Die Ladekontrolleuchte ist mit der Masse über Kabel 40 [Bild 60 (40)] und Klemme [Bild 60 (61)] verbunden. Die Klemme hat Masse durch die Lichtmaschine. Das Aufleuchten der Lade­kontrolleuchte zeigt, daß der Zündstromkreis geschlossen, die Zündanlage also funktionsbereit ist. Der Strom läuft innerhalb der Zündspule auf die zweite Schrägklemme derselben und von hier aus über die Leitung [Bild 60 (33)] zum Unterbrecher [Bild 60 (2)]. Wird hier der Stromkreis unterbrochen, so wird in der Sekundärwicklung der Zündspule ein hochgespannter Stromstoß indu­ziert, der zum überspringen eines Funkens an den Elektroden der Zündkerze führt. Der in das Unterbrechergehäuse eingebaute Kondensator verhütet den schädlichen Öffnungsfunken an den Unterbrecherkontakten.

Wird der Zündschlüssel nach rechts gedreht, so erhalten über die Klemmen [Bild 60 (56) und (58)] die Zweifadenlampe [Bild 60 (7)] und die Tachobeleuch­tung [Bild 60 (10)] sowie die Schlußleuchte [Bild 60 (12)] Strom. Mit dem Abblendschalter am Lenker wird die Zweifadenlampe auf Fernlicht oder abgeblendetes Licht geschaltet.

Der Strom für die Schlußleuchte fließt von Klemme [Bild 60 (58)] über die Leitung [Bild 60 (39)].

Die Tachobeleuchtung [Bild 60 (10)] erhält ihre Stromzuführung ebenfalls von Klemme [Bild 60 (58)] und ihre Masse im Scheinwerfer.

Das Signalhorn ist beim Einschalten der Zündung über Brücke [Bild 60 (51)] zu Klemme [Bild 60 (54)] im Bild 60 ebenfalls funktionsbereit.

Bei Drehung des Zündschlüssels nach links wird das Standlicht eingeschaltet. In dieser Stellung läßt sich der Zündschlüssel herausziehen. Damit wird die Zündung ausgeschaltet, weil die Verbindung von Klemme [Bild 60 (51)] zu Klemme 15/54 im Bild 60 unterbrochen wird, das Stand- und Schlußlicht brennt weiter.

Das Austauschen der Glühlampen im Scheinwerfer ist nach Lösen eine Schraube am unteren Teil des Scheinwerfergehäuses und nach Herausnehmen des Lampensockels aus dem Reflektor möglich. Der Lampensockel wird neuer­dings in geänderter Ausführung geliefert, und zwar ist an Stelle der Standlichtlampe G 6 V/3 W nach

DIN 72601 eine Standlichtlampe H 6 VI 1,5 W nach DJN 72601 getreten. Der Lampensockel selbst ist austauschbar, d. h., in alte Lampen können auch neue Sockel eingesetzt werden.

Nach Abnehmen des Scheinwerferblendenringes sind die Anzeigeleuchte sowie die Tachobeleuchtung zugänglich.

Wird ein Austausch der Schlußlichtlampe erforderlich, so ist die Schraube, die sich etwa in der Mitte des Gehäuses am Schutzblech befindet, zu lösen. Wie alle Lampen, so ist auch diese mit einem Bajonettverschluß versehen und kann deshalb leicht herausgenommen werden.





4.071 Schaltplan



Bild 60 zeigt eine Darstellung der elektrischen Anlage mit den dazugehörigen Aggregaten. Die Leitungen, Klemmen und Aggregate sind mit entsprechenden Positionsnummern versehen, die mit ihrer Benennung unter dem Bild erscheinen.

Bild 61 zeigt die schematische Darstellung des Leitungsverlaufs zu den ein­zelnen Aggregaten und die Schaltung der einzelnen Leitungen.

Die Benennung ist die gleiche wie auf Bild 60.

Bild 62 zeigt die Lage der einzelnen Leitungen und Aggregate im Einbau­zustand. Die Benennung ist die gleiche wie auf den Bildern 60 und 61.

Bild 60 Schaltplan der elektrischen Anlage R 35-3

(1) Lichtmaschine (2) Batterieunterbrecher (3) Zündspule (4) Zündkerze (5) Tacho-Scheinwerfer (6) Zündschlüssel (7) Scheinwerferlampe (8) Standlichtlampe (9) Lade­kontrollampe (10) Sofittenlampe (11) Schlußlicht (12) Lampe für Schlußlicht (13) Boschhorn (14) Batterie (15) Druckknopf für Boschhorn (16) Hebel für Abblendschalter (17) Abblendschalter (18) Fassungsteller für Stand- und 2 Fadenlampen (19) Schaltbrett (18 und 19 eingebaut im Scheinwerfer)

Bild 62 Lageplan der elektrischen Aggregate



Der Motor kann auch bei entladener Batterie durch Anschieben in Gang gesetzt werden. Eine besondere Schaltstellung im Zündschloß ist hierfür nicht erforderlich.

Die richtige Zündkerze hat die Bezeichnung W 175. Die Bezeichnung besagt daß der sogenannte Wärmewert der Kerze 175 ist. Der Elektrodenabstand der Kerze soll 0,6 mm betragen. Es ist darauf zu achten, daß Reservekerzen, um Veränderungen des Elektrodenabstandes zu vermeiden, gegen Beschädigung geschützt werden.

(31) Hochsp.-Kabel (Packard). Von Zündspule zur Zündkerze

(32) Lackkabel. Vom Hörn zum Druckknopf

(33) Lackkabel. Vom Unterbrecher zur Zündspule

(34) Lackkabel. Von Batterie zur Lichtmaschine

(35) Lackkabel. Von Batterie zur Masse

(36) Lackkabel. Vom Hörn zum Scheinwerfer an Kl. 15/54

(37) Lackkabel. Von Zündspule zum Scheinwerfer an Kl. 15/54

(38) Lackkabel. Von Batterie zum Scheinwerfer an Kl. 51

(39) Kabel, 2adr. Vom Schlußlicht zum Scheinwerfer an Kl. 58/M

(40) Lackkabel. Von Lichtmaschine zum Scheinwerfer an Kl. 6l

(41) Schutzrohr

(42) Bowdenzug. Vom Scheinwerfer zum Abblendschalter

(43) Lackkabel. Massekern vom Lampenschirm zum Lampensockel

Bild 61

Schaltbild der elektrischen Anlage



Das Tachometer ist in den Scheinwerfer eingebaut. Es wird durch zwei Klemmwinkel auf den Gehäuserand, unter den ein Gummiring gelegt ist, gezogen. Die biegsame Tachometerwelle erhält ihren Antrieb im hinteren Getriebegehäusedeckel, sie läuft mit gleicher Drehzahl wie die Kardanwelle. Ihre Befestigung am Tachometer erfolgt durch eine Überwurfmutter.



4.063 Leitungen



Regelmäßig nach etwa 3000 km sehe man die Kabelführung nach, damit kein Kurzschluß infolge Durchscheuerns bzw. Feuchtigkeit oder Schmutz hervor­gerufen wird. Die Kabelanschlüsse müssen durch die Schutzkappen stets wasserdicht gehalten werden. Besonders zu achten ist auf die Kabel am Lenker sowie auf die Batteriekabel. Schadhafte Kabel sind sofort durch neue zu ersetzen.


Hier meine, wie ich finde, übersichtlichere Version des Schaltplanes