Bild 19 Lichtmaschinenantrieb



2.018 Elektrische Ausrüstung des Motors

Zur elektrischen Ausrüstung des Motors gehören die Lichtmaschine und der Unterbrecher sowie die Zündkerze. Die Lichtmaschine ist spannungsregelnd und vollständig gekapselt. Ihr exzentrisch gelagerter Wellenstumpf ermöglicht Veränderung des Achsabstandes zwischen Kurbelwelle und Lichtmaschine.

Bild 20 Reglerschalter der Lichtmaschine

Der zum Antrieb der Lichtmaschine verwendete Keilriemen kann somit auf die notwendige Vorspannung gebracht werden. Wie unter 2.011 gesagt, liegt die Lichtmaschine in einem Sockel am Motorgehäuse über dem Werkzeugkasten [Bild 19], wo sie durch ein Spannband in ihrer Position gehalten wird (Bild 19 (1)]. Die Keilriemenscheibe auf der Kurbelwelle [Bild 19 (2)] ist Mittels Konus auf dem verlängerten Gewindebolzen, der das Kettenrad auf der Kurbelwelle festzieht, befestigt. Die im Bild 19 (3) erkennbare Keilriemen­scheibe der Lichtmaschine ist ebenfalls mit Konus und Mutter auf der Ankerwelle der Lichtmaschine befestigt. Der gesamte Riementrieb wird mit einer Schutzhaube gegen Eindringen von Schmutz und Wasser geschützt [Bild 11 (2)]; die Schutzhaube ist mit zwei Linsensenkschrauben am Räderkastendeckel gefestigt [Bild 11 (3)]. Unter der Blechkappe am Ende der Lichtmaschine ist der Reglerschalter eingebaut [Bild 20 (1)], der einerseits bei Erreichen der erforderlichen Ladespannung Lichtmaschine und Batterie verbindet, andererseits bei allen Drehzahlen die Lichtmaschinenspannung auf annähernd demselben Wert hält. Die einwandfreie Arbeitsweise des Reglers erkennt man am Ver­löschen der roten Ladekontrollampe im Scheinwerfer, was bei etwa 25 km/h im vierten Gang erfolgt. Erst bei etwa 40 km/h gibt die Lichtmaschine im vierten Gang ihre volle Leistung ab.

In den unteren Gängen muß die Maschine, um ein Aufladen der Batterie auch bei eingeschalteten Stromverbrauchern zu gewährleisten, mit folgenden Geschwindigkeiten gefahren werden:

im ersten Gang 12 km/h,

im zweiten Gang 19 km/h,

im dritten Gang 30 km/h.

Die Unterbrecherdose ist in eine Bohrung des Räderkastendeckels eingesetzt und wird mit zwei Schrauben, die zwei Federn unter Spannung setzen, an diesen angepreßt [Bild 21 (1)]. Um eine einwandfreie Lage des Unterbrechers zum Nocken auf der Nockenwelle sicherzustellen, ist bei der neuen Aus­führung die Unterbrecherdose in einer in einem angegossenen Sockel des Räderkastendeckels vorgesehenen Bohrung gelagert. Die Schutzhaube ist mit einer entsprechend großen Bohrung für den Sockel des Räderkastendeckels versehen. Um ein Verdrehen der Unterbrecherdose für Früh- und Spätzündung zu ermöglichen, wird in einen an der Dose angenieteten Winkel ein Bowdenzug eingehängt. Die Bowdenhülle stützt sich in einer Stellschraube ab, die mit l Gegenmutter in ein Auge der Schutzhaube eingesetzt ist. Zwischen Auge und Unterbrecherwinkel ist eine doppeltkonische Feder gelegt, die den Unter­brecher auf Frühzündung drückt [Bild 21 (2)]. Durch das Unterbrecherlager ist die Nockenwelle sichtbar [Bild 21 (3)], die den Unterbrechernocken trägt, der den Unterbrecherhammer [Bild 21 (4)] steuert. Wenn die Unterbrecher­kontakte trennen, erfolgt die Zündung. Die Schmierung des Unterbrecher­nockens erfolgt durch einen ölgetränkten Filzstreifen.

Im Unterbrechergehäuse ist noch der Kondensator untergebracht, der mit einer Schelle befestigt ist [Bild 21 (6)]. Der Unterbrecher wird mit einem Blechdeckel verschlossen, der durch einen Klemmverschluß gehalten wird. Das Hochspannungskabel, das mit einem Steckverschluß an der Zündspule befestigt ist, trägt auf der anderen Seite den Kerzenstecker. Die Zündspule ist unter dem Rahmenlenkkopf an einem angeschraubten, bei neueren Aus­führungen angeschweißten Winkel befestigt. Die Zündkerze hat die Bezeich­nung M 14/175. Ihr Elektrodenabstand soll 0,6 mm betragen. Die Zahl 175 ist der Wärmewert der Kerze, während M 14 die Gewindegröße bezeichnet. Die Schaltung der elektrischen Anlage siehe unter 4.06.







Bild 21

Unterbrecherdose mit Unterbrecher und Kondensator



4.061 Lichtmaschine

Regelmäßig nach etwa 5000 km sind die Bürsten und der Kollektor nachzu­sehen. Die Bürsten sind zu untersuchen, ob sie verschmutzt sind und sich nicht in ihren Führungen im Bürstenhalter klemmen.

Nach Abnahme des Schutzdeckels [Bild 20 (1)] hebt man auf beiden Seiten die Feder (2) an, die die Kohlebürste (3) auf den Kollektor (4) drückt, und versucht, die Bürsten (3) in ihrer Führung (5) hin- und herzubewegen. Ist eine Bürste verschmutzt und klemmt sie, so muß sie herausgenommen und mit einem sauberen Tuch und Benzin gereinigt werden. Danach ist sie zu trocknen. Die Führung (5) ist gleichzeitig gut auszublasen.

Unter keinen Umständen darf die blanke Schleiffläche der Kohlebürsten mit Schmirgelpapier oder einer Feile bearbeitet werden.

Ist eine Bürste so weit abgenutzt, daß ihre Kupferlitze in der Aussparung der Führung (5) aufliegt, so ist sie auszuwechseln. Bei geringer Verschmutzung ist der Kollektor mit einem sauberen Lappen zu reinigen.

Vor Beginn jeder Arbeit an der Lichtmaschine ist der Batterieanschluß zu lösen.

Der Reglerschalter der Lichtmaschine wird im Werk genau eingestellt, an dieser Einstellung darf unter keinen Umständen etwas geändert werden.

Es ist unbedingt ratsam, bei der jährlichen Überholung der Maschine die Lichtmaschine zur gründlichen Prüfung einer IKA-Elektrodienststelle zu über­geben.



5.03 Elektrische Ausrüstung des Motors

Schäden, die an der elektrischen Ausrüstung auftreten können, sind:

1. Abbrand der Unterbrecherkontakte,

2. Unbrauchbarwerden der Zündkerze,

3. Nichtfunktionieren des Reglers der Lichtmaschine,

4. Versagen der Zündspule.

Die Schäden werden wie folgt behoben:



Zu 1. Abschrauben des Unterbrechers vom Räderkastendeckel bzw. von der Schutzhaube. Glätten der Unter-brecherkontakte mit Kontaktfeile. Nach wieder­erfolgter Montage Neueinstellen der Zündung wie unter 5.027 beschrieben.

Zu 2. Setzt die Zündkerze zeitweilig aus, so ist zunächst eine Ersatzkerze einzuschrauben und der Motor erneut anzutreten. Läuft der Motor damit einwandfrei, so ist zu prüfen, welchen Schaden die unbrauchbar gewor­dene Kerze erlitten hat (verrußte oder verölte Zündkerzen arbeiten nicht). Ist der Elektrodenabstand von 0,6 mm vorhanden, so kann der Isolierkörper im Inneren der Kerze gerissen sein. Damit ist die Kerze unbrauchbar und muß durch eine neue ersetzt werden.

Zu 3. Das Nichtfunktionieren des Reglers wird daran erkannt, daß die Lade­kontrollampe nicht oder zu spät verlischt (bei 25 km/h im vierten Gang muß die Lampe verlöschen) bzw. daran, daß die Batterie nicht aufge­laden wird. In diesem Falle ist zu empfehlen, die Lichtmaschine nach Lösen des Spannbandes am Motorgehäuse und Abnehmen des Keil­riemens vom Motorgehäuse abzunehmen und in einer IKA-Elektrodienststelle überprüfen zu lassen.

Zu 4. Wird die Zündspule schadhaft, so ist das daran zu erkennen, daß eben­falls die Zündung aussetzt bzw. ganz ausbleibt. Der Ausbau der Zünd­spule erfordert das Lösen der zwei Schrauben am linken Rahmenholm unter dem Lenkkopf vom Befestigungswinkel der Zündspule. Vor dem Herausnehmen der Zündspule aus dem Rahmen müssen die Leitungen der Zündspule abgeklemmt und das Hochspannungskabel durch Ab­schrauben der Hutmutter nach Hochziehen der Gummikappe heraus­gezogen werden.