2.06 Hand- und Fußhebelwerk



Die Hand- und Fußhebel sind so angeordnet, daß ermüdungsfreies Fahren und leichte Bedienbarkeit gewährleistet sind. Bei normaler Pflege und Wartung der Maschine erfordern sie hinsichtlich Schmierung keine besondere Aufmerk­samkeit, nur dann, wenn unter ungünstigen Geländeverhältnissen das Ein­dringen von Schmutz und Sand in die Gelenkteile unvermeidlich war, ist zu empfehlen, die Hebel zu demontieren und gründlich zu reinigen. Bei der Montage sind die Gelenkteile dann leicht einzufetten.



Bild 59 Ansicht des Rades R 35-3 aus Sitzposition






(1) Kupplungshandhebel

(2) Zündverstellhebel

(3) Signalknopf

(4) Abblendschalter

(5) Tankverschluß

(6) Tachometer

(7) Zündschloß

(8) Ladekontrolleuchte

(9) Steuerungsdämpfer

(10) Handbremshebel

(11) Gasdrehgriff

(12) Handschallhebel

(13) Fuß­schalthebel

(14) Fußbremshebel

(15) Anwerfehrhebel

2.061 Handhebel

Die Handhebel befinden sich am Lenker, links der Kupplungs- und rechts der Bedienungshebel für die Vorderradbremse. Ihre Größe und Anordnung sind so gewählt, daß sie handlich, griffbereit und dadurch leicht bedienbar sind. Auf der rechten Seite des Getriebegehäuses befindet sich der Handschalthebel für das Getriebe. Gewaltanwendungen an ihm sind nicht zulässig, da die Gänge nicht eher einrasten können, als die Bohrungen der Schaltklaue vor die Klauen des Gangrads zu liegen kommen. Es wird deshalb beim Schalten im Stand meist ein leichtes Hin- und Herbewegen der Maschine erforderlich sein. Die Leerlaufstellung des Hebels ist durch eine aufgeschlagene 0 am Getriebe­gehäuse gekennzeichnet.

Links am Lenker befindet sich auch der Zündverstellhebel, der durch seinen besonderen Aufbau gegen Verschmutzung geschützt ist. Gehäuse und Hebel sind aus Zinkspritzguß hergestellt. Eine eingelegte Federspannscheibe gibt die erforderliche Reibung, die den Hebel in der eingestellten Position hält. Der Bowdenzug am Hebel endet in einer Stellschraube/ die mit Gegenmutter in der Schutzhaube am Motorgehäuse befestigt ist. Das Seilnippel wird in einen Winkel am Unterbrechergehäuse eingehängt. Eine doppelkonische Feder am Unterbrechergehäuse drückt dasselbe auf Frühzündung. Der Gasdrehgriff an der rechten Lenkerseite wurde bereits unter 2.033 erwähnt.


2.062 Fußhebel

An der Maschine befinden sich drei Fußhebel, und zwar Kickstarterhebel, Schalthebel für das Getriebe, Bremshebel für die Hinterradbremse.

Der Kickstarterhebel befindet sich an der rechten Seite des Triebwerkblocks und ist mit einer Keilschraube auf der Anwerfwelle befestigt. Der Hebel selbst ist aus Stahl geschmiedet und mit einer Gummiraste versehen. Die außen angebrachte Rückholfeder ist eine Drehfeder, die den Hebel nach Betätigung bis zum Anschlag im Inneren des

Getriebes zurückholt. Der Fußschalthebel ist auf der linken Seite in günstiger Lage zur Fußraste angeordnet. Der Schalt­automat ist so aufgebaut, daß beim Abwärtstreten des Schalthebels je nach Ausgangsstellung, z. B. aus dem vierten Gang durch dreimaliges volles Durch­treten, der erste Gang eingeschaltet wird. Soll jedoch aus der vorgenannten Stellung die 0-Stellung erreicht werden, so darf nur zweimal voll und einmal halb durchgetreten werden. Beim Aufwärtsschalten aus 0-Stellung ist zu beachten, daß für das Einschalten des ersten Ganges der Hebel bis zum Anschlag nach unten zu treten, sodann aber zum Einschalten der nächsten, also zweiten, dritten und vierten, voll bis zum Anschlag nach oben durchzu­ziehen ist [Bild 35].

Die Anschlagschrauben für den Fußschalthebel sind in angegossenen Augen am äußeren Teil des Getriebegehäuses eingeschraubt und durch Gegenmuttern gesichert. Vom Werk sind diese Anschläge genau eingestellt und dürfen nicht ohne besondere Veranlassung verstellt werden.

Der Bremsfußhebel befindet sich an der rechten Seite. Seine Lage zur Fußraste ist durch entsprechend größeren oder kleineren toten Weg in der Höhe einstellbar. Seine Position ist so zu wählen, daß er von der Fußraste aus leicht erreicht werden kann.



5.044 Einstellen der Fußschaltung

Zeigen sich Störungen im Fußschaltmechanismus, so ist nach folgenden Gesichtspunkten vorzugehen:

  1. Abnehmen des oberen Deckels am Getriebegehäuse.
  2. Prüfen, ob beide Schenkel der Feder in Leerstellung den Stift im Gehäuse und den Stift im Rückholhebel berühren. Ist die Feder lahm geworden, so muß diese ausgetauscht werden. Ist dies nicht der Fall, so wird
  3. der Exzenterbolzen so verstellt, daß beide Schenkel beide Bolzen berüh­ren, ohne daß die Feder gesperrt wird.
  4. Prüfen, ob die Spitzen des Ankers gleichmäßig vom Rastbogen entfernt find. Ist das nicht der Fall, so wird durch Einstellen des Exzenterbolzens im Gehäuse dieser Zustand herbeigeführt. Bei alten Getrieben findet man diese Exzenterbolzen noch nicht. In diesem Fall ist das Nachrichten der Schenkel auch bei neu einzubauenden Federn so vorzunehmen, daß der oben geschilderte Zustand erreicht wird.
  5. Lösen der Gegenmuttern für die Anschlagschrauben des Fußschalthebels am Gehäuse (Kupplungsseite).
  6. Zurückdrehen der Schrauben und Prüfen des Schaltvorganges.
  7. Einstellen der Anschlagschrauben und kontern derselben.