Bild 47

Hinterradfederung mit Ölstoßdämpfer im Schnitt



2.034 Hinterradfederung

Die Hinterradfederung ist, wie die der Vorderradgabel, eine Teleskopfederung. Der Aufbau und die Funktion dieser Federung sind folgende: Durch die Steck­achse sind das Hinderradgehäuse, das hintere Laufrad und der Achshalter links fest miteinander verbunden. Die auf die Achshalter aufgeschraubten Tragfedern [Bild 47 (1)] stützen sich über das obere Einspannstück [Bild 47 (2)] gegen den Rahmen. Die durch die Achshalter geschobenen Gleitrohre

[Bild 47 (3)], die oben und unten in den Rahmenaugen festgeklemmt sind, ermöglichen das Gleiten der Achshalter bzw. seiner Gleitbuchsen in vertikaler Richtung. In die Gleitrohre werden von unten die Stoßdämpfer [Bild 47 (4)] eingeschraubt. Das Kopfstück der Kolbenstange des Stoßdämpfers wird durch einen Querstift [Bild 47 (5)] an die Bewegungen des Achshalters gebunden. Die in den Stoßdämpfern eingebauten Ventile [Bild 47 (6)] verhindern, wie beim Vorderradstoßdämpfer, das schnelle Aufschwingen der Federung. Auch die ordnungsgemäße Funktion der Hinterradstoßdämpfer hängt von der ein­wandfreien Entlüftung der Ölfüllung ab.

Bild 48 Stoßdämpfer, zerlegt

Die Füllung der Stoßdämpfer besteht aus Öl von 8 ... 10° E mit einem Stoßpunkt von — 25° C. Der innere Aufbau des Stoßdämpfers ist einfach und daher funktionssicher. In ein Mantelrohr [Bild 48 (1)], das die Ölreserve enthält, ist ein Druckzylinder [Bild 48 (2)] zentrisch eingesetzt, in dessen unteren Teil ein Bodenventil eingelegt ist. Die Kolben-stange ist in einem Gleitstück [Bild 48 (3)] gelagert, das durch eine Stahlklammer in seitlichen Schlitzen [Bild 48 (4)] des Druckzylinders gehalten wird. Der Druckzylinder, der oben mit einer einfachen Scheibe [Bild 48 (5)] abgedeckt ist, wird mittels der Verschlußmutter, die einen Simmerring enthält, durch Einschrauben in das Mantelrohr festgezogen.

Die Federn der Hinterradfederung sind durch Blechhülsen [Bild 47 (7) und (8)] verkleidet.



4.044 Hinterradfederung und Kreuzgelenk

Die Fettkammern des Achshalters sind nach jeweils 1000 km Fahrzeit mit einer Fettpresse nachzufüllen (vier Stöße mit der dem Bordwerkzeug beige­gebenen Fettpresse [Bilder 71 und 72]).

Ein Ölwechsel in den Hinterradstoßdämpfern ist nach jeweils 10 000 Fahrt­kilometern vorzunehmen. Es empfiehlt sich, diese Arbeit einer Vertragswerk­stätte zu überlassen.

Das Kreuzgelenk der Gelenkwelle wird ebenfalls nach jeweils 10000 km mit der Fettpresse abgeschmiert. Hierzu ist es erforderlich, die Verschlußglocke mit dem dem Bordwerkzeug beigefügten Hakenschlüssel aufzuschrauben.




5.054 Ausbauen der Hinterradfederung und Füllen der Stoßdämpfer

Zum Ausbau der Hinterradfeder an der Gehäuseseite sind die Arbeiten, wie unter 5.054, Punkt l ... 14 angegeben, auszuführen. Beim Ausbauen des Achs­halters links entfallen die unter 5.051, Punkt 10 und 11 genannten Arbeiten. Ist der Ausbau der Stoßdämpfer erforderlich, so ist von beiden Achshaltern die untere Schutzhülse auf den Gewindegängen der Feder so weit hochzu­schrauben, daß der Zugang zum Querbolzen für die Stoßdämpferstange sicht­bar wird. Nach Abschrauben der oberen Mutter vom Gleitrohr und Lösen der Schraube im Kopf der Kolbenstange des Stoßdämpfers kann der Stift von vorn nach hinten herausgeschlagen werden. Danach wird der Stoßdämpfer mittels Sechskantrohrschlüssels unten am Gleitrohr ausgeschraubt. Ist der Simmer­ring in der Verschlußmutter des Stoßdämpfers undicht, so muß der Stoßdämpfer vollständig demontiert werden. Das gleiche gilt für die Neufüllung des Stoß­dämpfers. Es sind hierzu folgende Demontagearbeiten auszuführen:

1. Herausschrauben der Verschlußschraube mit Simmerring.

2. Herausziehen der Kolbenstange mit Druckzylinder (auf Gummiring achten!).

3. Herausnehmen der Federsicherung für Kolbenführung aus dem Dämpfungs­zylinder.

4. Herausziehen des Kolbens aus dem Dämpfungszylinder.

5. Herausschlagen des Querstiftes aus der Kolbenstange.

6. Herausziehen des Kolbens mit Ventil.

7. Abstreifen des Führungsstückes und Abstreifen der Verschlußmutter mit Simmerring.

Nachdem der Ring in der Verschlußmutter ausgewechselt wurde, wird die Verschlußmutter mit Simmerring sowie die Kolbenführung wieder über die Stange geschoben. Danach wird der Kolben mit Ventil durch den Querstift in der Kolbenstange vernietet.

Die Montage des Stoßdämpfers erfolgt in umgekehrter Reihenfolge, jedoch ist dabei folgendes zu beachten:

Nachdem die Kolbenstange wieder vollständig hergerichtet ist, wird der Dämpfungszylinder allein senkrecht in einen Ölbehälter gesetzt, dessen Ölstand mindestens genauso hoch ist, wie der Dämpfungszylinder lang ist. Danach wird die Kolbenstange und die Federsicherung zur Halterung des Gleitstückes im Dämpfungszylinder wieder eingeschoben. Der Kolben wird nun mehrere Male unter Festhalten des Dämpfungszylinders unter Öl auf und nieder ge­drückt. Man läßt diese beiden Teile mindestens eine Stunde in Öl stehen, damit sich alle Luftbläschen an der Oberfläche sammeln. Das gesäuberte Mantelrohr des Stoßdämpfers wird nun etwa ein Drittel hoch mit Frischöl gefüllt. Der Kolben wird, solange der Dämpfungszylinder noch unter Öl steht, bis zum Gleitstück hochgezogen, in diesem Zustand aus dem Ölbad heraus­genommen und in den Mantel des Stoßdämpfers eingeführt. Nach Eindrücken des Gummiringes zwischen Stoßdämpferzylinder und Mantelrohr, wird die Ver­schlußmutter wieder aufgeschraubt. Ist die Arbeit richtig ausgeführt, so ist beim Niederdrücken des Kolbens der Widerstand spürbar. Nach dieser Arbeit kann der Stoßdämpfer wieder in das Gleitrohr eingebaut werden.