2.01 Motor Beschreibung

Der Motor ist ein Einzylinder-Viertakt-Saugmotor. Sein Zylinder ist stehend angeordnet. Die Kurbelwelle des Motors liegt in Längsrichtung des Fahrzeugs. Die Ventile sind hängend eingebaut [Bild 4]. Der Triebwerkblock erhält seine kennzeichnende Form dadurch, daß an der linken Seite des Gehäuses ein Sockel für die Lichtmaschine angegossen und für das Werkzeug der Kurbel­raum herausgeschoben ist [Bild 5 (1) und (2)].

Das Getriebe ist unmittelbar an das Motorgehäuse angeflanscht und bildet so mit diesem ein Formganzes [Bilder 4 und 5]. Die Befestigung des Triebwerkblocks erfolgt an den Unter­gurten des Preßrahmens mit einem durchgehenden Bolzen [Bild 5 (3)]. Vorn wird das Gehäuse durch zwei eingesetzte Stiftschrauben [Bild 4 (1)] mit dem vorderen Querträger des Rahmens verbunden.

Die Lage der Nockenwelle wird vorn durch den auf der Schutzhaube bzw. dem Räderkastendeckel angebrachten Unterbrecher gekennzeichnet [Bild 6 (1)]. Für die Erneuerung des Motoröls ist links vorn ein Ablaßstopfen vorgesehen [Bild 6 (2)], während die Ölnachfüllschraube mit dem Ölmeßstab sich an der rechten Seite befindet [Bild 4 (2)]. Durch den Getriebeflansch tritt der Kupplungshebel; eine ihn eng umschließende Gummischeibe mit geschlitztem Deckel schützt den Kupplungsraum gegen Eindringen von Wasser [Bild 5 (5)]. Nach Abnehmen des Getriebes vom Motorgehäuseflansch wird die Kupplungs­druckplatte sichtbar [Bild 7 (l)]. Sie gleitet auf drei Führungsbolzen [Bild 7 (2)j. Unter den sechs Muttern liegen Druckfedern [Bild 7 (3)], die die Kupplungs­scheibe zur Übertragung des Drehmomentes fest zwischen Schwungscheibe und Druckplatte einklemmen.

Bild 4

Motor mit Fußschaltgetriebe

Als Vergaser wird ein Dreidüsen-Rundschiebervergaser mit angeschraubtem Naßluftfilter [Bild 7 (4)] verwendet. Seine Betätigung erfolgt mittels Bowdenzugs vom Lenker aus.

Bild 5

Motor mit Handschaltgetriebe

Bild 6

Motor von rechts vorn



Bild 7

Motor von links hinten

Bild 8

Motor von links vorn

2.011 Motorgehäuse mit Zylinder und Zylinderkopf

Das Motorgehäuse ist aus einer widerstandsfähigen Al-Legierung gegossen. Der vordere Teil des Gehäuses ist als Steuerräderkasten ausgebildet und mit einem Leichtmetalldeckel abgeschlossen [Bild 9 (1)]. Im hinteren Teil befindet sich die Schwungscheibe der Kupplung [Bild 9 (2)j. Der mittlere Teil ist der Kurbelraum [Bild 9 (3)], der nach unten durch eine Zwischenwand mit fensterartiger Öffnung für das Schaumsieb vom Ölraum getrennt ist [Bild l0a (1)). Der nach unten offene Ölraum wird durch einen Stahlblechdeckel (die 01-wanne) unter Zwischenlage einer Korkdichtung abgeschlossen. Im Ölraum selbst befindet sich ein tellerartiger Anguß, an den die Ölpumpe mit Ölsieb und Tauchglocke angeschraubt ist [Bild 11 (1)]. Wie schon unter 2.01 gesagt, ist die linke Seite des Gehäuses als Werkzeugkasten ausgebildet [Bild 10a (2)]. In vorgenanntem Bild ist innerhalb des Werkzeugraumes der angegossene Luftkanal für die alte Ausführung der Entlüftung sichtbar [Bild 10a].

Oberhalb des Werkzeugkastens befindet sich die Lagerung für die Licht­maschine [Bild l0a (4)]. Der Keilriemenantrieb für dieselbe befindet sich vor dem Räderkastendeckel und wird durch eine Leichtmetall- Schutzhaube abgedeckt [Bild 6].

Bild 9

Längsschnitt Motor    mit   Kupplung

(1)  Räderkastendeckel

(2)  Schwungscheibe   mit Kupplung

(3)  Kurbelraum

(4)  Ölsieb (3) Öl warme (G) Zylinder

(7)  Zylinderkopf­dichtung

(8)  Ventilführungsbuchsen

(9)  Ventilsitzring

(10)  Schwinghebelbuchse

        (erscheint    auf    dem Bild 14a)

(11)  Kurbellager   vorn

(12)  Filzring   mit   Kapsel

(13)  vordere Anlauf­scheibe

(14)  Pleuel

(15)  Kompressionsring

(16)  Ölabstreifring

(17)  Kettenrad

(18)  Eindrehung   am Ventil

(19)  unterer Federteller

(20)  Sicherungsring  für Führungsbüchse

(21)  Gewindebolzen für Kurbelwellenrad








Vier Stiftschrauben, die in das Motorgehäuse eingeschraubt sind, dienen zur Befestigung des Zylinders. Zwischen Zylinderflansch und Kurbelgehäuse ist eine Papierdichtung von 0,3 mm Dicke gelegt. Für die Lagerung der Nocken­welle befindet sich innerhalb des Kurbelraumes ein zylindrischer Einguß mit nach unten gezogener Spritzwand [Bild l0a (6)]. Vom Kupplungsraum wird der Kurbelraum durch einen tellerartigen Lagerdeckel getrennt [Bild 9).

Der Zylinder selbst besteht aus einer hochwertigen Graugußlegierung; er kann dreimal ausgeschliffen werden [Bild 9 (6)]. Zwischen Zylinder und Zylinderkopf liegt eine mit Asbest gefüllte 2,5 mm dicke Zylinderkopfdichtung [Bild 9 (7)J. Der Zylinderkopf, der aus Hydronalium gegossen ist, schließt mit seinem kugelartigen Verbrennungsraum den Zylinder ab. Wie im Bild l0a (7) zu erkennen ist, ist eine Stahlbüchse zum Einsatz der Zündkerze in den Kopf eingegossen. Die hängenden Ventile laufen in Messingbuchsen [Bild 9 (8)], die in den angewärmten Kopf eingepreßt sind. Auch die Ventilsitzringe werden in den zuvor erwärmten Kopf eingezogen. Sie bestehen aus einer besonderen Graugußlegierung [Bild 9 (9)]. Die seitlich in den Kopf eingezogenen Stoßstangenrohre [Bild l0a (5)] sind aus Stahl gefertigt und haben die Aufgabe, die Stoßstangen zu schützen und öldicht zu kapseln. Sie sollen außerdem einen Wärmestau erzeugen, der die Stoßstangen entsprechend der Wärme­dehnung von Zylinder und Zylinderkopf mitwachsen läßt. Im Oberteil des Zylinderkopfs befinden sich zwei walzenartige Angüsse, in die die Kipp­hebelbuchsen bei angewärmtem Kopf eingezogen werden [Bild l0a (8) und Teilansicht Bild 14a], Oben wird der Zylinderkopf durch eine Schutzhaube abgeschlossen. Durch eine dazwischenliegende Korkdichtung erfolgt eine ein­wandfreie Abdichtung. Die Aluminiumschutzhaube hat seitlich einen an­geschraubten Deckel mit einer Korkdichtung, nach dessen Abnahme die Nach­stellung des Ventilspiels erfolgen kann [Bild l0a (9)].

 In den Zylinderkopf sind vier Stiftschrauben eingezogen, die zur Befestigung des Kopfes auf dem Zylinder dienen. Zwei weitere Stiftschrauben am Ansaug­kanal ermöglichen die Befestigung des Vergasers unter Zwischenlage einer Steinasbestplatte [Bild l0b (10) und (11)]. In die Schutzhaube sind ebenfalls zwei Stiftschrauben eingezogen, die unter Verwendung einer Spezialmutter die Befestigung am Zylinderkopf ermöglichen [Bild l0b (12)].

 

Bild 10 a
Motor im Schnitt von vorn

Bild10 b
Steuerungsantrieb im Schnitt

5.02 Motor

Bei Reparaturen am Motor, die den Ausbau der Kurbelwelle bzw. der Kupplung erforderlich machen, ist es notwendig, den gesamten Motor einschließlich Getriebe auszubauen.