2.035 Räder

Die Laufräder sind Speichenräder mit Tiefbettfelgen, sie sind untereinander nicht auswechselbar. Die Felge hat die Abmessung 2,15 B X 19. Die hierzu gehörigen Stahlseilreifen haben die Abmessung 3,50—19. Die Speichen mit metrischem Gewinde M 4 haben zwei verschiedene Längen.

Die Vorderradnabe [Bild 49 (1)] ist aus Stahl geschmiedet. Sie wird in die aus Stahlblech gepreßte Bremstrommel eingeschweißt. Die Nabe nimmt in ihrer Bohrung zwei Rillenlager [Bild 49 (2)] auf. Die Innenringe der Lager werden durch eine zwischengelegte Distanzbuchse [Bild 49 (3)] auf Abstand gehalten und durch außen beigelegte Distanzringe [Bild 49 (4)] mittels der Steckachse fest zusammengezogen. Die axiale Sicherung der Lager-Außen­ringe erfolgt durch Anlageflächen in der Radnabe [Bild 49 (5)]. Außen ein­gepreßte Filzringkapseln verhindern den Austritt des Lagerfettes. Die Schmie­rung des Lagers mit Kugellagerfett erfolgt durch ein Druckschmiernippel [Bild 49 (6)], das in der Mitte der Nabe eingeschraubt ist. Die innen vor den Kugellagern liegenden Abdeckscheiben [Bild 49 (7)] schirmen die Lager gegen Zutritt einer zu großen Fettmenge ab.

Bild 49

Vorderradnabe, geschnitten

(1) Nabe

(2) Rillenlager

(3) Distanzbüchse

(4) Distanzringe

(5) Anlageflächen

(6) Schmiernippel

(7) Abdeckscheibe

Bild 50

Hinterradnabe, geschnitten

(1) Mitnehmer

(2) Zapfen (Lagerung)

(3) Rillenlager

(4) Schmiernippel






Vor Einführung der Hinterradfederung war die Hinterradnabe stirnseitig mit einer Kerbverzahnung versehen, die in die Stirnverzahnung der Tellerradnabe eingesetzt wurde. Bei der Ausführung mit Hinterradfederung erfolgt die Mitnahme des Hinterrads vom Tellerradflansch durch eine Evolventenverzahnung auf der Rad- und in der Tellerradnabe [Bild 50 (1)]. Die Radlagerung erfolg! über einen angeschliffenen Zapfen [Bild 50 (2)] an der Radnabe, der sich in den Mitnehmerflansch des Tellerrads einschiebt, im großen Lager des Tellerrads. Auf der anderen Seite übernimmt ein doppelreihiges Rillenlager [Bild 50 (3)]J das durch eine Ringmutter fest gegen den Bund der Radnabe gezogen wird! die Radlagerung. Die Abdichtung nach außen erfolgt durch einen Filzring in der Ringmutter. Auch hier ist in der Radnabe ein Druckschmierkopf (Bild 50 (4)] vorgesehen.

Die Hinterradbremstrommel ist bei der neuen Ausführung wie die Vorderradbremstrommel an die Nabe angeschweißt. Die Bremstrommeln unterscheiden sich jedoch in Formgebung und Durchmesser (Vorderrad 160 mm Durchmesser! Hinterrad 180 mm Durchmesser). Speichen, Felgen und Bereifung des Hinterrads sind die gleichen wie die des Vorderrads.

2.036 Achsen

Die Steckachsen sind aus kernfestem Stahl gefertigt und leicht verzinkt. Vom Werk werden sie in gefettetem Zustand montiert. Wie aus Bild 51 hervor­geht, wird die Steckachse der Vorderradnabe in das rechte Gabelendstück eingeschraubt [Bild 51 (1)]. Sie trägt Linksgewinde, damit kein Lockern während des Betriebs eintreten kann. Der an der Achse befindliche Bund preßt, wie schon unter 2.035 erwähnt, die Distanzringe mit den Legerinnenringen und dem dazwischengelegten Bremshalter fest gegen das rechte Gleit­rohrendstück. Der stärkere Teil der Steckachse findet im linken Gleitrohr­endstück seine Halterung. Er wird hier mittels einer Querschraube fest mit dem Schmiedeteil verschraubt [Bild 51 (2)].

Die Hinterradsteckachse ist ebenfalls mit einem Bund [Bild 52 (5)] versehen. Dieser hält den Innenring des doppelreihigen Lagers über eingebaute Distanz­buchsen in festem Abstand zur Gehäusewand des Hinterradantriebs, sobald die auf der anderen Seite der Gehäusewand befindliche Mutter [Bild 52 (2)] der Steckachse angezogen wird. Der stärkere Teil der Steckachse wird wie beim Vorderrad im Achshalter gehalten und dort mit einer Querschraube [Bild 52 (4)] festgezogen.

Bild 51

Steckachse herausgezogen


Bild 52

Ausbau des Hinterrades





4.045 Räder

Die Schmierung der Lager in den Laufrädern erfolgt alle 1000 km mittels einer Fettpresse (drei Stöße). Die Schmiernippel sind in den Bildern 49 (6) und 50 (4) zu erkennen. Es ist zweckmäßig, bei dieser Gelegenheit auch die Steckachsen von Vorder- und Hinterrad herauszunehmen, zu reinigen und leicht eingefettet wieder einzubauen.




5.07 Räder

Das Vorderrad ist bei Maschinen mit Starrahmen und Hinterradfederung grund­sätzlich gleich.

Das Hinterrad der Starrahmen-Maschine ist ohne Kugellager, während das für Hinterradfederung mit einem doppelreihigen Lager in der Hinterradnabe versehen ist.



5.071 Lager, Aus- und Einbau

Nachdem das Rad aus der Vorderradgabel ausgebaut ist, wird mit einer Spezialabziehvorrichtung ein Kugellager mit Distanzbuchse und Filzringkapsel aus der Nabe herausgezogen. Danach wird die Abdeckscheibe innen und das Distanzrohr herausgenommen. Mit einem entsprechenden Drückdorn wird nun auf den Innenring des Kugellagers drückend das andere Lager, die Filzringkapsel und das Distanzstück aus der Nabe ausgeschoben.

Die Montage der Radlager wird nach gründlicher Säuberung der einzelnen Teile wie folgt vorgenommen:

1. Abdeckscheibe innen einlegen.

2. Kugellager mit Fett füllen und die Nabe einpressen.

3. Distanzbuchse in die Filzringkapsel einlegen und in die Nabe einpressen.

4. Distanzrohr in die Abdeckscheibe innen einlegen.

5. Kammer zwischen den beiden Lagern mit Fett füllen (2/3 voll).

6. Zweite Abdeckscheibe in die Nabe einlegen.

7. Zweites Kugellager einpressen.

8. Filzringkapsel mit eingelegter Abstandsbuchse in die Nabe einpressen.

Das Lager der Hinterradnabe wird nach Herausdrehen des Verschlußstückes zugänglich. Das doppelreihige Kugellager kann dann mit einer Spezialvorrichtung aus der Nabe herausgezogen werden.

Die Montage erfolgt in umgekehrter Reihenfolge.

Es ist darauf zu achten, daß die Fettkammer hinter dem Kugellager vor dem Einpressen des Lagers mit Fett zu füllen ist (etwa 2/3 voll).






5.072 Radspeichen prüfen

Gegebenenfalls müssen Speichen nachgezogen bzw. erneuert werden. Die Speichennippel sind in jedem Fall so nachzuziehen, daß das fertig gespannte Rad nicht mehr als 1,5 mm Seitenschlag und 1,5 mm Höhenschlag aufweist. Bei aufgezogener Bereifung soll der Seitenschlag am Reifen nicht mehr als 3,5 mm betragen.





5.073 Bereifung

An Reifen und Luftschläuchen kann normalerweise nur Verschleiß durch Abrieb oder eindringende Fremdkörper in den Schlauch die Demontage erfor­derlich machen. Beim Fahren der Räder mit einem Luftdruck, der unter den vorgeschriebenen Werten liegt, tritt Zerstörung des Gewebes der Seitenwand des Reifens auf. In diesem Fall wird eine vorzeitige Erneuerung des Reifens erforderlich.



Bild 74 Ausbau des Vorderrades



5.074 Ausbauen des Vorderrades

Der Ausbau des Vorderrades wird in folgenden Arbeitsgängen vorgenommen:

1. Klemmschraube am linken Gabelendstück lösen.

2. Steckachse herausdrehen.

3. Rad mit Bremsgegenhalter aus der Vorderradgabel herausnehmen.

4. Bremsgegenhalter aus der Nabe herausnehmen.

Die Montage erfolgt in umgekehrter Reihenfolge.



Bild 75 Ausbau des Hinterrades

Der Ausbau des Hinterrades wird in folgenden Arbeitsgängen vorgenommen:

1. Klemmschraube am linken Achshalter lösen.

2. Herausschrauben der Steckachse unter Gegenhalten mit Schlüssel an der Mutter auf der Gehäuseseite (auf Distanzbuchse achten!).

3. Lösen der zwei Muttern für das Schutzblech und Aufklappen desselben.

4. Herausnehmen des Hinterrades nach vorherigem seitlichem Herausziehen aus dem Mitnehmer.

Die Montage erfolgt in umgekehrter Reihenfolge.





5.076 Abnehmen des Reifens

Zum Abnehmen der Reifen sind folgende Arbeiten erforderlich:

1. Ventileinsatz herausschrauben.

2. Felgenmutter vom Ventil abschrauben.

3. Reifen ringsherum vom Felgenhorn lösen.. Ventil nach innen durch die Felge schieben.

5. Reifenwulst gegenüber dem Ventil in das Tiefbett drücken.

6. Gegenseite mit Montierhebel über das Felgenhorn heben, mit zweitem Reifenmontierhebel nach rechts und links nachgreifen, bis Wulst voll­ständig aus dem Felgenhorn herausgehoben ist.

7. Schlauch herausnehmen.

8. Wenn erforderlich, zweiten Wulst in gleicher Weise über das Felgenhorn heben.

Wurde wegen Reifenschaden demontiert, so ist nach Auffinden die schadhafte Stelle mit Glaspapier oder Reibblech zu säubern — niemals mit Benzin — und aufzurauhen. Sodann wird diese Stelle mit Gummilösung gleichmäßig bestrichen. Nach dem Trocknen zieht man die Schutzschicht des Flickens ab und drückt den Gummiflicken auf die vorbereitete Stelle des Schlauches. Danach wird der Schlauch mit Hilfe der beigegebenen Talkumbüchse bestreut.





5.077 Auflegen des Reifens

Die Montage erfolgt in umgekehrter Reihenfolge. Es ist jedoch darauf zu achten, daß nach dem Einlegen der Schlauch leicht mit Luft gefüllt wird, um ein Quetschen zu verhüten. Danach erst wird der zweite Reifenwulst in das Felgenhorn gehoben. Ein Anheben und leichtes Auf- die- Erde- fallen- lassen bewirkt, daß der Schlauch sich richtig in die Felge und den Mantel einlegt. Bevor der Reifen mit dem vorgeschriebenen Luftdruck versehen wird, ist es zweckmäßig, sich zu überzeugen, daß der Schlauch nicht an einer Stelle zwischen Felge und Wulst eingeklemmt ist. Dies geschieht durch seitliches Niederdrücken der Wulst, so daß diese sich leicht vom Felgenhorn abhebt.