2.014 Schmierung


Bild 14a


Ölumlauf im Motor, von vorn gesehen





Bild 14b

Ölumlauf im Motor ,Steuerseite

Ansicht in Pfeilrichtung


Das Drucköl aus der Ölpumpe wird über Kanäle an die Schmierstellen gefördert. Im einzelnen ist der Weg des Öls im Bild 14a) u. b) zu erkennen. Von der Pumpe kommend, läuft das Öl über Kanal 3 im Motorgehäuse zum vorderen Kurbelwellenlager. Die eingepreßte Lagerschale für den vorderen Kurbelwellenzapfen ist außen mit einem Einstich versehen, damit das Öl rings um die Lagerschale fließen kann. An zwei Stellen ist die Lagerschale durchbohrt, so daß zunächst der Wellenzapfen geschmiert wird. Außerdem kann durch eine Bohrung Öl in den hohlgebohrten Wellenzapfen und von hier durch Kanäle zur Steuerkette gelangen. Eine gewisse Menge Öl kann vom Inneren des Wellenzapfens durch einen Kanal in der Kurbelwelle zum Pleuellager vordringen [Bild 14b (5)]. Der Hauptstrom fließt außen über die Lagerschale durch Kanal 6 zum Nockenwellenlager. Das Lager der Nockenwelle ist außen ebenfalls mit einem Einstich versehen, so daß das Öl rings um die Lagerschale fließen kann. Im Inneren der Lagerschale ist noch eine Ausfräsung vorgesehen, zu der das Öl durch eine Bohrung vordringen kann. Eine Querbohrung in der Nockenwelle läßt Öl in die hohlgebohrte Nocken­welle zum hinteren Nockenwellenlager abfließen. Das außen um das vordere Nockenwellenlager fließende Öl wird über eine Ölsteigleitung [Bild 14a (7)] zum Zylinderkopf hochgedrückt. Die im Zylinderkopf befindlichen Ölkanäle lassen das Öl zu den beiden Kipphebellagern vordringen. Die Lagerbuchsen der Kipphebel tragen außen Einstiche sowie Bohrungen, damit das Öl bis zum Kipphebel vordringen kann. Auf den Kipphebellagern sitzen Ölröhrchen, die Öl auf den Kipphebeltrieb tropfen lassen. Die Ventilschäfte werden durch das aus den Kipphebelbohrungen austretende sowie durch das im Kipphebel­raum umherspritzende Öl geschmiert. Das im Zylinderkopf erwärmte Öl wird durch das vordere Stoßstangenrohr zurückgeleitet, wobei es die Stößelführungen sowie die Nockengleitflächen mit Öl benetzt. Das im Kurbelraum umherspritzende Öl wird zum Teil durch die Entlüftung mit in das hintere Stoßstangenrohr gedrückt und schmiert so Stößel und Nockengleitflächen.

Die neuere Ausführung läßt den in die Schutzhaube gelangenden Überdruck nach dem Luftfilter entweichen. Die ältere Ausführung, die daran zu erkennen ist, daß zwischen den beiden Stoßstangen noch ein Entlüfterrohr eingesetzt ist, ließ den Überdruck über dieses Rohr und einen Kanal im Kurbelgehäuse an der Kupplungsseite ins Freie treten [Bild 14a (8)]. Das im Kettenraum sich sammelnde Öl wird durch eine Bohrung in den Kurbelraum zurückgeleitet. Der Räderkastendeckel trägt zwei Dichtmanschetten, die den Ölaustritt zur Schutzhaube bzw. zum Keilriementrieb verhindern. Etwaiger Ölschaum, der sich im Kurbelgehäuse ansammelt, wird durch ein Schaumsieb zurückgehalten und von der Kurbelwelle zerschlagen. Das Schaumsieb ist mit einer Klemme am Kurbelgehäuseboden verschraubt.

Die Ölfüllung des Motors beträgt bei Neufüllung zwei Liter. Der an der 01-einfüllschraube befindliche Meßstab ist mit zwei Kerben versehen, die den Ölstand „voll" und „leer" kennzeichnen. Das verunreinigte Öl im Motor­gehäuse kann nach Entfernen der Ölablaßschraube [Bild 14a (9)] abgelassen werden.




5.029 Ausbau der Ölpumpe

Nach Reinigung und Prüfung der Ölpumpe muß von dem Ausbau zunächst das Öl aus dem Kurbelgehäuse abgelassen werden.

Die auszuführenden Arbeiten sind:


1. Herausdrehen des Ölstopfens aus dem Kurbelgehäuse vorn links.

2. Lösen der zwölf Befestigungsschrauben der Ölwanne und Abnehmen derselben.

3. Abnehmen des. Sicherungsdrahtes für das Ölsieb an der Ölpumpe und Abnehmen desselben.

4. Herausdrehen der drei Halbrundschrauben für die Tauchglocke.

5. Herausdrehen der zwei Befestigungsschrauben aus den Gehäuseaugen der Ölpumpe.

6. Herausnehmen der Ölpumpe.

7. Lösen der zwei Deckelschrauben nach vorherigem Entfernen des Siche­rungsdrahtes.


Der Zusammenbau erfolgt in umgekehrter Reihenfolge.

Nach Demontage sind folgende Arbeiten auszuführen:


1. Reinigen des Ölpumpenfußes.

2. Reinigen der Einzelteile der Ölpumpe.

3. Prüfen des Spiels der Räder in den Gehäusebohrungen der Ölpumpe.

4. Montage der Pumpe trocken und prüfen, ob bei Drehen des Antriebsrades der Ölpumpe sich ein Klemmen der Räder zeigt. Ist dies der Fall, so ist es zweckmäßig, die Ölpumpe komplett auszutauschen.

5. Herausdrehen der Mutter für das Überdruckventil nach vorherigem Ent­fernen des Splints. Die Einschraubtiefe der Mutter in das Gehäuse ist vorher maßlich festzuhalten, um bei der nachfolgenden Montage das Maß wieder genau einstellen zu können.

6. Herausnehmen der Feder.

7. Prüfen der Federlänge, die in ungespanntem Zustand 16,5 mm betragen soll. Federn, die sich mehr als 2 mm gesetzt haben, sind auszutauschen.






4.021 Schmierung


Bild 65

Prüfen des Ölstandes Im Motorgehäuse






Im Motor ist nach jeweils 500 km Fahrtstrecke der Ölstand zu prüfen [Bild 66] und zu ergänzen. Er darf nicht unter die untere Markierung am 01-meßstab sinken. Die Prüfung ist auf waagerechtem Untergrund bei auf dem Kippständer stehender Maschine vorzunehmen. Bei der Messung ist der 01-meßstab nur einzustecken (nicht einschrauben).

Nach beendeter Einfahrzeit ist alle 1500 km Ölwechsel im Motor vorzunehmen. Die peinliche Einhaltung dieser Vorschriften gewährleistet, daß der Verschleiß in normalen Grenzen bleibt.

Bei Ölwechsel oder Nachfüllung ist darauf zu achten, daß immer das gleiche Öl (Buna oder Mineralöl) verwendet wird.


Bei Ölwechsel [Bild 72 — Ölablaßschraube] ist es ratsam, bei betriebs-warmem Motor etwa l Liter Spülöl oder auch dünnflüssiges Motorenöl in das Kurbelgehäuse zu füllen und damit den Motor einige Minuten im Stand laufen zu lassen. Danach ist das Spülöl abzulassen und Motorenöl bis an die Kontrollmarke des Meßstabs einzufüllen. Es ist grundsätzlich verboten, Spü­lungen mit Petroleum oder gar Benzin vorzunehmen, da hierdurch schwere Schäden entstehen können.