Bild 15 a Vergaser im Ansaugkanal, geschnitten


Bild 15 b Vergaser mit Schwimmerkammer, geschnitten


Bild 15 c Ansaugkanal im Seitenschnitt

2.015 Vergaser

Wie schon unter 2.01 erwähnt, wird ein Dreidüsen-Vergaser verwendet. Die Düsen sind entsprechend ihrer Bohrung mit Zahlen gekennzeichnet, die auch auf dem Düsenstock eingeschlagen sind, um Verwechslungen zu vermeiden. Die Leerlaufdüse hat die Größe 35, die Übergangsdüse 70 und die Hauptdüse die Größe 60. Durch Lösen von zwei Muttern [Bild 15c (1)] läßt sich der Ver­gaser in zwei Hauptteile zerlegen, und zwar in den Lufttrichter mit Rund­schieberkammer und den Düsenstock mit Schwimmerkammer [Bild 16]. Der Lufttrichter aus Al-Guß wird mit zwei Muttern am Flansch des Zylinder­kopfs befestigt. Die zwischengelegte Steinasbestplatte sorgt dafür, daß die Wärme des Zylinderkopfs nicht in das Vergasergehäuse fließen kann

Zur besseren Abdichtung ist die Steinasbestplatte beiderseitig mit einem Dichtbelag beklebt. Der Einströmkanal kann durch einen Schieber mehr oder weniger abgesperrt werden [Bild 15a (2)]. Mit der Einstellschraube kann der Schieberanschlag [Bild 15a (3)] zwecks Erreichung eines einwandfreien Leerlaufs eingestellt werden. Bei Vergasern älterer Ausführung befand sich im Deckel des Schiebergehäuses noch eine Einstellschraube, die zur Drosselung des Motors während der Einfahrzeit diente. Bei den neueren Vergasern ist diese Schraube weggefallen, da beobachtet werden mußte, daß neue Motoren infolge der Schaltträgheit des Fahrers vorzeitigem Verschleiß unterlagen. Es sei an dieser Stelle erwähnt, daß ein zügiges Fahren dem Motor weniger schadet als das Fahren im unteren Drehzahlbereich.

Bild 16 Vergaser

Die Schieberbetätigung erfolgt über einen Bowdenzug, der durch den Gasdrehgriff am Lenker betätigt wird [Bild 15a (4)], gegen den Druck einer Feder, die die Rückführung des Schiebers bis zum Leerlaufanschlag bewirkt. Der Bowdenzug wird durch Hohlschraube und Gegenmutter am Deckel der Schieberkammer eingestellt.

An der Ansaugseite ist eine kleine Bohrung sichtbar, die über die Leerlauf­düse hinwegführt und bei geschlossenem Schieber den Weg für das angesaugte! Gemisch darstellt [Bild 15a (5)]. Die Bohrung kann durch Drehen der Luft-! schraube verengt oder erweitert werden; bei Verengung wird mehr Kraftstoff! aus der Düse herausgerissen als bei weiter herausgedrehter Schraube.

Der Düsenstock ist ein topfartiges Gußgefäß mit angegossenem Arm, in den l die drei Düsen eingeschraubt werden. Wie im Bild 15b zu erkennen ist, ragen die Düsen in montiertem Zustand in den Luftkanal hinein. An einen Anguß der Schwimmerkammer wird die Kraftstoffleitung angeschraubt. Die Schwimmerkammer, die mit einem Deckel verschlossen ist [Bild 15b (7)], trägt im Inneren an der Schwimmernadel (8) zur Regulierung des Kraftstoffstands den Schwimmer (9). Der zufließende Kraftstoff drückt den Schwimmer nach oben und sperrt damit den Kraftstoffzufluß ab. Dadurch wird der Kraftstoffstand in den Düsen immer auf gleicher Höhe gehalten, weil die Schwimmerkammer durch den Kanal (10) mit den Düsen verbunden ist.

Um beim Anwerfen dem Motor ein fetteres Gemisch zuführen zu können, ist im Deckel der Schwimmerkammer (7) ein Tupfer (11) angebracht, mit dem der Schwimmer niedergedrückt und somit der Kraftstoffstand in den Düsen erhöht werden kann. Wird der Tupfer zu lange niedergedrückt, so fließt der Kraft­stoff aus den Düsen direkt in den Ansaugkanal. Eine mäßige Betätigung des Tupfers ist deshalb angebracht, da unter Umständen sonst ein Start unmöglich werden kann.



4.027 Vergaser Reinigung

Alle 2000 km ist der Vergaser mit Düsen, das Schwimmergehäuse und die Schwimmernadel zu reinigen, damit ausreichender Kraftstoffzufluß und richtige Gemischbildung gesichert sind. Zu diesem Zweck muß, nachdem vorher der Kraftstoffhahn geschlossen wurde, die Anschlußschraube [Bild 70 (1)] am Schwimmergehäuse (2) abgeschraubt werden. Hiernach kann der Kraftstoff­verbindungsschlauch vom Schwimmergehäuse abgenommen werden (auf die beiden Dichtungen achten!). Dann kann nach Lösen der Muttern (3) das Schwimmergehäuse (2) nach unten abgezogen werden.

Mit Hilfe des dem Werkzeug beiliegenden Schlüssels können nun die Düsen (6) herausgeschraubt und gereinigt werden. Die Reinigung der Bohrung in den Düsen darf bei Verstopfung nur durch Ausblasen (Vorsicht bei gefärbten, verbleiten Kraftstoffen!) oder mittels eines Roßhaars, Borste od. dgl. vor­genommen werden; niemals darf hierzu ein spitzes Werkzeug (Nadel usw.) verwendet werden, da sich hierbei die Düsengrößen verändern. Beim Wiedereinsetzen der Düsen ist auf die richtige Reihenfolge zu achten.

Die Düsengrößen sind auf deren Vierkant eingeschlagen und müssen in der Reihenfolge

Leerlaufdüse 35,

Übergangsdüse 70,

Hauptdüse 60

eingesetzt werden, wobei die Leerlaufdüse 35 dem Schwimmergehäuse (2) am nächsten liegt.

Zur Reinigung des Schwimmergehäuses muß nach Lösen der Schlitz­schrauben (7) der Deckel (8) abgenommen werden. Nach Abziehen der Klemm­feder von der Schwimmernadel, die man mit Daumen und Zeigefinger etwas zusammendrückt, kann der Schwimmer nach oben aus dem Schwimmer­gehäuse (2) herausgenommen werden. Die Schwimmernadel läßt sich nach Lösen der unterhalb vom Schwimmergehäuse angebrachten Verschlußschraube nach unten herausnehmen. Das Schwimmergehäuse kann nun mit Waschbenzin ausgespült werden.

Bild 70 Zerlegen des Vergasers


Beim Zusammenbau ist darauf zu achten, daß . die Klemmfeder richtig in die Nute der Schwimmernadel einrastet. Gleichzeitig muß beim Aufsetzen des Deckels (8) darauf geachtet werden, daß die Schwimmernadel gut in den Deckel eingefädelt wird.

Eine Prüfung und Einregulierung des Leerlaufs darf nur bei betriebswarmem Motor vorgenommen werden. Zu diesem Zweck ist deshalb der Motor betriebs­warm zu fahren und anschließend abzustellen.

Nach Lockerung des Gasseilzugs ist die Motordrehzahl mit Hilfe der Gas­schieberanschlagschraube (12) bei geschlossenem Gasschieber und auf volle Spätzündung gestelltem Zündungshebel so einzuregulieren, daß der Motor langsam läuft. Anschließend erfolgt die Regulierung der Gemischzusammen­setzung mit Hilfe der Luftregulierungsschraube (13), die aus ihrer geschlossenen Stellung so weit herauszudrehen ist, daß der Motor schön gleichmäßig läuft (etwa 3 Umdrehungen).

Nach der Feineinstellung der Luftstellschraube ist der tote Gang im Seilzug auf 1/2 mm zu verringern.





5.028 Vergaser zerlegen und einstellen

Zur Überprüfung des Vergasers wird zunächst durch Lösen des Deckels für den Vergaserschieber die Verbindung des Vergasers mit dem Gasdrehgriff gelöst. Danach sind folgende Arbeiten auszuführen,

1. Kraftstoffhahn schließen und Schlauch vom Verteilerstück abziehen.

2. Lösen der Schraube für Luftfilterklemme und Abnehmen des Luftfilters.

3. Lösen der zwei Muttern am Vergaserflansch.

4. Abnehmen des Vergasers vom Zylinderkopf.

Zum Düsenwechsel ist ein völliges Zerlegen des Vergasers nicht erforderlich. Nach Lösen der zwei -Sechskantschrauben und Abziehen des Verbindungs­schlauches, der vom Kraftstoffbehälter zum Vergaser führt, kann der Düsen­stock nach unten herausgenommen werden. Die Düsen können mit dem Vier­kantschlüssel, der dem Bordwerkzeug beiliegt, herausgeschraubt werden [Bild 70]. Die Montage erfolgt in umgekehrter Reihenfolge.

Einstellen des Vergasers siehe unter 4.027.