Leidiges Thema Vergaser/ Schwimmerstand°

Käufliche und Selbstgebautes + Bordwerkzeug
Benutzeravatar
Ipenfix
Schrauber
Schrauber
Beiträge: 72
Registriert: 9. Oktober 2003, 12:29
Wohnort: Emsland Klein Berssen

Leidiges Thema Vergaser/ Schwimmerstand°

Beitrag von Ipenfix » 17. Oktober 2003, 13:59

Ich habe mir liebevoll eine R35 restauriert,Motor komplett überholt!
Die Maschine läuft auch gut,aber im Standgas pascht und zischt der Vergaser, der Motor geht aus.
Ich habe alles ausprobiert, Düsenreihenfolge 35,70,60 pascht der
Vergaser. Düsenreihenfolge 60,70,60 läuft im stand gut,aber zieht ab 50 kmh nicht mehr durch und die Kerze wird schwarz . Da ich
aber lieber eine braune Kerze haben möchte muß ich das Patschen
wohl in kauf nehmen! :(

Benutzeravatar
Daniel Dorn
Co- Admin
Co- Admin
Beiträge: 337
Registriert: 20. Januar 2003, 22:45
Wohnort: Bad Schmiedeberg
Kontaktdaten:

Beitrag von Daniel Dorn » 18. Oktober 2003, 13:07

Na das Thema hatten wir schon oft, also die Bedüsung ist von der Schwimmerkammer aus gesehen 35, 70, 60 das muss stimmen. Dazu kommt das der Schwimmer auf der tiefsten Stufe stehen muß. Meistens ist die Schwimmernadel eingelaufen dadurch bekommt der Motor ein zu fettes Gemisch und die Zündkerze wird dann immer Schwarz sein. Im schlimmsten Fall läuft der Sprit aus dem Luftfilter.

Abhilfe ist da, das Einschleifen der Nadel im Ventil. Am besten mit Elzterglanz, Autosol oder Zahnpasta, klingt komisch ist aber so... Dann sollte das eigendlich wieder funktionieren.

Dazu eine sauber eingestellte Zündung und schwupps ist die Zündkerze Braun.
Zuletzt geändert von Daniel Dorn am 29. August 2004, 19:08, insgesamt 1-mal geändert.

micteu
Schrauber
Schrauber
Beiträge: 123
Registriert: 15. Mai 2003, 10:41
Wohnort: Lohr

Gemischbildung

Beitrag von micteu » 21. Oktober 2003, 06:26

Hallo,

ich hatte das gleiche Problem. Neue Kerze alles ok, nach 20 KM schwarz und Motoraussetzer. Es war die Schwimmereinstellung und somit die Gemischbildung.

Normalerweise wird der Schwimmer so weit nach unten geschoben, bis der obere Schwimmerrand 14 mm bis zum oberen Vergasergehäuse misst.

Das Maß habe ich von einer BMW/EMW- Werkstatt. Die Probleme blieben jedoch. Da die Kerze immer noch verrußt war habe ich den Schwimmer immer in 1/2 mm Schritten weiter nach unten geschoben und somit das Gemisch magerer gemacht. Eine Einstellhilfe lässt sich einfach aus einem etwas dickeren Alublech und zwei Schrauben herstellen.

Bei mir zeigten 16 mm den besten Erfolg. Sie lief nie besser und das Kerzenbild ist braun wie es sein soll.

Gruß

Michael

Benutzeravatar
Ipenfix
Schrauber
Schrauber
Beiträge: 72
Registriert: 9. Oktober 2003, 12:29
Wohnort: Emsland Klein Berssen

Beitrag von Ipenfix » 21. Oktober 2003, 07:12

Kannst du mir das mit dem Alublech etwas genauer beschreiben :?: :idea:

micteu
Schrauber
Schrauber
Beiträge: 123
Registriert: 15. Mai 2003, 10:41
Wohnort: Lohr

Einstellhilfe Schwimmerabstand

Beitrag von micteu » 21. Oktober 2003, 08:50

Einfach einen Alustreifen aus dem Baumarkt, ca. 2 cm breit, 3 mm stark und der Länge nach so abgesägt, dass es sich bei abmontiertem Schwimmerdeckel am oberen Vergasergehäuse auflegen lässt. 2 Löcher so bohren, dass sie plus runden Schraubenköpfen (M5) innerhalb des Schwimmergehäuses liegen. Gewinde einschneiden. Schrauben eindrehen und Schwimmerabstand einstellen. Kontern und mit Schieblehre kontrollieren. Jetzt einfach den Alustreifen umdrehen Schwimmerstange hoch ziehen, festhalten (nicht verkanten) und mit den Schraubenköpfen den Schwimmer auf das eingestellte Maß herunterdrücken.

Perfektionisten oder Puristen mögen sich bitte mit Kommentaren zurückhalten. :D

Gruß

Michael

Takin Treiber
Aktivist
Aktivist
Beiträge: 423
Registriert: 7. Januar 2003, 21:52
Wohnort: Berlin

Beitrag von Takin Treiber » 21. Oktober 2003, 13:17

klingt interessant, habe aber wohl heute keinen guten tag, denn ich verstehe nur bahnhof !?! :oops:

Zeichnung?

lieber Micteu, bitte nicht abschrecken lassen, ich will nicht klugscheißern, sondern nur verstehen, was du meinst !

Benutzeravatar
Daniel Dorn
Co- Admin
Co- Admin
Beiträge: 337
Registriert: 20. Januar 2003, 22:45
Wohnort: Bad Schmiedeberg
Kontaktdaten:

Beitrag von Daniel Dorn » 21. Oktober 2003, 15:41

Dadurch das, das Nadelventil einläuft verändert sich natürlich die Durchflussmenge. Daher kommt das Problem. Habe das bei mir so gelöst ein schönes neues Nadelventil reingeschraubt und schwupps gings. :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

Benutzeravatar
Andrebiker
Dr. mot.
Dr. mot.
Beiträge: 1071
Registriert: 23. April 2003, 11:53
Wohnort: Kgr. Sachsen

Beitrag von Andrebiker » 22. Oktober 2003, 07:08

Daniel Dorn hat geschrieben:Denke ich auch wenn dann für alle.
Dadurch das, das Nadelventil einläuft verändert sich natürlich die Durchflussmenge. Daher kommt das Problem. Habe das bei mir so gelöst ein schönes neues Nadelventil reingeschraubt und schwupps gings. :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:
Na, na... Sicher verändert sich die Duchflußmenge, da der Ringspalt sich ändert. Aber mit der Menge des zulaufenden Kraftstoffs hat das nichts zu tun, denn die wird einzig und allein vom Schwimmer geregelt. Die Durchflußmenge am Schwimmerventil muß immer größer sein als der Kraftstoffbedarf des Motors bei Vollast, sonst würde die Schwimmerkammer leerlaufen, das Gemisch abmagern und der Motor überhitzen. Das heißt, das Ventil macht nur wenig auf, da ist der Ringsspalt uninteressant.
Ein eingelaufenes Schwimmerventil sorgt nur für einen höheren Schwimmerstand, nicht mehr und nicht weniger.

Benutzeravatar
Daniel Dorn
Co- Admin
Co- Admin
Beiträge: 337
Registriert: 20. Januar 2003, 22:45
Wohnort: Bad Schmiedeberg
Kontaktdaten:

Beitrag von Daniel Dorn » 22. Oktober 2003, 08:51

Du bist so Weise.
Habe ich was anderes behauptet! Fakt ist das der Kraftstoffstand im Schwimmergehäuse zu hoch ist. Da hilft nur neue Kerben in die Nadel Schnitzen oder Ventil einschleifen oder ein neues verbauen.

micteu
Schrauber
Schrauber
Beiträge: 123
Registriert: 15. Mai 2003, 10:41
Wohnort: Lohr

Beitrag von micteu » 22. Oktober 2003, 12:52

Wie gewünscht die Zeichnung für die Einstellhilfe der Schwimmereinstellung.

Bild

Wenn du ohne Einstellhilfe arbeitest, schiebst du den Schwimmer garantiert 10 mal hin und her, bis du die halbwegs richtige Position erreicht hast. Gerade zum Austesten der richtigen Gemischbildung mit unseren einfachen Schraubermitteln ist das zu ungenau, gerade wenn man sich wie ich 2 Jahre bereits mit verrußten Kerzen herumplagt und nun endlich auf die Schwimmerstellung als Fehlerquelle gekommen ist.

Mit dieser Einstelllehre stellst du den Schwimmerabstand an den Schrauben ein, fixierst diese mit den Kontermuttern. Der Schwimmerabstand ergibt sich aus der Höhe der Schraubenköpfe zum Aluträger (Kontermutterseite). Den Schwimmer etwas nach oben ziehen, damit er, falls zu tief, auch erfasst werden kann.

Werkzeug umdrehen. Aluträger auf den oberen Rand des Schwimmergehäuses legen, die Kontermuttern dürfen natürlich nicht am Vergaser aufliegen. Schwimmerstange bis zum Anschlag hochziehen, nicht verkanten. Einstellwerkzeug runterdrücken. Die Schraubenköpfe liegen nun am Schwimmer an und drücken ihn auf das eingestellte Maß.

Zwei Schrauben deshalb, um die Auflagefläche größer zu halten, um die Gefahr des Eindellens des Schwimmers kleiner zu machen.

Sollte ich mir wirklich mal was Vernünftiges habe einfallen lassen :-)

Gruß

Michael

Benutzeravatar
Gobi
Administrator
Administrator
Beiträge: 4012
Registriert: 5. Dezember 2002, 01:06
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Beitrag von Gobi » 22. Oktober 2003, 16:53

Einfach- aber genial, das Teil.
Allerdings bleibt die Frage, auf welche Höhes stellst Du ein?
Wenn du tot bist, dann bist du lange Zeit tot.
Burt Munro

micteu
Schrauber
Schrauber
Beiträge: 123
Registriert: 15. Mai 2003, 10:41
Wohnort: Lohr

Schwimmereinstellung

Beitrag von micteu » 22. Oktober 2003, 18:37

Hi,

wie schon beschrieben lautete die Werkstattangabe 14 mm Abstand oberer Rand des Vergasergehäuses zum Schwimmer.
Angabe gilt für geschlossenen Zulauf, d.h. hochgezogener Schwimmerstange. Verschleißbedingt muß das aber nicht für jeden Vergaser als ideal gelten. Bei meiner EMW haben sich 16 mm als für meinen Vergaser als am besten herausgestellt.

Gruß

Michael

Benutzeravatar
Ipenfix
Schrauber
Schrauber
Beiträge: 72
Registriert: 9. Oktober 2003, 12:29
Wohnort: Emsland Klein Berssen

Beitrag von Ipenfix » 23. Oktober 2003, 06:49

Moment mal ich denke das dieses patschen eher kommt weil der Motor zuwenig Sprit bekommt. :!: Außerdem wenn ein hoher Spritstand im Schwimmergehäuse ist müsste eigentlich mehr Benzin durchlaufen, weil der Druck höher ist. (Wassersäule) Ich habe dieses Patschen nur im Standgas oder wenn ich von niederiger Drehzahl hoch beschleunige. :shock: :shock: Also lasst euch bitte was einfallen !

Danke Ipenfix

Steffen
hält sich ran....
hält sich ran....
Beiträge: 18
Registriert: 29. August 2003, 21:03
Wohnort: Schwäbisch Gmünd

Schwimmerstand und Düsen (Kopie v. Brennraum&Kerze schw

Beitrag von Steffen » 3. November 2003, 13:58

Ölkohle (harte Kruste) oder Ruß (zum Nasen etc.schwärzen) muss sich doch unterscheiden lassen, wenn Du den Kopf schon unten hast?!?! Russ allein wäre eindeutig Vergaser!

Habe auch gerade eine Vergasertestreihe gefahren und folg. Erkenntnisse gewonnen:

1) Schwimmerstand ist nur bei kleinen Drehzahlen bis ca. 50 im 4.G. relevant, dann begrenzen die Düsen und der Pegel sinkt in selbigen weit unter den der Schwimmerkammer.
Also, fahre mal ein Stück flott voran, vorher saubere Kerze rein, dann sofort aus und Kerze angucken. Wenn jetzt immer noch rußig, dann ists NICHT der Schwimmerstand.

2) Düsen bei Verdichtung 6.5: 35-60-70.
Hast Du vielleicht schon den Zyl-Fuss etwas abgedreht? Seit ich die Verdichtung auf 6.5 habe, läuft sie mit schwarzer Kerze, bis ich jetzt eine 60er Übergangsdüse probiert habe und - Bingo, zieht besser, vibriert weniger, Kerze wie im Lehrbuch. Dafür dann dickere Hauptdüse: 80er für Topspeed (wenn man das so nennen kann) und 70er für bestes Drehmoment berghoch.

Alte Düsen können auch vom Sprit ausgewaschen sein, eine neue Übergangsdüse wäre also auch ein Versuch wert.

Steffen
hält sich ran....
hält sich ran....
Beiträge: 18
Registriert: 29. August 2003, 21:03
Wohnort: Schwäbisch Gmünd

Tropfen unterm Düsenstock

Beitrag von Steffen » 3. November 2003, 14:12

Habt Ihr auch immer Tropfen unterm Düsenstock??
Schwimmer im Stand dicht, aber wenn Motor läuft, dann nicht, vibriert halt zu doll. Nach einer längeren bergabfahrt ist dann Pfütze in der Senke am Kupplungshebel. Jetzt ist bei uns ein Bing-Schwimmer (nur 7g!) drinn, von Ulis Motorradladen, und die Sache ist besser, aber noch nicht weg...
(Schwimmerstand ist so, dass Bezin gute 5mm unter Oberkante Düsen steht, das ist glaub ich auch deutlich tiefer als original, geht vielleicht auch nur bei der höheren Verdichtung?)
Trotz Tropfen ist Kerze jetzt ok nach normaler Fahrt.

Bin gespannt, ob es bei wem nicht tropft...

Grüße
Steffen

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast