"Der Motor"

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"Der Motor"

Beitrag von Gobi » 13. April 2004, 21:50

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Habe heute die Kopie einer EMW Betriebszeitung erhalten und wollte Euch das Emblem nicht vorenthalten
Wenn du tot bist, dann bist du lange Zeit tot.
Burt Munro

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Beitrag von lappiator » 13. April 2004, 21:55

der inhalt ist vielleicht auch ganz interessant!

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Beitrag von Gobi » 13. April 2004, 22:09

Interessant schon, aber weniger für Motorradtechik....
Wenn interesse besteht, kann ich Teile ja mal veröffentlichen.
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Beitrag von lappiator » 13. April 2004, 22:11

naja ich dachte so an produktionszahlen und sowas alles.

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Beitrag von Gobi » 13. April 2004, 23:16

Eher an Produktionsschwierigkeiten:

Das ist im Plan nicht vorgesehen!
Unser Fünf jahrplan ist der Plan des Kampfes um die Erhaltung des Friedens, die Einheit Deutschlands. Seine Erfüllung bringt uns eine wesentliche Verbesserung unserer Lebenslage. Alle werktätigen Menschen vollbringen heroische Leistungen, um den Plan zu erfüllen. Sie fahren Sonderschichten, übererfüllen ihre Tagesnorm, sie sparen mit der Zeit, mit jedem Gramm und Pfennig, weil sie wissen, daß der Betrieb, der Staat, ihr -Eigentum ist. Sie wollen ihren Betrieb und ihren Staat wirtschaftlich, rentabel gestalten.
Durch diese Rentabilität wird das Volksvermögen gesteigert, das uns in Form von Lohnerhöhungen, Steuersenkungen, Wohnungsbauten und Preissenkungen wieder zugute kommt.
Wie tragen wir zur Planerfüllung bei? Wir haben unsere Pläne immer erfüllt, das III. Quartal 1952 wurde jedoch durch einige Materialschwierigkeiten nicht erfüllt. Wir können aber diese Schwierigkeiten z. T. beheben! Z. B. wird bei uns nicht sorgfältig mit dem wertvollen Material umgegangen. Betrachten wir uns einmal den anfallenden Ausschuß der einzelnen Abteilungen vom Januar bis August 1952 in DM umgerechnet:

Mechanischer Autobau: DM 416695.-

Mechanischer Motorradbau: DM 170394.-

Schmiede: DM 176243.-

Härterei: DM 36 082.-


Insgesamt: DM 799414.-

So sind bei den 4 genannten Abteilungen DM 799 414.- DM an Ausschuß angefallen. Nehmen wir die anderen Abteilungen, die nicht so hoch liegen, hinzu, ergibt sich eine sehr schöne Summe, die uns durch Ausschuß verlorengeht.
Aber nicht nur das Geld allein geht uns verloren, auch das wertvolle Material , Energie, Hilfs-Stoffe, wie Schmiermittel usw., und der Lohn.
Wenn uns diese Summe von DM 799 414.? zur Verfügung stände, könnten wir für unsere Kolleginnen und Kollegen sehr schöne Wohnungen bauen.
Im vergangenen Jahr betrug der Ausschuß 2,5 Millionen DM. Diese Summe hätte gereicht, um uns ein zweckentsprechendes Kulturhaus zu bauen, und zwar mit einem großen Saal, mit Clubräumen, Billard-Saal und Musikzimmer sowie Schulungsräumen und Restaurant.
Unsere Kollegen, die von außerhalb kommen, müssen mit Lastwagen fahren; ständen uns diese Summen zur Verfügung, könnten alle Linien mit Autobussen gefahren werden, so daß unsere auswärtigen Kollegen bequemer fahren würden.
Wenn wir unseren Betrieb wirtschaftlicher gestalten wollen, müssen wir den Ausschuß senken. Es wird dadurch wertvolles Material, Lohn und Energie gespart. Wie erreichen wir das? Durch die Qualifizierung der Kolleginnen und Kollegen, sorgfältige Bearbeitung des Materials, gute kameradschaftliche Hilfe der Qualifizierten gegenüber den weniger qualifizierten Kollegen, sowie ständige Kontrolle der Werkstücke.
Senken wir den Ausschuß, helfen wir, den Plan zu erfüllen, so tragen wir selbst zur Verbesserung unserer Lebenslage mit bei.
Durch Ausschuß gefährden wir den Plan und stärken die Feinde der Arbeiterklasse.
Entwickeln wir also den Sozialistischen Wettbewerb, mit dem wir es erreichen können, all diese Vorraussetzungen zur Planerfüllung zu schaffen.

Erich Asch



Aufruf zum Wettbewerb !
Die Kollegen der Abteilung 0161 (Personalabteilung) verpflichten sich, zu Ehren des Monats der DSF entsprechend der Berufe 2 Operativbrigaden zu bilden und dieselben in freiwilligem Arbeitseinsatz bei auftretenden Engpässen in der Produktion einzusetzen.
Wir rufen die Abteilung Arbeit auf, unserem Beispiel zu folgen.



Ist unser Plan wirklich in Gefahr?
In seinem Artikel "Unser Plan in Gefahr?", vom .10. Oktober 1952 im "Motor" Nr. 40, wies Genösse Schulze auf eine Reihe von Umständen, die in der Tat Anlaß zu dieser besorgten Frage geben. Wurde doch unser Plan im III. Quartal mit nur 81,4 Prozent erfüllt und wollen wir den gesamten Jahresplan erfüllen, müssen wir nicht nur das IV. Quartal erfüllen, sondern auch den nicht erfüllten Teil der vorhergegangenen Zeit. Tun wir das nicht, ist der Plan wirklich in Gefahr. Aber das Gesetz über den Fünfjahrplan besagt, daß die Pläne erfüllt werden müssen, d. h., daß von uns alles getan werden muß, um die Erfüllung des Planes zu garantieren. Da erhebt sich vor uns die Frage: Haben wir alles getan, um den Plan zu erfüllen, ist sich jeder seiner Verantwortung bewußt und klar darüber, daß die Planerfüllung eine der Voraussetzungen ist, den Sozialismus zu bauen, die Einheit Deutschlands zu erkämpfen und den Frieden zu sichern.
Tatsache ist, daß noch nicht alle diese Erkenntnis haben und sich um die Planerfüllung wenig Sorgen machen.

"Materialschwierigkeiten"
Oft werden 2 Argumente ins Feld geführt, um zu ?beweisen", daß man den Plan nicht oder nur sehr, sehr schwierig erfüllen kann. Das eine ist "Materialschwierigkeiten", das pfeifen schon die Spatzen auf der Hohen Sonne, das andere ist, daß die Belegschaft noch nicht über das nötige ideologische Bewußtsein verfügt, um mit Begeisterung an die Planerfüllung zu gehen. Das eine wie das andere Argument, so schön sie auch manchen in den Kram passen, um sich vor der Verantwortung zu drücken, entsprechen nicht voll und ganz den Tatsachen und führen 'in der Endkonsequenz zu Passivität. Schlendrian und Verantwortungslosigkeit.
In der Tat gibt es einige, die Planerfüllung hemmende Materialschwierigkeiten, die bedingt sind durch die allgemeinen Materialschwierigkeiten, wie z. B. Grauguß, Kupfer u. a Diese zu lösen, hängt nicht allein von unserem Einkauf ab, sondern können nur mit den uns übergeordneten Stellen zusammen gelöst werden. Diese Tatsache gibt aber niemandem das Recht, sich einzig und allein auf die Schwierigkeiten zu berufen, zumal wir im Werk einer ganzen Sack voll von Unzulänglichkeiten haben, die unter die Kategorie "Materialschwierigkeiten" fallen aber in Wirklichkeit mit Bürokratismus und Schlendrian bezeichnet werden müssen.
Was tut der Einkauf?
Unbestreitbar hat unser Einkauf und die anderen Stellen der Verwaltung Großes geleistet und manche scheinbar unüberwindliche Schwierigkeit gemeistert. Trotzen gibt es dort noch Unzulänglichkeiten. Es zeugt z. B. von keinen hohen Verantwortungsgefühl gegenüber der Belegschaft, wenn man sich erst einige Tage vor Beginn des neuen Planmonats mit dem hierzu benötigten Material beschäftigt. Heute müßte man schon einen fertigen Plan haben, welches und wieviel Material wird im November und Dezember gebraucht und welche Maßnahmen werden schon jetzt ergriffen, um es zu bekommen. Trotzdem der Einkauf schon mehrmals auf diesen Mißstand hingewiesen wurde und die Anweisung erhalten hat, bin ich gewiß, daß man es noch nicht gemacht hat. Die Folge ist, daß oft sogar das erreichbare Material zu spät kommt und am Monatsende geht es Hals über Kopf an die Planerfüllung. Und die weitere Folge statt Senkung der Selbstkosten ein Ansteigen und berechtigte Verärgerung in der Belegschaft. Die Kollegen des Einkaufs vom kaufm. Direktor Gen. Boecker angefangen bis hinunter zum letzten Einkäufer, vor allem aber unsere Genossen im Einkauf werden sich sehr schnell und ernstlich beschäftigen müssen, um neue Arbeitsmethoden im Einkauf zu entwickeln. D. h. die Materialbeschaffung muß so organisiert werden, daß Material schon zu Beginn des Monats vorhanden ist und die Produktion so organisiert werden kann, daß aus dem erreichbaren Material ein Vorlauf geschaffen werden kann und Zeit gewonnen wird, um sich auf die schwer zu beschaffenden Materialien konzentrieren zu können. Nur so können Wir einen einigermaßen richtigen Ablauf der Produktion erreichen und Voraussetzungen für einen sozialistischen Wettbewerb schaffen. Dabei muß aber der Einkauf konsequenter sein und Kollegen, die am unrichtigen Platz sind, durch bessere auswechseln. Es ist z. B. unverständlich, daß trotz Beschluß der Direktion Kollege Alisch, der schon manchen Fehler gemacht hat, noch nicht abberufen wurde.
Die Kollegen des Einkaufs wurden von der Schmiede zum sozialistischen Wettbewerb herausgefordert. Hier habt ihr ein großes Betätigungsfeld und die Schmiede und die ganze Belegschaft erwartet, daß ihr nicht zurücksteht!
Schlendrian und Unfähigkeit
Es gibt aber noch andere "Materialschwierigkeiten", die aber in Wirklichkeit Schlampereien oder Unfähigkeit in der Materialverwaltung sind. Sind es nicht Schildbürgerstreiche, wenn z. B. für Fertigung von Motorradrahmen Reste von den U-Platten zusammengesucht und geschweißt werden müssen, um das Programm zu erfüllen und dann kommt eine Kommission und beschlagnahmt einige Tonnen Blech als überplanmäßige Bestände, die für die Anfertigung von Motorradrahmen bestimmt waren? Oder ein anderes Beispiel. Die Schmiede , erhält einen Auftrag, derselbe wird vorbereitet und das nötige Material angefordert. Mit Staunen mußten die Kollegen der Schmiede feststellen, daß dieses Material ebenfalls von der bereits erwähnten Kommission als "überplanmäßige Materialbestände" beschlagnahmt wurden. Und solche grobe Verletzungen der Plandisziplin gibt es noch mehrere. Warum sind solche Schlampereien möglich? Weil erstens die Materialkartei nicht in Ordnung geführt wurde, zweitens weil die ausdrückliche Anweisung des Werkleiters Gen. Zimmermann und der Direktionsbesprechung, wonach für die Produktion eingeplantes Material sofort abverfügt werden muß, einfach nicht befolgt wurde. Die Belegschaft hat wohl ein Recht, zu verlangen, daß die Schuldigen sich wegen solcher verantwortungslosen Verstöße gegen die Gesetze der DDR öffentlich verantworten.
Mangelndes Bewußtsein?
Nun einiges zum zweiten Argument, demzufolge die Belegschaft noch nicht das richtige Bewußtsein hat, um mit sozialistischem Elan an die Planerfüllung heran zu gehen. Ein solches Argument ist nicht nur unsinnig, sondern vollkommen falsch, und die Betreffenden, die es gebrauchen, sind mit politischer Blindheit geschlagen. Sind denn unsere Arbeiter, Arbeiterinnen, Angestellte und Angehörige der technischen Intelligenz schlechter als in anderen Betrieben? Sind denn in unserem Werke die Bedingungen schlechter als in anderen? Nein und nochmals nein! Nur zu oft hat unsere .Belegschaft durch ihren Einsatz bewiesen, daß sie große Schwierigkeiten überwunden und die Pläne erfüllt hat. Zeigen denn nicht die Ergebnisse der Brigade Wagner (Karosseriebau), Lautenbach (Motorradbau), der Wettbewerb zwischen der Abteilung Eisinger und Gerstenberg, die Belegschaft in Technischen Abendschulen die qualifizieren, der einmütige Beschluß der Schmiede, den sozialistischen Wettbewerb zu organisieren, die Verbesserungsvorschläge der Gen. Scholze, Vollrath und vieler anderer, wie sich das neue Bewußtsein entwickelt hat und die Belegschaft sehr wohl versteht, wie und warum der Plan zu erfüllen sei. Aber nicht verstehen tut sie, wenn durch bürokratische Einstellungen und Maßnahmen diese Entwicklung gehemmt wird und wenig getan wird, diese Entwicklung der Masseninitiative zu fördern.
Es ist z. B. unverständlich, wenn in einer der letzten Direktionsbesprechungen der Arbeitsdirektor Genösse Völker, sich sinngemäß dahingehend äußerte, warum man sich solche Sorgen um die Planerfüllung mache, da doch andere VEB ihre Pläne auch nicht, wenn nicht sogar weniger erfüllen. Es sollte dem Genossen Völker doch bekannt sein, daß schlechte Beispiele für unsere Planerfüllung kein Maßstab sind. Maßgebend für uns ist das Gesetz, auch für Gen. Völker, das besagt, der Plan ist zu erfüllen und die Werksleitung und ihre Organe sind gesetzlich verpflichtet, alles zu tun, um die Erfüllung zu garantieren. Kann man von anderen verlangen, daß sie den Plan erfüllen, wenn man sich selbst damit tröstet, daß andere VEB ihre Pläne nicht erfüllen? Wie kann man da einen sozialistischen Wettbewerb organisieren, wenn man selbst davon nicht überzeugt ist? Was für einen schlechten Eindruck mußte eine solche Meinung des Gen. Völker auf die Kollegen machen, die keine Mitglieder unserer Partei sind, die aber als ehrliche Bürger der DDR all ihre Kräfte einsetzen, daß die Pläne erfüllt werden. Hier hinkt der Gen. Völker weit hinter der Entwicklung nach, weil er sich in seiner Arbeit nicht auf die Partei stützt.
Unsere Arbeiter ergreifen die Initiative
Was tut die Abteilung Arbeit?
Noch ein Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit. Die Brigade Lautenbach, Motorrad Mechan., beschloß, zu Ehren des III. Jahrestages der Deutschen Demokratischen Republik eine Sonderschicht zu fahren, um Planrückstände und Engpässe zu überwinden. Hierbei erzielte sie durch kollektive Zusammenarbeit einen Tagesausstoß von 240 Pleuel anstatt 70 und lieferte ein Beispiel, wie durch kameradschaftliche Zusammenarbeit Schwierigkeiten überwunden werden. Anstatt der Brigade bei dieser Aufgabe zu helfen, ihre Arbeitsmethode zu untersuchen, das Neue in der Arbeit festzustellen und zu fördern, verstieg sich Gen. Völker in der Direktionsbesprechung zu der sonderbaren Auffassung, wenn er nicht einen Tag vorher von einem solchen Vorhaben Bescheid erhalte, um die Sache zu organisieren, so interessiert ihn der Vorgang nicht. Also die Initiative der Arbeiter, die den Plan erfüllen wollen, interessieren den Gen. Völker nicht, weil die Brigade nicht eine mit Amtssiegel versehene Anmeldung einschickte. Aber sein TAN- Bearbeiter, Koll. Walter, hatte doch Kenntnis davon, denn er zahlte die Stückzahl der gefertigten Pleuel, sonst kümmerte er sich nicht weiter darum, und es bedurfte einer ¾ - stündigen Diskussion in der Direktionsbesprechung, bis Gen. Völker überzeugt war, daß das Ergebnis der Brigade auszuwerten ist. Wie heißt es doch in den Richtlinien zur Bildung der Abteilung "Arbeit" im Abschnitt "Grundsätze der Abteilung Arbeit":
" ... ist in allen Betrieben die Abteilung Arbeit zu bilden, die nicht nur mit rein technischen Mitteln, sondern auch unter sorgfältiger Beachtung der sozialen und kulturellen Belange der Werktätigen alle Maßnahmen zur Steigerung der Arbeitsproduktivität durchzuführen hat".
Weiter heißt es in den gleichen Richtlinien:
"Unterstützung bei der Durchführung und Auswertung der Wettbewerbe und Aktivistenbewegung." Ist das nicht klar und deutlich? Warum ein solch bürokratisches Verhalten? Sind denn die Richtlinien über die Tätigkeit der Abteilung "Arbeit" dem Gen. Völker und Koll. Walter nicht bekannt? Wenn ja, warum eine fruchtlose, zeitraubende Diskussion in der Direktionsbesprechung?
Nicht viel besser ist es mit dem Wettbewerb in der Schmiede. Auch hier behauptet Gen. Völker, nichts gewußt zu haben. Ja, weiß denn der Gen. Völker nicht, was seine Mitarbeiter tun? Erstatten sie ihm nicht Bericht und besprechen sie nicht die Aufgaben mit ihm? Hat der Kollege Hagedorn doch mehrere Besprechungen in der Schmiede mitgemacht und so viel ich weiß, hatte er sogar die Aufgabe, mit der BGL Richtlinien für den Wettbewerb auszuarbeiten. Also die Abteilung "Arbeit" hatte von all den Dingen Kenntnis, nur Gen. Völker als Leiter der Abteilung wußte nichts davon!
Die hier geübte Kritik zeigt uns deutlich, daß die Erfüllung unserer Pläne nicht allein nur von der Materialversorgung abhängt, sondern daß in unserem Werk nicht alles getan wurde und noch nicht getan wird, um eine Erfüllung zu sichern. Die Lehre daraus soll sein, daß wir bei uns im Werk, wenn Fehler und Schwierigkeiten auftauchen, die Ursachen zuerst bei uns selber suchen müssen, wir kritisch und selbstkritisch unsere Arbeit betrachten. Bevor ich über den Dreck anderer rede, muß ich zuerst meine Stube sauber haben und unsere Stube ist nicht ganz sauber. Abschließend kann also gesagt werden, der Plan ist nicht in Gefahr, die Möglichkeit besteht, ihn zu erfüllen. Voraussetzung ist, daß von uns alles getan wird. Die Hauptmethode dazu ist der sozialistische Wettbewerb, und unsere Aufgabe ist, alles Hemmende aus dem Wege zu räumen, um ihn zur vollen Entfaltung zu bringen. Es liegt aber auch an den Kollegen im Betriebe, mitzuhelfen, den sozialistischen Wettbewerb zu organisieren. Wird das getan, dann wird auch der Plan erfüllt.

Ernst Ressel, Kulturdirektor



Tja, Leute.... das war noch Kritik! :mrgreen:
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Beitrag von Thurisaz » 20. Januar 2005, 14:50

wenn man heute bedenkt, wie Recht sie doch hatten....

Wäre die politische Indoktrination nicht schon von Kindesbeinen an so penetrant mit "sozialismus" in jedem Satz bei gleichzeitiger Diskrepanz zur Realität gewesen,
hätte es vielleicht auch mehr Selbsteinsicht, Idealismus und Einsatzbereitschaft gegeben...
Aber ich glaube, es liegt eher an der Gleichgültigkeit und dem Egoismus des Einzelnen, sobald er sich in der Masse befindet, das ist heute nicht anders als damals.

Es wurde ja auch mal experimentell bestätigt....

Versuchsanordnung:

Tauziehen an einem Kraftmessgerät.
Erst jeder einzeln und dann eine ganze Gruppe auf einmal...
Dabei kam heraus, daß Jeder Einzelne nur noch etwa die Hälfte von dem leistet, was er als Einzelner geleistet hätte....

So liegt die Wirtschaftskrise schon in der Natur des Menschen...."Der Andere wirds schon machen"
Es ist der Tag nicht mehr fern, ab dem ihr mich anbeten werdet und "Heiland" oder auch "McGyver´s Lehrmeister" nennen dürft....*grins*

http://www.grisobrush.ch

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