Junkies kleine Felgenkunde

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lappiator
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Re: Junkies kleine Felgenkunde

Beitrag von lappiator » 22. Januar 2010, 22:31

ganz schön spekulativ. hau mal in einen flachstahl so eine sicke rein, kriegst du danach nicht mehr gebogen! warum solls also nicht der festigkeit dienen?

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Paul R 35
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Re: Junkies kleine Felgenkunde

Beitrag von Paul R 35 » 22. Januar 2010, 23:05

Dass man mit Siken etwas versteifen kann ist mir auch bekannt, nur so wie sie in dem Felgenbett angeordnet sind, kann ich keinen Sinn erkennen. In der Richtung wie sie als Verstärkung wirken werden verbiegt sich die Felge nie, wer drückt schon das Felgenbett zusammen? Bis es so weit kommt sind doch die Felgenränder längst hoffnungslos verbogen.

Deshalb möchte ich auch das Zitat zu den Siken aus dem von single action erwähnten BMW-Handbuch

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Re: Junkies kleine Felgenkunde

Beitrag von EMW-Junkie » 23. Januar 2010, 18:03

Die Sicken sollen ursprünglich das Verrutschen auf der Fege verhindern. Das steht auch so im Trzebiatowsky , wenn ich mich recht entsinne.
Heutzutage würde wahrscheinlich auf der Felge "Burnout-proof" stehen. :pat: :rollo: :banane:
Ich kenne das nur so, dass der Schriftzug innen ein gestempelt ist.
Die abgebildete Felge wird wahrscheinlich steinalt sein... Sieht aber natürlich völlig cool aus :shock: :top: .
BildOldis fahren und daran schrauben macht süchtig!Bild

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Re: Junkies kleine Felgenkunde

Beitrag von altblechfranz » 23. Januar 2010, 19:40

genau so ist das, in den heutigen endurofelgen sind zu diesem zweck meisst 1 oder 2 weitere "ventillöcher", durch diese dann das gewindeende eines kunststoff-teil´s steckt, das mit einer mutter verspannt wird. so wird der mantel "bournout"-sicher zwischen felge und Kunstoffteil eingespannt.
das kunstoffteil hat natürlich auch einen richtigen namen... ;)

das ding heißt reifenklemme

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Re: Junkies kleine Felgenkunde

Beitrag von Danny » 27. Januar 2010, 21:15

Hab mal Fotos von meiner Felge gemacht.Die Felgen heißen zwar Kronprinz Sicherheitsfelge aber ich hab mich auch schon immer gefragt wie die Sicken das abspringen des Reifen verhindern sollen?
Bild

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Re: Junkies kleine Felgenkunde

Beitrag von single action » 28. Januar 2010, 10:16

Die Felgen sind immer genau gegenüber dem Ventil gesickt.
Nun gab es früher und im Endurosport noch immer sogenannte Reifenhalter. Die sorgen dafür,daß der Reifen nicht nur per Luftdruck auf der Felge bleibt,sondern zusätzlich mechanisch gehalten wird.
Das Ventil mit dem Schlauchgummi drumm aggiert wie ein Reifenhalter. Wer schonmal versucht hat einen Reifenmantel auf der Ventilseite beginnend abzuziehen,weiß daß das nur schwer möglich ist.
Die Sicken machen die Felge nun teilweise zur Flachfelge und verhinder so das Abspringen des Mantels.
Es ist natürlich nicht für Höchsttemposicherheit gedacht,aber man legt sich bei Stadttempo nicht gleich auf die Schnauze in der Kurve,falls man mal Luft verlieren sollte.
Ich habe nur Kronprinzfelgen an meinen BMWs. Allen Zweiflern empfehle ich mal den Reifenwechsel auf einer Kronprinzfelge. Da muss man schon überlegen,wo man anfängt und wie man den Reifenmantel zusammendrückt,damit er runter geht.
Mit Übung bekommt man es fast so schnell hin,wie bei normalen Felgen.
Im Westen gab es die Kronprinzfelgen in der Ausführung noch bis Mitte 1950er.
Einfach mal etwas übern Tellerrand schauen und nicht immer nur ein Loblied auf EMWs & Co singen und alles andere womöglich für Blödsinn abtun.
Gruß!

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Re: Junkies kleine Felgenkunde

Beitrag von Gobi » 28. Januar 2010, 15:38

Ich habe z.B. eben ein BMW R25/2 Hinterrad bekommen, das hat auch diese Sicken. Stimmt also, daß das in den 50ern immer noch gemacht wurde - Grüße vom Tellerrand! :mrgreen:
Wenn du tot bist, dann bist du lange Zeit tot.
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Re: Junkies kleine Felgenkunde

Beitrag von single action » 28. Januar 2010, 16:21

Eben, anhand meines Fuhrparks aus Vor- und Nachkriegs-BMWs kann ich zumindest sicher belegen,daß es bei BMW diese Sicherheitsfelgen für min. 20Jahre gab.
Gruß!

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Re: Junkies kleine Felgenkunde

Beitrag von Paul R 35 » 29. Januar 2010, 13:30

single action hat geschrieben:Die Felgen sind immer genau gegenüber dem Ventil gesickt.
Nun gab es früher und im Endurosport noch immer sogenannte Reifenhalter. Die sorgen dafür,daß der Reifen nicht nur per Luftdruck auf der Felge bleibt,sondern zusätzlich mechanisch gehalten wird.
Das Ventil mit dem Schlauchgummi drumm aggiert wie ein Reifenhalter. Wer schonmal versucht hat einen Reifenmantel auf der Ventilseite beginnend abzuziehen,weiß daß das nur schwer möglich ist.
Die Sicken machen die Felge nun teilweise zur Flachfelge und verhinder so das Abspringen des Mantels.
Es ist natürlich nicht für Höchsttemposicherheit gedacht,aber man legt sich bei Stadttempo nicht gleich auf die Schnauze in der Kurve,falls man mal Luft verlieren sollte.
Ich habe nur Kronprinzfelgen an meinen BMWs. Allen Zweiflern empfehle ich mal den Reifenwechsel auf einer Kronprinzfelge. Da muss man schon überlegen,wo man anfängt und wie man den Reifenmantel zusammendrückt,damit er runter geht.
Mit Übung bekommt man es fast so schnell hin,wie bei normalen Felgen.
Im Westen gab es die Kronprinzfelgen in der Ausführung noch bis Mitte 1950er.
Das leuchtet mir alles ein, ich hatte mich nur früher mit diesen Sicken eben nicht beschäftigt, weil es sie an meiner Maschine einfach nicht gibt.
single action hat geschrieben:Einfach mal etwas übern Tellerrand schauen und nicht immer nur ein Loblied auf EMWs & Co singen und alles andere womöglich für Blödsinn abtun.
Gruß!
Na ja, Loblieder habe ich z. B. keine, in welche Richtung auch immer, gesungen. Aber der Auszug aus dem erwähnten BMW Handbuch mit der Beschreibung der Sicken würde mich doch sehr interessieren. Es hat nichts mit Zweifeln an Deiner Behauptung zu tun, ich sammle einfach gerne solche Informationen. Und hier in diesem Thema würde es nach meiner Meinung auch nicht fehl am Platz sein. Oder nenne wenigsten de Daten von dem Buch.

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Re: Junkies kleine Felgenkunde

Beitrag von hans_stramm » 29. Januar 2010, 14:03

single action hat geschrieben:Allen Zweiflern empfehle ich mal den Reifenwechsel auf einer Kronprinzfelge. Da muss man schon überlegen,wo man anfängt und wie man den Reifenmantel zusammendrückt,damit er runter geht.
Gruß!
Stimmt! Reifenwechsel auf einer Kronprinzfelge ist immer ein totales Theater! Hab ich noch nie ohne
Kratzer am Lack hinbekommen. Selbst die Reifenprofis mit einer Maschine tun sich da schwer.

zum Thema Tellerrand: Ich bin immer froh wenn Leute ihr Fachwissen erklären können.

Noch ne Frage:
wie bekommt man den Rost aus den Kronprinzfelgen (in den Hohlräumen) wenn man die Löcher an den
Innenseiten nicht findet???

Gruß Hans_Stramm

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Re: Junkies kleine Felgenkunde

Beitrag von Paul R 35 » 29. Januar 2010, 14:38

hans_stramm hat geschrieben:
single action hat geschrieben:...zum Thema Tellerrand: Ich bin immer froh wenn Leute ihr Fachwissen erklären können.
Ich genau so, dazu ist das Forum ja eigentlich auch da :idea:

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Re: Junkies kleine Felgenkunde

Beitrag von BeNZin68 » 23. März 2012, 20:45

[quote="EMW-Junkie"]Ich habe mal Fotos gemacht, damit vielleicht klarer wird, welche Felge eigentlich zu welchem Baujahr gehört.

Bild

So, 1 ist die legendäre Kronprinzfelge, "An den 5 Sicken sollst Du sie erkennen". :mrgreen:

"Kronprinz Sicherheitsfelge" ist im Bereich der Sicken (gegenüber des Ventils) eingestanzt.

Gehört für mich (u.a.) an die Vorkriegs-BMW.

2 Das "Dachrinnenprofil" gehört für mich zu den Baujahren 45 bis vielleicht so 54. Diese Felgen wurden natürlich auch bei AWO, BK und Co verbaut. Innen ist im Bereich des Ventils "IFA 52" eingestanzt. Zuerst habe ich geglaubt, die 52 müsse das Baujahr sein. Da ich aber dort noch nie eine andere Zahl, als eine 52 gesehen habe, hat das wohl eine andere Bewandnis...

Ausserdem steht dort die Felgengröße 19x2,15.

3 Das Ende der Stahlfelge :cry: . Wahrscheinlich ab 54/55 verbaut,- natürlich auch wieder bei allen Ostmoppeds mit 19"-Rädern. Im Profil wieder wie die Kronprinzfelge. Komischerweise habe ich davon überhaupt nur eine Einzige, und die ist wohl entweder für einen Seitenwagen oder für die BK (ist für ne symmetrische Nabe).



Meine EMW ist Baujahr 1955 und hat auch die "Halbhorn"- oder "Regenrinnen"-Felgen. glaube kaum, das die schon mal jemand ausgewechselt hat. Auf jeden Fall finde ich die vom Aussehen am schönsten.
Noch ein neues Moped? - Na klar! Ich bin dabei!
Delischrott wegwerfen? - Nö nö....immer her damit!

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Re: Junkies kleine Felgenkunde

Beitrag von schraubkruemmer » 24. März 2012, 16:54

Hallo,

zu 2. noch: " Dachrinnenprofil " kann man auch Halbhornfelge nennen - die frühen AWO"s hatten die auch noch verbaut - bis 1956 glaube ich, dann alle Felgen Vollhorn. Später dann aus Aluminium.

Grüße Tobias
"The difference between men and boys is the size of their toys."
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Re: Junkies kleine Felgenkunde

Beitrag von book5 » 21. Februar 2013, 18:34

Hallo Jungs und Mädels!
Hier mal nen Foto wie der Aufdruck auch aussehen kann
Bild
so sah es noch in den 30er Jahren aus.Sollte nur mal eine INFO sein
Roland

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Re: Junkies kleine Felgenkunde

Beitrag von emw78 » 29. Juli 2013, 20:45

book5 hat geschrieben:Hallo Jungs und Mädels!
Hier mal nen Foto wie der Aufdruck auch aussehen kann
Bild
so sah es noch in den 30er Jahren aus.Sollte nur mal eine INFO sein
Roland

Auf einer meiner beiden Felgen habe ich auch außen diese Gravur gefunden.
Gab es unterschiede betreffend der Gravuren innen und außen bzgl Baujahre?

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