Radlager wechseln °

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rufus

Radlager wechseln °

Beitrag von rufus » 16. Oktober 2003, 19:53

Hallo Leute
Ich habe in der EMW Betriebsanleitung gelesen, dass die Lager "mit einer Spezialabziehvorrichtung" aus der Nabe herausgezogen werden. Leider ist keine Abbildung von diesem Teil zu sehen. Hat dass schon mal einer von Euch selbst gemacht und kann mir einen Tip - idealerweise eine Skizze - geben?
Ich danke Euch
Rufus

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Beitrag von Gobi » 17. Oktober 2003, 00:02

Ich weiß es jetzt nicht bestimmt, aber lade Dir doch mal die Werkstattblätter in den "Downloads" runter, da dürfte was dabi sein...
Andererseits, was soll daran so speziel sein?
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Beitrag von Thomas M » 17. Oktober 2003, 07:40

Hallo,

ich habe die Radlager schon aus der Narbe gezogen. In den Werkstattblättern findest Du glaube ich aber dazu nichts.
Für das Ausziehen habe ich mich auf die Suche nach einem kleinem Abzieher mit 2 Armen gemacht. Ich versuche diesen mal zu beschreiben, leider habe ich kein Bild. Vieleicht geht es auch einfacher. Mit dem Abzieher ging es aber ohne Probleme und Beschädigungen ganz wie von selbst.
Die Greifer and den zwei Armen sind unten ganz kurz, flach und zeigen nach außen. Die Arme sind aber nur unten gerade, die obere Hälfte jedes Armes ist im flache Winkel abgewinkelt.
Das ist notwendig um mitteles Gewindestange einen Zylinder zwischen den abegwinkelten Armen nach unten zu bewegen. Dadaurch werden die Greifer vorsichtig in den Spalt, meist ist es aber nur eine Rille-> da alles total aufeinanderliegt, getrieben. Dadurch bekommt man dan die Greifer unter die Lager. Ist das geschafft wird der Abzieher oben mit einem zweiten Aufsatz gekoppelt.
Dieser besteht aus zwei Armen die auf der Narbe außen aufliegen.
Desweiteren ist der Aufsatz mit dem kleinen Abzieher dann so gekoppelt, dass dieser kleine Abzieher über eine zweite Gewindestange nach obe gezogen wird. Das ganze ist so dimensioniert, dass die Lager auf jeden Fall rausgezogen werden können.
So einen Abzieher habe ich bei verschiedenen KFZ-Werkstätten versucht aufzutreiben, egal ob VW... oder Krauter keiner konnte mit so was dienen.
Ich war dannbei einem befereundeteten KFZ-Meister in der Werksatt-> Bootsmotorenfirma.
Dieser hatte genau so ein Ding. Für Bootsmotoren brauchen Sie diesen Typ Abzieher häufig. Daher kommt auch die Beschreibung. Das Gerät ist käuflich, aber preislich jenseits von gut und böse. Nachbau ist aber für einen handwerklich nicht all zu unfähigen Mann kein Problem, da kann man auch bestimmt was vereinfachen.
Ich hoffe das hilft Dir ein wenig.

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Beitrag von Daniel Dorn » 17. Oktober 2003, 08:28

So´n Aufwand. Das ist eigendlich ganz einfach. Rad ausbauen, die Staubkappen ab, Vorsicht nicht verbiegen sonst halten die nacher nicht mehr, die Filzringe heraus und dann ein dünnen Durchschlag nehmen und von der einen zur anderen Seite gleichmäßig heraus schlagen, die Kugellager sitzen nicht sooo straff dadrin das man da unnotige Vorrichtungen bauen muß.

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Beitrag von Thomas M » 17. Oktober 2003, 09:46

Na, ja der Möglichkeiten gibt es viele, das habe ich auch angemerkt.
Ich bin kein Freund von roher Gewalt. Das Problem war bei mir
in der Vorderradnarbe, dass alles wirklich alles fest aufeinander saß und ich Angst hatte mehr kaputt zu machen. Da mein Bekannter so ein Ding hatte, konnte ich mir so die Arbeit leicht machen. Mein Fazit war dann so ein Abzieher ist das Beste. Aber wie gesagt ich denke, dass es auch so geht wie Du meinst, hängt halt von der Sachlage ab.

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Beitrag von der lange » 19. April 2004, 21:46

so.
da mein vorderrad aufgebockt im standgas etwa 0,5cm hin und her gewackelt hat, hab ich meine radlager auch mal ausgebaut. da waren "c3-lager" drinn!wahrscheinlich alte kw-lager vom simson s50. super!
nun mein diesbezügliches problem.-eines saß schön stramm drinn und das andere fiel so zu sagen von selbst raus.
ich hatte nun eigendlich vor, den lagersitz "aufzukörnern". aber wahrscheinlich lauf ich irgendwann doch noch mal "dr.mot." übern weg und den tag möchte ich doch gern unverletzt überleben. :banane:
also kann ich das neue lager mit schraubensicherungslack einkleben, oder gibts noch andere preiswerte methoden?

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Beitrag von Gobi » 19. April 2004, 22:08

Das mit dem Körner hört sich mal auf! :mrgreen: Das bringt nichts und geht bei Lagern sowieso nicht.
Pfuschlösung wäre (falls so viel Luft da ist) Bierdosenblech, wenns wenig ist gibts extra Lagerkleber, na ja schön ist das alles nicht ..... kann aber erstmal reichen.
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Beitrag von Daniel Dorn » 20. April 2004, 05:17

Und aus Erfahrung weiss ich das Schraubensicherung nicht funktioniert. Was aber gehen müsste ist Gobi´s Variante + UHU Alleskleber. Diese Verbindung bekommt man später auch wieder auseinander.

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Beitrag von Andrebiker » 20. April 2004, 06:12

der lange hat geschrieben:ich hatte nun eigendlich vor, den lagersitz "aufzukörnern". aber wahrscheinlich lauf ich irgendwann doch noch mal "dr.mot." übern weg und den tag möchte ich doch gern unverletzt überleben.
Hähä. Der Dr.mot wird Dich auch aufkörnern :mrgreen: .
Jetzt paß mal auf! Ein Lager muß fest sein; das ist das Festlager. Das zweite muß einen leichtgängigen Sitz haben, wegen der Wärmedehnung; das ist das Loslager. Also alles in Butter, mein alles aufkörnernder Langer :mrgreen: !

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Beitrag von der lange » 20. April 2004, 17:34

wärmeausdehnung?
dann bin ich ja total entspannt wegen dem lagersitz.
aber die c-3 lager waren doch wohl hoffentlich dort falsch am platz,oder?
der lange(körnt so schnell nichts mehr)

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Beitrag von Gobi » 20. April 2004, 17:43

KÖRNE NIE ZUM SCHERZ, DENN SIE FÜHLT WIE DU DEN SCHMERZ! :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:
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Lagerauszieher selbst gebaut

Beitrag von krs » 21. April 2004, 19:08

Ich habe heute auch meine Radlager rausgezogen. Mit nem selbstgebastelten Auszieher. Ganz simpel. Aus dem gut sortierten Fachhandel einen Messing-Spreizdübel besorgt. Idiotischerweise werden die nicht nach Außendurchmesser gemessen, sondern nach dem Gewindemaß innen. Der 12er Dübel hat ca. 15 mm Außenmaß. Und der spreizt sich bestimmt bis 18 mm auf...
Kleine Stütze aus nem Stück Flacheisen und zwei 10er Schrauben rechts und links, in der Mitte ein Loch mit M12 Gewinde. Lange 12er Schraube durch. Dann Dübel ins Lager, mit ner Wasserpumpenzange festgehalten und die Schraube reingedreht. Dann spreitzt sich der Dübel bis er fest ist und man kann mit der 12 er Schraube das Lager nebst Kappe usw völlig easy rausziehen. Ohne kloppen und verbiegen. So'n Dübel kostet nich mal nen Euro und ein Flacheisen mit ein paar Schrauben hat jeder...
Ich denke das Ding kann man woanders auch gebrauchen, nicht nur bei Radlagern. Das müßte auch bei Gehäusehälften gehen...
Gruß an alle. Stefan :top:

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Re: Radlager wechseln °

Beitrag von olditom » 1. Januar 2011, 13:36

Beim Stöbern im Forum bin ich u.a. auf diesen schon etwas älteren Beitrag gestossen, eine wirklich tolle Idee, die Radlager mit einem Messing Spreizdübel aus deren Sitz zu ziehen !!

Anstatt des Zweiarm Abziehers habe ich mir aus einer Gewindestange und einem alten KTM Hupzapfen einen Schlagabzieher gebaut, hat auch super funktiuoniert.
lg
Tom

http://i270.photobucket.com/albums/jj10 ... zieher.jpg

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Re:

Beitrag von dermeisel » 28. November 2016, 10:04

Andrebiker hat geschrieben:...Ein Lager muß fest sein; das ist das Festlager. Das zweite muß einen leichtgängigen Sitz haben, wegen der Wärmedehnung; das ist das Loslager. ...
...es ist also richtig, dass im Hinterrad, wenn zwei Lager verbaut sind, das Lager auf der Kardanseite fest sitzt, wogegen das Lager in Fahrtrichtung links mit dem Finger gezogen werden kann?

Gruß Uwe
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Re: Radlager wechseln °

Beitrag von littleego » 29. November 2016, 13:28

Hallo Uwe,

das glaube ich nicht bzw. kenne es von meinem Motorrad anders. Das Lager in der Radnabe ist eigentlich ein Doppelschräglager 3303. Manchmal findet man hier allerdings auch andere alternative Lösungen mit 2x 6303 etc. Dieses Lager sitzt eigentlich als Festsitz in der Nabe und muss gezogen werden. Dadurch das das aber konstruktiv eine Schwachstelle ist, ist dieses Lager sehr oft verschlissen und ersetzt worden. Dementsprechend wird der Lagersitz ausgelutscht sein, so das das Lager mit dem "Finger" gezogen werden kann. Sitzt dieses Lager nicht richtig fest. dann hast du automatisch ein Spiel im Hinterrad welches auf Dauer den Lagersitz noch weiter schwächt. Bei mir konnte ich das Lager auch mehr oder weniger mit dem Finger ziehen. Es saß aber noch spielfrei. Damit es sich aber nicht dreht und den Sitz weiter schädigt, habe ich es mit Loctite (Fügen Welle Nabe) "eingeklebt". Das Ganze bekommt man mit Erwärmen und einem Abzieher dann wieder problemlos raus. Wenn es schlimmer wird, dann muss ich mir was einfallen lassen.

Grüße
Kai

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