Schwer- / Leichtgängikeit des Gaszuges

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dedde
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Schwer- / Leichtgängikeit des Gaszuges

Beitrag von dedde » 19. Juni 2012, 21:43

Liebe Kollegen,
lange war ich nicht im Forum, habe lauter rote Punkte auf dem Bilschirm und auch im Gesicht - einfach so viel um die Ohren,
dass sogar das Fahren meiner EMW zu kurz kommt. Und wenn es denn mal klappt, dann gibt es einen Überraschungsregen, Hunde, Katzen usw.
ohne Unterlass ... . Folge: das Griffgummi dreht plötzlich mit, Gasgeben funktioniert nur noch "direkt" mit sachtem Griff an den Bowdenzug des
Vergasers - mühsam beim Schalten - Reststrecke ca.80km.
Nun meine Frage: Wie leicht/schwer soll denn die Betätigung de Gaszuges im Normalfall sein? Das Innenleben des Schlitzlenkers ist m.W. i.O. das war es vor dem Regen auch
und ist ausreichend gefettet. Er war aber im Vergleich zur BDG 250, gleiches Prinzip, schon immer deutlich schwerer zu betätigen.

Die Feder des Schiebers ist ziemlich hart, ich habe da zwei unterschiedliche Ausführungen, beide recht kräftig und mal bei EMW (Mopped / Traktor) eingebaut gewesen,
die Drahtstärke ist gleich, Anzahl der Windungen nicht. Müssen die Dinger so kräftig sein? Oder sind Gaszüge der EMW grundsätzlich schwergängiger?
Wie ist es bei euch? Was könnte hier evt. verkehrt sein?

Danke schon mal für eure Anworten :hüpf2:
Grüße Ute

Das was "verkehrt" war hab ich nun geändert - ich habe beim Fahren NICHT Gas mit Bremse verwechselt - ich bin nur leider jetzt in der falschen Rubik!
Werte Admins, mögt ihr das in Ordnung bringen und das ganze verschieben? danke :top:
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Re: Schwer- / Leichtgängikeit des Gaszuges

Beitrag von emw-ute » 25. Juni 2012, 12:42

Hallo Ute,

im Grunde genommen hast Du es schon angesprochen:

- die Feder hat einen ganz wesentlichen Anteil an der Chose.

Weiterhin wirken mit:
- Ovalität des Vergasergehäuses: wird mit der Zeit oval, und wenn man dann den Schieber "verkehrt" einbaut, nimmt die Reibung zu.
- Länge, Verlegeradius und Schmierung des Gaszugs.

Zurück zur Feder: deren Aufgabe besteht ja nur drin, den Schieber bei Loslassen des Gasgriffs wieder rückzuführen. Dies muss zügig geschehen, aber nicht geschossgeschwindigkeitsartig.

Du schriebst, dass Du Federn hast, die am Traktor verbaut waren (?). Das lässt natürlich Rückschlüsse zu (Gaspedalbetätigung/Fußkraft ?).
Auch weißt Du ja, dass im Notfall verbaut wurde, was gerade zur Hand war, wenn's nur irgendwie wieder funzte.

Konkret kann ich sagen, dass mich das Drehen des Gasgriffs an der R35 nicht schwerer vorkommt, als an der DKW RT125/2, allenfalls geringer Unterschied. Wesentlich schwerer dreht es sich an der R50 (klar: 2 Vergaser und Federn).

Fazit: ich würde mal eine Originalnachbaufeder testen....und das Griffgummi festkleben oder ersetzen (rutschendes Gummi stelle ich mir bei Billignachbau vor).

Gruß

klaus
2 Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Beim Universum bin ich mir allerdings noch nicht sicher (Einstein).

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Re: Schwer- / Leichtgängikeit des Gaszuges

Beitrag von dedde » 25. Juni 2012, 18:28

Hallo Klaus,
schön von dir/euch zu lesen! Gerade habe ich mal den Schieber kontrolliert, er lässt sich ohne Widerstand im Vergasergehäuse drehen.
Die Einbaurichtung ist es daher wohl nicht. Das Griffgummi hat Volker neulich schon eingeklebt, es reibt auch nicht zu arg am Stopfen - das
merkt man am "Freilauf" - ehe die Feder arbeitet kann ich den Drehgriff nämlich um ca. 1/4 betätigen.
Die Feder selbst: meine Traktor-Ersatzfeder stammt aus einem vollständigen EMW-Motor, den wir aus Thüringen mitgebracht haben.
Sie muss aber doch so stark sein, dass sie den Schieber und auch den Gasdrehgriff zurück in die Grundstellung bringt. Anders sieht es doch
der Tüv nicht gern, allerdings würde es mich nicht stören, wenn ich freihändig mit "stehendem Gas" fahren könnte.
Dann wäre wirklich nur eine schwache Feder nötig.
Beste Grüße aus dem Norden
Ute
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Re: Schwer- / Leichtgängikeit des Gaszuges

Beitrag von papi01 » 25. Juni 2012, 18:49

Hallo Ute. So richtig verstehe ich Eure ganze Diskussion nicht. Die Feder muss den Rundschieber in die Grundstellung zurückdrücken, aber doch nur, wenn Du auch den Gasdrehgriff zurückdrehst. Sonst könntest Du ja den Gasdrehgriff niemals los lassen, weil das Gas dann immer in die Leerlaufstellung ginge. Du musst ja mit der rechten Hand auch mal anzeigen können, ohne daß das Gas zurückgeht.Du musst also auch freihändig fahren können, ohne daß Du mangels Geschwindigkeit unfreiwillig absteigen musst.
Aus der Oberlausitz grüßt der Hans

Und wenn sich der Gasdrehgriff schwer drehen lässt, dann sieh doch mal, ob die Bremse nicht zu stark angezogen ist.(Madenschraube etwas nach links drehen)

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Re: Schwer- / Leichtgängikeit des Gaszuges

Beitrag von dedde » 25. Juni 2012, 21:26

Hallo Papi1,
hast recht, es ist auch ein recht "luxuriöses" Problem, wenn sonst alles einigermaßen funkt. Ich habe nur nach meiner letzten Regenfahrt oben beschriebenes Problem gehabt
und keine Vergleichsmöglichkeit hinsichtlich des Gaszuges.
Irgendwie "blinke" ich natürlich auch rechts, das Gas ist dann wohl nicht völlig weg, vielleicht gehts deshalb. Ich habe noch nie darüber nachgedacht ....
Die kleine Feder im Griff ist nicht zu fest, das ist auch schon nachgesehen.
Interessant ist für mich nun, dass du das Gas "stehenlassen" kannst - das würde ich auch gern so haben, trotz TÜV!
Deshalb kommt nun ein Foto:

Bild

diese Federn habe ich, sie ließen mich bisher glauben , dass alles so etwa seine Ordnung hat.
Ein Blick in die ET-Liste: keine Feder, aber auch kein Schieber, d.h. kein zerlegter Vergaser, soweit ich das ohne Brille sehen kann.
Welche Feder sind im Original verbaut, oder sollte hinein, wenn sie nur den Schieber in die Grundstellung bringen soll.
Im Moment hat die Emme eine Buckel-V.-Feder aus dessen Bremszylinder, weicher zwar - aber immer noch zu hart.

Viele Grüße
Ute
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Re: Schwer- / Leichtgängikeit des Gaszuges

Beitrag von emw-ute » 26. Juni 2012, 09:54

Ich habe an der hauseigenen EMW den Gasgriff getauscht, da mir das Westprodukt (ebenfalls 50er Jahre) wartungs- und reparaturfreundlicher erschien. Nun habe ich zwar das Original nicht gerade vor mir liegen, aber:

ich kenne es so, dass man die Reibung des Griffs in gewisser Weise einstellen kann, also : abbremsen kann (meist durch eine kleine Madenschraube, es klang oben schon an), damit man eben auch mal "rechtsblinken" kann.
Das funktioniert aber nur zufriedenstellend, wenn die Feder des Schiebers selbigen nicht mit Brachialkraft zurückzwingen will. Ich schrieb dies bereits oben.

Wenn nun, wie bei Dir dedde (Ute), sich bereits das Griffgummi dreht, dann scheint mir entweder die Federkraft einfach zu hoch, oder die beschriebene "Bremse" zu fest eingestellt (oder das Griffgummi zu schlecht :lol: ).

Also: bei gelöster "Griffbremse" muss sich der Gasgriff aus der Vollgasstellung von selbst zurückdrehen, allerdings nicht "mit Lichtgeschwindigkeit zurückknallen". Über die Bremsschraube stelle ich das Ganze dann so ein, dass er gerade eben noch bei Halbgas hängen bleibt, d.h. sich nicht von selbst rückdreht. Das wurde konstruktiv so vorgesehen, da hat ein unfähiger T.._prüfer nicht zu mäkeln.

Natürlich ist bei unseren Moppeds neben dem Zug selbst auch die Gleitschiebermechanik des Drehgriffs bestens geschmiert (läuft im Fett).

Vorschlag: falls sich bei Euch noch weitere R35 im Umland befinden (?): Vergleichsdrehen.

Gruß
klaus
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Re: Schwer- / Leichtgängikeit des Gaszuges

Beitrag von papi01 » 26. Juni 2012, 11:44

Hallo Ute. Hier das Foto einer DDR-originalen Schieberfeder des EMW-Vergasers. Der Durchmesser ist 18,0 mm, die Drahtstärke ist 1,6 mm.
Es grüßt der Hans

Bild
Und wenn da ein TÜV-Beauftragter tatsächlich was zu meckern haben sollte, dann hat er von Oldi´s, die ja keine Blinkanlage haben, keine Ahnung und muß Nachhilfeunterricht nehmen.

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Re: Schwer- / Leichtgängikeit des Gaszuges

Beitrag von Killerniete » 27. Juni 2012, 18:07

Moin
Feder vom 24er MZ Vergaser(ETZ 125/150) passt und ist schwächer aber ausreichend, die orginale ist in der Tat etwas heftig.
Gute Schmierung auch des Bowdenzuges sollte aber schon sein, und die Anlaufscheibe im Gegenhalter.
Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten.

Grüße aus dem Reservat
"Muskauer Heide"

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Re: Schwer- / Leichtgängikeit des Gaszuges

Beitrag von EMW-Junkie » 27. Juni 2012, 19:57

Wenn sich der Gasgriff zu schnell zurückstellen will, dann nimmst du ganz einfach
zäheres Fett für die Schmierung.

Höhrt sich jetzt viiiiiiiieeeeleecht auch blöd an :was?: war aba auch vür mich di lösung.
BildOldis fahren und daran schrauben macht süchtig!Bild

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Re: Schwer- / Leichtgängikeit des Gaszuges

Beitrag von dedde » 27. Juni 2012, 21:11

Hallo Kollegen, danke für die Antworten!
Also mit Licht- / Düsengeschwindigkeit drehte der Griff bisher nicht zurück,
ich wäre dann ständig beim Blinken vom Pferd gefallen - das wäre mir aber bestimmt aufgefallen :mrgreen: .
Es ist nun alles neu gefettet, das war da erste, was wir gemacht haben. Es geht nichts mehr ´rein,
auch keine Mischung, z.B. aus Heißlager- und Normalfett. Evt. ist noch mal die Feder im Griff einzustellen
und Loctite-mf für die kleine Schraube.
Deine Original-DDR-Feder ist genau die, die eingebaut war, Papi01, die Volvofeder ist schon weicher - gefällt mir besser.
Aaaaaber da gibt es so einen MZ/Simsonhändler in Bremerhaven, der u.a. die vielen Schwalben versorgt, die es hier gibt.
Da werde ich mal .... vielleicht ist da noch was drin. Killerniete, was meinst du mit: "Anlaufscheibe im Gegenhalter" ... das Teil im Inneren des Schiebers?
Die Griffgummis, die ich habe sind wirklich aus Gummi und liegen super in der Hand wegen der balligen Form.
Nur zu empfehlen Klaus, z.B.: Dietel/Feller :lol: .
Sooo, morgen soll es regnen :king: dann teste ichs nochmal ... und dabei werde ich bestimmt niemanden treffen, der eine EMW zum Vergleichen fährt :( .

Beste Grüße
Ute
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