Öldämpfer °

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Takin Treiber

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Beitrag von Takin Treiber » 8. Dezember 2002, 17:07

Für einen neuen Öldämpfer habe ich einen Preis von 70 EUR pro Stück im Gedächnis, Nachgebaut von Breindl-Grope.
Beim selbst Überholen ist allerdings nur der Simmering und die Kolbenstange entscheident.
Wenn man die erneuerst, sollte die Sache funktionieren ! Geschliffen 8´er Stangen gibts als Meterware beim Stahlhändler.
( -Aber achtet auf das Feingewinde zum Einschrauben. Es schnell beschädigt, gerade im Gleitrohr, und immer für Ärger gut.)
Der Kolben selbst muss nicht zu stramm gehen. So´n Dämpfer arbeitet ja gerade, weil er ein bestimmtes Spiel hat, Löcher und Klappen, an dem das Öl vorbeiflutscht. Außerdem darf man von den Fahreigenschaften einer EMW keine Wunder erwarten. Man merkt zwar die Dämpfung, aber auch nur wenn die Belastung stimmt, die Tragfedern kann man ja nicht einstellen, es gab ja nicht mal verschiedene für Solo oder Gespann ( soweit ich weiß.. ) Paßt die Zuladung, fährt es sich toll, zu leicht oder zu schwer ist läßt die Federung gleich nach.

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Beitrag von Gobi » 8. Dezember 2002, 17:08

Kleiner Nachtrag:
Ein sehr empfehlenswertes Material sind die Stangen von pneumatischen Dämpfern wie sie oft bei Heckklappen vorkommen, die sind nämlich hartverchromt und haben den korrekten Durchmesser.
Edelschrott, besser geht´s nicht.
ACHTUNG! Nicht den Druckbehälter einsägen, Explosionsgefahr!

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Beitrag von Gobi » 8. Dezember 2002, 17:09

So kann der Kolben dann aussehen:
Bild
Neue Simmeringe, neue Bronzelager, die Welle wie beschrieben aus hartverchromten Material. (vor dem hartlöten den Chrom an der Lötstelle ein wenig aufrauhen!)
Zuletzt geändert von Gobi am 5. Mai 2009, 14:40, insgesamt 3-mal geändert.

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Der Vollständigkeit halber....

Beitrag von Gobi » 8. Dezember 2002, 17:14

das Füllen der Dämfer, entnommen der Instandsetzungsanleitung:

Nachdem die Kolbenstange wieder vollständig hergerichtet ist, wird der Dämpfungszylinder allein senkrecht in einen Ölbehälter gesetzt, dessen Ölstand mindestens genauso hoch ist, wie der Dämpfungszylinder lang ist. Danach wird die Kolbenstange und die Federsicherung zur Halterung des Gleitstückes im Dämpfungszylinder wieder eingeschoben. Der Kolben wird nun mehrere Male unter Festhalten des Dämpfungszylinders unter Öl auf und nieder gedrückt. Man läßt diese beiden Teile mindestens eine Stunde in Öl stehen, damit sich alle Luftbläschen an der Oberfläche sammeln. Das gesäuberte Mantelrohr des Stoßdämpfers wird nun etwa ein Drittel hoch mit Frischöl gefüllt. Der Kolben wird, solange der Dämpfungszylinder noch unter Öl steht, bis zum Gleitstück hochgezogen, in diesem Zustand aus dem Ölbad herausgenommen und in den Mantel des Stoßdämpfers eingeführt. Nach Eindrücken des Gummiringes zwischen Stoßdämpferzylinder und Mantelrohr, wird die Verschlußmutter wieder aufgeschraubt. Ist die Arbeit richtig ausgeführt, so ist beim Niederdrücken des Kolbens der Widerstand spürbar. Nach dieser Arbeit kann der Stoßdämpfer wieder in das Gleitrohr eingebaut werden.

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Re: Öldämpfer °

Beitrag von Ingmar » 21. April 2010, 21:18

Hi Gobi,

kannst du nochmal kurz schreiben, wie du vorgegangen bist? Wäre echt klasse, weil: Habe evtl. auch vor meine Dämpfer zu reparieren als mir neue zu kaufen ...


MFG Ingmar

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Re: Öldämpfer °

Beitrag von Gobi » 21. April 2010, 21:32

hm, ist lange her - ich versuch mich mal zu erinnern:
Wo man die Stangen hernimmt habe ich ja schon beschrieben.
Oben die Deckelchen abschrauben, die Bronzebuchse kommt raus, wenn man seitlich die Federspangen abzieht.
Ich hoffe Du hast eine Drehbank: alte Stangen aus den Halterungen rausbohren neue hart einlöten wie oben beschrieben. Bei Bedarf die Bronzebuchsen neu drehen. Unten die Ventile sind aufgenietet da muss man eine kleine Stufe an die neue Stange drehen, kleine Senkbohrung, mit dem Körner vernieten, fertig.
Ich hab davon mal für einen Händler in Berlin eine Kleinserie gemacht... :roll:

Man sollte die Wichtigkeit der Dämpfer aber auch nicht überschätzen.
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Re: Öldämpfer °

Beitrag von Stefan1957 » 11. Oktober 2016, 21:32

ich steh vor dem gleichen Problem, dass der Wellendichtring unter der Verschraubung zerbröselt ist. Die Gummidichtung zur Zentrierung des Mantelrohrs der Kolbenstange war ab Werk schon reingemurkst. Mit Wärme und einem Schlagabzieher gings dann.
Wer hat schon mal den WDR gewechselt und wie? Darüber schweigt das Forum bzw. die Werkstattblätter sich aus.
Außer Gobi der aber gleich die Radikalreparatur machte.
Ist eine Reparatur von der Unterseite möglich ohne den vernieten Kolben mit dem Ventilstern zu zerstören?
es grüßt mit öligen Fingern, Stefan aus dem Bottwartal

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Re: Öldämpfer °

Beitrag von Stefan1957 » 12. Oktober 2016, 19:07

Bilder des zerlegten Stoßdämpfers:
Dateianhänge
IMG_6336red.jpg
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Re: Öldämpfer °

Beitrag von Gobi » 12. Oktober 2016, 19:17

Es hilft nichts, entweder Du machst die Nietung auf oder holst die Stange aus dem oberen Klotz, was weit schwieriger sein dürfte. Diese Vernietung neu zu machen ist aber kein großes Ding, jedenfalls wenn man Zugriff auf eine Drehbank hat - zur Not gehts wohl auch ohne. Das die Stange dabei ein paar Milimeter kürzer wird, spielt überhaupt keine Rolle.
Man sollte die Dämpfer eh nicht überbewerten.
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Re: Öldämpfer °

Beitrag von Stefan1957 » 12. Oktober 2016, 21:28

Irgendwie muss ich an den WDR zum tauschen rankommen.
Was mich an der Vernietung abschreckt ist der definierte Spalt zwischen dem Wackelkolben um dem aufgepresste Ventil mit 8 Löcher.
Das bekomm ich nicht mehr so vernietet hin.
Auslöten und danach wieder verlöten bleibt mir nur extern beim Landmaschinenhändler übrig.
Dritte Möglichkeit wäre auslöten und auf die Kolbenstange ein M8x1 Gewinde schneiden und ein Helicoil Einsatz oder eine Gewindebüchse in das gelötete Gegenstück reinschneiden und danach mit einer Mutter kontern.
Dateianhänge
Petrus00021.JPG
Petrus00011.JPG
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Re: Öldämpfer °

Beitrag von Gobi » 12. Oktober 2016, 23:45

ich glaube du machst dir da zu viel Sorgen, das ist kein Präzisionsinstrument
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Re: Öldämpfer °

Beitrag von Stefan1957 » 15. Oktober 2016, 17:13

Der Versuch zum Auslöten der Kolbenstange war leider ein Griff ins Klo. Kolbenstange krumm und angeschmolzen.
Deshalb habe ich die Vernietung des unteren Flatterventils mit einem 4er Zylinderstift durch ein paar Hammerschläge gelöst.
Dazu habe ich das Messing-(bei mir ein Alu-)drehteil der Kolbenstange als Unterlage genommen. Nichts wurde verdrückt und die Vernietung
kann auch nochmals durchgeführt werden.
Zum Wechseln des WDRs habe ich die Verschraubung falsch herum eingeschraubt und dann den WDR von oben rausgehebelt.
Danach die krumme Kolbenstange gerichtet und im Prisma auf 0,1 mm abgerollt. Glück gehabt mit dem Auslötversuch. :oops:
Das Flatterventil habe ich mit einem abgerundeten 10er Zylinderstift aufgesetzt und danach mit einer 8x10mm Büchse aus dem "Husaberg Zylinderkopf" über den Absatz der alte Vernietung mit dem Hämmerchen auf Anschlag gebracht. Zum Vernieten hat ein Körner optimal gepasst.
Der Zusammenbau war bis auf die Positionierung des Aludrehteils für den Federing einfach. Den Gummiring zur Zentrierung des Kolbenrohrs (mit Sprengring) habe ich nur angschnäbelt, falls das Glump nochmals auseinander muss.
5er Gabelöl hatte ich noch rumliegen. Irgendwo habe ich was von 75 cm³ Öl gelesen. Mit mehrmals Entlüften sind 55 cm³ reingegangen.
Danach die Gummizentrierung vollends reingedrückt und alles wieder verschraubt.
Jetzt steht das Teil noch etwas auf dem Kopf um die Dichtheit zu prüfen.
Am Sonntag angefangen und am Samstag fertig!!!!
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Re: Öldämpfer °

Beitrag von madfrog » 16. Oktober 2016, 01:40

Mhm!
Da sind aber keine Wellendichtringe verbaut!
Gruß Alf :prost2:

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Re: Öldämpfer °

Beitrag von Stefan1957 » 16. Oktober 2016, 07:31

Der WDR sitzt im Verschlussdeckel drin
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Re: Öldämpfer °

Beitrag von Stefan1957 » 17. Oktober 2016, 21:28

Am zweiten Stossdämpfer, der ganz neuwertig, im Vergleich zum ersten aussah, habe ich nur Öl gewechselt. Es kam die gleiche schwarze Brühe raus, aber sonst scheint auch der WDR in Ordnung zu sein. 45 cm3 Öl gingen rein. Über Nacht noch auf dem Kopf lagern zur Überprüfung der Dichtheit.
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