Gabelbuchsen

Achsfaust
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Tosch
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Gabelbuchsen

Beitrag von Tosch » 27. Februar 2007, 20:17

Ich habe mir vom freundlichen Teile-Dealer neue Buchsen kommen lassen. Dort heissen sie "Gabelbuchse oben" und "Gabelbuchse unten". Nur: auf den Tüten steht nix. Welche ist welche? Hier mal ein Bild (leider nicht ganz scharf):

http://fotos.web.de/__tosch__/gabel

Die linke ist 38mm lang, heller und hat eine raue Oberfläche, die andere ist nur 37mm lang, schön glatt und scheint irgendwie härter zu sein.
Warum gibts da einen Unterschied? Die müssten doch beide gleich belastet sein? Oder ist das nur eine andere Charge?

Gruß. Tosch.

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Thomas M
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Beitrag von Thomas M » 28. Februar 2007, 09:47

Hallo Tosch,

mh,.... was soll ich sagen. In den diversen Gabeln die ich überholt habe hatte ich da manchmal Bronze/Messing oder Stahlbuchsen vorgefunden. Unten hatte ich niemals eine Hartgewebebuchse vorgefunden, will aber nicht sagen dass das nicht orginal ist. Bei der AWO-S waren ja auch beide Buchsen aus Hartgewebe.
Wie man aus meinen Beiträgen zum Thema "Gabel überholen" weiß bin ich kein Freund von nachgekauften Buchsen an dieser Stelle. Das ist nur eine temporäre Lösung da meist das Führungsrohr nicht mehr wirklich rund ist und haut nicht wirklich hin-> Spiel. Je nachdem wie schlecht Deine momentanen Führungsrohre schon sind kann es mit den neuen Buchsen genauso wackelig wie mit den derzeitigen alten Buchsen sein.
Wenn man nicht wie von mir beschrieben alles auseinanderreißen kann, sollte es Buchsen mit Übermaß innen geben. Diese könnte man mit einer Verstellbaren Hand-Reibahle dann in mehren Arbeitsgängen mit Gefühl und immer wieder testen auf den konkreten untern Holm anpassen.
Ich habe unten immer eine Bronzebuchse eingebaut, will aber demnächst eine nur eine ganz lange PTFE Buchse verbauen/ausprobieren und damit auch das Zwischenstück ersetzten um eine möglichst große tragenden Fläche zu bekommen.
Ich bin mal gespannt ob Du Dich noch einmal äußerst wenn du die Buchsen eingebaut hast hinsichtlich Spiel.

Die Maße(Länge) habe ich gerade nicht im Kopf, kann das aber bis zum WE bei Bedarf nachmessen, wenn nicht ein anderer aus dem Forum schneller ist.

mfg

Thomas

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emw-ute
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Beitrag von emw-ute » 28. Februar 2007, 19:40

Hallo Tosch, leider weiß ich die Länge nicht, da wir das Teil noch nicht überholt haben. Vielleicht wäre die Nennung Deiner Bezugsquelle von Interesse, falls welche hier im Forum dort auch bestellt hatten und Dir weiterhelfen können.


Dennoch folgende Antwort:
In der emw sind original sogenannte Buchsen aus Pertinax (das, was Thomas mit "Hartgewebe" meint) verbaut. Diese haben die Eigenschaft, unter Zugabe von Schmiermitteln (Öl!) zu quellen.

Heute gibt's bessere Materialien, und ich denke, Deine neuen sind bereits besser. Andere Fabrikate (wie z.B. DKW) haben Lagerbronze mit Ölführungsnuten verbaut.
Der innere Gabelholm sollte nicht das Problem sein, sofern er nicht rostig ist. Die Passform der neuen Buchsen zum inneren Holm kannst Du ja bereits im ausgebauten Zustand prüfen. Eingebaut sollten die Teile eher enger gehen, da Presssitz der Buchsen in der Gabel.

k.
2 Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Beim Universum bin ich mir allerdings noch nicht sicher (Einstein).

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Hatgewebebuchse oder Pertinax

Beitrag von Stefan1957 » 28. Februar 2007, 21:36

Hallo,
bei der Zündapp KS600/601 sind Nockenwellenräder aus Pertinax eingebaut und die laufen meines Wissens in Öl. Das darf nicht quellen.
Die Gabel wird ja auch mit Öl gefüllt. Eher glaube ich dass falsches Fett oder Öl (Vielleicht Syntetisch statt Mineralisch) so ein Problem verursachen kann.
Wer weiß da was?
es grüßt mit öligen Fingern, Stefan aus dem Bottwartal

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Tosch
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Beitrag von Tosch » 28. Februar 2007, 22:29

emw-ute hat geschrieben: Heute gibt's bessere Materialien, und ich denke, Deine neuen sind bereits besser. Der innere Gabelholm sollte nicht das Problem sein, sofern er nicht rostig ist. Die Passform der neuen Buchsen zum inneren Holm kannst Du ja bereits im ausgebauten Zustand prüfen. Eingebaut sollten die Teile eher enger gehen, da Presssitz der Buchsen in der Gabel.
ja, die "kurzen, dunklen" sind so wie ich mir Pertinax vorstelle, es scheint ein ausgehärtetes Harz mit eingebetteten Gewebe zu sein. Sie gehen nicht auf den Holm, müssen also wohl aufgerieben werde. Die hellen sehen moderner aus und passen genau auf den Holm. Sind von Oldtimer-Don, übrigends.
Ich werde wohl die engeren Buchsen unten einbauen, da man sie da besser ausreiben kann. Gegenstimmen?

rostlaube
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Beitrag von rostlaube » 28. Februar 2007, 22:34

In meiner /2-Gabel war ein Gemisch aus Messing- und Bronzebuchsen. Die waren so ausgeschlagen, dass es fies geklappert hat.
Habe dann, wie von Thomas M beschrieben, Pertinaxbuchsen so recht und schlecht an die ausgenuddelten Tauchrohre anpassen lassen.
Fazit:
Es geht, wenn die Tauchrohre nicht so große Toleranzen haben und man mit leichtem Spiel leben kann.
Vorteil der Pertinax-Buchsen: Die klappern nicht.
Wenn Du es von jemand mit Erfahrung machen lässt, wird er die Buchsen in Öl einlegen, quellen lassen und danach nochmal anpassen. Ist natürlich viel Handarbeit und wenn man solche Reibahlen hätte, würde man es bestimmt selber machen können.
Jokisch bietet für ca. 100€ pro Holm an:
Rundschleifen, vercromen, neue Pertinaxbuchsen einsetzen.
Damit hättest Du bis ans Ende Deiner Tage Ruhe.
dranbleiben

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Re: Hatgewebebuchse oder Pertinax

Beitrag von emw-ute » 1. März 2007, 17:16

Stefan1957 hat geschrieben:Hallo,
bei der Zündapp KS600/601 sind Nockenwellenräder aus Pertinax eingebaut und die laufen meines Wissens in Öl. Das darf nicht quellen.
Die Gabel wird ja auch mit Öl gefüllt. Eher glaube ich dass falsches Fett oder Öl (Vielleicht Syntetisch statt Mineralisch) so ein Problem verursachen kann.
Wer weiß da was?
Kommt auf die Qualität des Pertinax an. Daher, wie beschrieben, gegebenfalls nachreiben. An anderer Stelle hatten wir ja das Problem behandelt, wo eine Hirafe felsenfest saß, da die Buchsen nachgequollen waren. Im übrigen wächst ja z.B. auch Lagerbronze bei Wärme, soweit sie vorher nicht entsprechend behandelt (auf Temperatur gebracht, der Fachmann spricht hier von "gealtert") wurde, was mancheinem schon bei der Nockenwellenlagerung (daher soviele gefressene Nockewellen) oder der Kolbenbolzenlagerung zum Verhängnis wurde.
Heute sollte es bessere Materialien als Pertinax geben, die auch nicht klappern.

p.s.: Das Material für Nockenwellenräder hieß, wenn ich nicht irre, NOVOTEX.

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Re: Gabelbuchsen

Beitrag von Gobi » 16. März 2016, 14:21

steht bei mir auch an, Jokisch rät unbedingt zu Pertinax - eigentlich wollte ich Bronze nehmen, bin noch untentschieden.... Mit Pertinax wäre man immerhin schneller fertig....
Meine eigentliche Frage: wie reibt man die korrekt auf? Mit einer geführten Ahle kommt man ja eigentlich auch nicht klar oder? Mal abgesehen davon, daß ich die Größe erstmal nicht habe...
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Re: Gabelbuchsen

Beitrag von onkel » 16. März 2016, 15:17

die untere würde ich in jedem Fall aus Lagerbronze machen, da hier die meisten Schläge abgefangen werden .
Gruss Onkel,
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Re: Gabelbuchsen

Beitrag von Tabun » 17. März 2016, 07:14

Tja....der Onkel hat prinzipiell recht....nur Gobi, das Problem werden im allgemeinen die leicht "konischen" - eingearbeiteten unteren Gleitrohre sein....ich mach des auch mit Pertinax....Einpassung mach ich mit der Drehbank...und ner großen Reibahle....
Ich denke wenn ma unten Bronze nimmt und die obere Hülse Pertinax....dann hat fast jeder das Problem wenn ma die unteren Gleitrohe nicht von der Ummantelung trennt und erst mal evtl. Schleift - aufchromt und noch mal auf des entsprechende Maß schleift....dann wieder das Mantelrohr verschweißt....dass die Buchse oben nicht drauf geht...(denn oben an der Federaufnahme ist es ja meistens nicht eingearbeitet) und unten dann klappert...
Komplett Set Pertinax hat da meines erachtens nach doch bissl nen Vorteil...aber wie gesagt....jeder hat da sein Rezept...aber wenn ma des richtig machen will dann kommt ma nicht umher um die unteren Gleitrohre erst mal auf Maß und Abrieb zu überprüfen....eine klappernde Gabel ist irgendwie immer ...Sch....eibenkleister ;-)
Wer immer nur das tut, was er schon immer getan hat, bekommt auch nur das, was er schon immer bekommen hat....

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Re: Gabelbuchsen

Beitrag von Gobi » 17. März 2016, 08:52

Die Rohre sind ja gerade beim schleifen und hartverchromen.

Neben Pertinax oder Bronze war die Frage ja, brauch ich eine irgendwie geführte Reibahle? Ich wüsste eigentlich gar nicht, wie ich das machen soll in den langen Rohren. Ich habe nur eine , die hat hinten einen ganz langen Schaft - das nützt eigentlich wenig..
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Re: Gabelbuchsen

Beitrag von Tabun » 17. März 2016, 10:28

...ich nehme dafür ne normale Reibahle....keine Führungsreibahle...und du baust doch alles zusammen (bis auf Dichtring unten)- vorher die Büchsen fast auf Maß drehen und den Rest ausreiben...fertig....man muss natürlich öfter zwischendurch probieren....dass es ordentlich straff drauf geht...oder besser genau richtig straff drauf geht...abnutzen und klappern tun sie dann eh von allein....ich würde nicht zu viel Luft geben...
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