Feste Vorderachse

Achsfaust
hans_stramm
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Feste Vorderachse

Beitrag von hans_stramm » 22. Januar 2008, 14:55

Hallo allerseits,

meine Vorderachse geht nicht rauszuschrauben. Die ging
schon ein wenig schwer rein, raus geht fast garnicht.
Gibts da einen Trick? 2 Schraubenzieher sind schon verbogen
und ein dünner meißel abgebrochen. Das mit dem Linksgewinde
ist bekannt.

Gruß
Hans_stramm

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cs_joker7
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Beitrag von cs_joker7 » 22. Januar 2008, 15:02

Meine war damals auch schweinefest drin und ich habe das Problem mit Erwärmen gelöst...

Gruß Joker
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derMatze
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Re: Feste Vorderachse

Beitrag von derMatze » 22. Januar 2008, 16:29

hans_stramm hat geschrieben:... Das mit dem Linksgewinde
ist bekannt. ...
Jetzt wird mir einiges klar. Das gleiche Problem hatte ich gestern um 22 Uhr, hab aber nach dem 1. Versuch ersteinmal aufgegeben und Feierabend gemacht. :sad:
Steht aber auch nichts in der Instandsetzungsanleitung.
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emw-ute
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Re: Feste Vorderachse

Beitrag von emw-ute » 23. Januar 2008, 00:55

Doch, zumindest in der BA, aber etwas versteckt:

Ziffer "2.036 Achsen
....Wie aus Bild 51 hervorgeht, wird die Steckachse der Vorderradnabe in das rechte Gabelendstück eingeschraubt...Sie trägt Linksgewinde, damit kein Lockern während des Betriebs eintreten kann..."


Zugegeben: keine besonders schlüssige Begründung, denn letztlich ist die Achse ja auch noch links durch die Querschraube festgepresst.

Tipp aus der Praxis:
viele der Achsgewinde im rechten Gabelholm sind vermurkst. Sobald die Gabel nämlich etwas krummgezogen ist (z.B. durch einen früheren Sturz) bzw. das Schutzblech verzogen ist, liegt das Gewinde bei ausgebautem Rad nicht absolut fluchtend in einer Linie mit der Achsbohrung im linken Gabelholm. Dann wurde die Achse oftmals verkantet reingewürgt (die ersten Gewindegänge), mit der Folge, dass dann alles extrem schwer geht.

Beim Zusammenbau hilft ein 2. Mann, solch einen Fehler zu vermeiden, da man alleine mit dem Halten des Vorderrads, der Bremsankerplatte, sowie dem Eindrücken der Achse und dem Festschrauben eigentlich mehr als alle Hände voll zu tun hat, falls alles nicht mehr so passgenau ist.

k.
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Beitrag von Andrebiker » 23. Januar 2008, 07:03

Echt, ja :shock: ? Ich habe dort noch nie ein vermurkstes Gewinde - ist übrigens M16x1,5 links - erlebt. Da gehört auch wirklich eine ganze Portion Gefühllosigeit dazu, das zu zerwürgen :? ...
Unsere Motorräder laufen nun schon 60 Jahre, trotz so angeblich untragbarer Dinge wie Kontaktzündung und mechanischer Regler. Oder vielleicht gerade deshalb?

PS: Ich danke allen, die zur Sache nichts zu sagen hatten und trotzdem geschwiegen haben.

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Beitrag von emw-ute » 23. Januar 2008, 07:32

Ja, tatsächlich bereits an 2 Holmen gesehen. an dem jetzt verbauten Holm muss man an Ute's EMW schwer aufpassen, dass die Achse sich in die ersten Gewindegänge nicht wieder schief eindreht. Geht nur mit 2. Mann (Frau), da man definitv Hände zu wenig hat. Wenn's dann mal sauber gegriffen hat, geht's recht problemlos. Letztlich eine Frage, wie weit ein Dilettant gewürgt hat.

Noch eine Möglichkeit, warum eine Achse schwer geht, ist mir eingefallen:
Wenn Achsgewinde und Holmbohrung unterschiedlich geschnitten sind. Bevor jetzt einer sagt: Geht ja garnicht, folgendes Erlebnis:

Bei meiner R50 ist zur Lagerung der HiRa-Schwinge ebenfalls ein Feingewinde beidseitig in den Rahmen geschnitten, noch größer als bei der EMW. Dort werden 2 Bolzen eingedreht, die die Schwinge halten, ausdistanzieren und zugleich die Kegelrollenlager einstellen. Natürlich stramm passend.
Als ich nun Ersatzbolzen (keine Nachfertigung) als Ersatzteilvorrat kaufte, stellte ich fest, dass einer dieser Bolzen extrem schwer ins Gewinde ging. Rahmengewinde sowie Bolzengewinde waren auf ganzer Länge tipptopp. Auch ist ausgeschlossen, dass der Bolzen zu einem anderen Modell gehört.

Mir fiel ein, dass im Keller auch ein alter EMW-Motorblock steht (Nr. 236xxx), auf den ich einst aus meinem Fundus die Feingewindemuttern für den Zylinder drehen wollte. Alle 4 gehen extrem stramm, ebenfalls ohne, dass die Gewinde vermurkst oder verrostet sind.

Meine Mutmaßung:
Gewindebohrer nutzen sich mit der Zeit ab. Folge: das geschnittene Gewinde wird "flacher". Wenn man nun einen sauber geschnittenen Bolzen (oder Achse) mit einem "flach" geschnittenen Gegengewinde (Mutter, Achsholm) kombiniert, kann man eine enorme Reibung erreichen.
Will sagen: wenn man ein Ersatzteil einbaut, können sich die
beschriebenen Effekte negativ addieren.
Wie gesagt: Theorie. Aber eine andere Erklärung finde ich nicht, zumidest, solange Gewinde weder vermurkst noch verrostet sind.

k.
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hans_stramm
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Beitrag von hans_stramm » 23. Januar 2008, 13:49

Habt ihr für das Rausdrehen ein spezielles Werkzeug?
(lange Edelstahlstange oder so?)Gibts da was zu kaufen oder
einen Geheimtipp "jaa, GAZ66 Antenne passt perfekt"... oder so?
Bei mir verbiegt alles oder bricht ab.
Beim reindrehen kann man den evtl etwas längeren Holm mit
einem Spanngurt zusammendrücken, dann passts perfekt.
Werds heute mal mit Wärme versuchen!

Gruß

Hans_Stramm

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Beitrag von derMatze » 23. Januar 2008, 14:14

Ich habs mit Dorn und ca 10 cm und Kunststoffhammer auseinanderbekommen.
1 Tag vorher richtig WD 40 raufsauen, hilft fast immer.
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Beitrag von Paul R 35 » 23. Januar 2008, 15:59

hans_stramm hat geschrieben:Habt ihr für das Rausdrehen ein spezielles Werkzeug?
Ein enfacher Dorn...
Man sollte auch darauf achten, dass die Achse im Klemmstück auf der linken Seite frei ist. Zur Not die Schraube ganz entfernen und das Klemmstück von unten mit einem Meisel oder großem Schraubenzieher etwas aufweiten.
hans_stramm hat geschrieben: Beim reindrehen kann man den evtl etwas längeren Holm...
:shock: Wen die Gabelholme unterschiedlich lang sind (so dass die Löcher für die Achse nicht fluchten) stimmt mit der Gabel etwas nicht :!: Die Achse muss sich eigentlich frei (ohne Rad und Bremsankerplatte), von Hand reindrehen lassen. Ist das nicht der Fall würde ich mal schauen, ob die Fedren auch richtig bis zum Anschlag eingeschraubt sind. Wenn sie ganz eingeschraubt sind, sollte man nachschauen ob sie überhaupt gleich lang sind.

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Beitrag von hans_stramm » 23. Januar 2008, 19:59

die Holme sind schon fast gleich lang, es fehlen wenige mm.
Die Federn waren die besten die ich hatte, alle anderen
sind wesentlich kürzer oder länger. Das Problem ist das Gewinde!
Da hat einer lackiert ohne abzukleben :evil:
obwohl ich sehr viel gereinigt hab (mit allen möglichen
Selbstbauwerkzeugen) ging es doch schon etwas schwer rein.
Das mit dem Meissel ist aber glaub ich der goldene Tip, hab ich
nämlich auch so reingedreht und nur vergessen :oops:
Wegen frisch lackiert will ich auch nicht mit Wärme so doll ran.

vielen Dank

Gruß
Hans_Stramm

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Beitrag von zerdepperer » 24. Januar 2008, 18:51

Ich musste die ganze Gabel ausbauen, hatte das selbe problem, alles ist abgebrochen! Hab dann die Gabel, mit ner Scharube durchs Achsloch in nen richig großen stabilen Schrabstock gespannt und mit noch 2 Mann gedrückt! Es gab nen lauten Knall und dann konnt ich`s per Hand rausdrehen!
Viel Spaß beim selbstversuch!

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Beitrag von emw-ute » 25. Januar 2008, 06:44

Wenn man's dann mal auseinander hat: nicht vergessen: Beim Einbauen die Achse fetten und am besten die Gewindebohrung nochmal extra.
Viele der hier beschriebenen Schwierigkeiten rühren genau daher dass dies vor Jahren mal unterlassen wurde.

k.
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Beitrag von zerdepperer » 25. Januar 2008, 20:03

Oder man macht`s den späteren Besitzern, nach dem Tode natürlich (denn so was verkauft man nicht), noch schwerer und haut noch Schraubenfest rein! :lol:

hans_stramm
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Beitrag von hans_stramm » 26. Januar 2008, 10:31

JA! das Klemmstück wars! Nachdem ich dort einen Keil
vorsichtig reingeschlagen hab (meißel) gings fast ganz leicht.
Anscheinend klemmt das Klemmstück von sich aus schon
mächtig, also braucht man die Schraube garnicht so
anzuballern.
Beim ersten Mal hab ich auch die Schraubstock Methode
angewendet, allerdings sieht die Achse danach ganz schön
kacke aus.

Danke an Alle für die guten Tips!

Gruß

Hans_Stramm

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Beitrag von Stefan1957 » 26. Januar 2008, 20:10

Hab wieder was gelernt.
Nach Fest kommt Ab!!!
es grüßt mit öligen Fingern, Stefan aus dem Bottwartal

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