Telegabel-Überholung, ausführlich°

Achsfaust
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Thomas M
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Beitrag von Thomas M » 27. März 2006, 13:14

Hallo,

ich will mal noch auf Mike sein Problem antworten.
Ich habe mittlerweile die eine oder andere Erfahrung gesammelt und den einen oder anderen längeren Beitrag zum Thema verfasst

Ich habe auch schon total vernarbte Rohre gehabt.
Wichtig ist aber als erstes, dass man die Hülse an der Schweißnaht nur mit einem Dremel mit schmalen Blatt oder auf der Drehbank aufsticht. Die Flex ist zwar schön und gut, man muß aber doch aufpassen, das mann nicht in das Fleisch darunter kommt, warum das von Vorteil ist erkennt man am Ende(unten)...

Als nächstes ist wichtig, eine Zentrierung am Achshalter anzubringen. Dann das Führungsrohr auf die Drehmaschine mit mitlaufender Spitze spannen.
Jetzt kommt die spannende Wahrheit, läuft das ganze so einigermaßen rund?
Wenn das Rohr einen deutlichen Schlag hat-> Schrott, kriegt man auch mit Hitze, Hammer und viel Geduld auf der Drehbank nicht hin.
Meistens gibt es da nur Quetschungen....
Wenn das ganze aber annehmbar ist, lohnt sich schon mal der gang zur Horizontalschleifmaschine.
Bei Rohren mit viel Rost schleife ich auf einen Durchmesser für den es auf jeden Fall noch einen Wellendichtring gibt. Bei 37mm Außendurchmesser hat man laut Katalog ein wenig Auswahl, das hat eigentlich immer gereicht.
Im Notfall muß man sich eine neue Aufnahmebuchse für das Gabelrohr drehen, umm einen anderen WDR reinzukriegen. Natürlich muß man später auch im Kopf behalten, dass man keinen Serien WDR nach katalog bestellen kann....
Eigentlich ist bei den Führungsrohren viel Fleisch vorhanden...
So lassen sich viele Rohre retten und man sparrt das teure aufchromen. Das Problem ist, dass man mehr als den orginalDurchmesser aufchromen lassen muß, da das ganze danach noch mal auf die Horizontalschleifmaschine muß...

Hinsichtlich des Zusammenschweißen kann ich die Aussagen von Mike auch bestätigen. Aber ich denke man sollte sich meinen Beitrag noch mal durchlesen. Ich musste die Kabelstandrohre auf der Drehbank auch immer wieder Nachrichten und das war manchmal doch mehr Aufwand/Zeit als man gedacht hatte.

Ich nehme mittlerweise nur noch Abklebeband, dass ich an 3 Stellen auf Schutzrohrlänge (ganz unten auf Verschraubung WDR(ohne WDR))/ganz oben/ und in der Mitte aufwickle.

Dann kommt das Schutzrohr drauf. Das Klebeband ist so dick aufgewickelt, dass man guten Kontakt bei zusammenstecken bekommt und ein wenig Kraft braucht, um das Standrohr reinzuschieben. Aber!!! das Standrohr nicht ganz nach unten schieben!!! Alle drei Klebebandringe müssen dann natürlich auch im Schutzrohr drin sein....
Danach kommt die untere Gabelführung rein und wird mit einer Eigenbauleere ausgerichtet.

Dabei muß man wirklich penibel arbeiten, ich habe es einmal versaut.... Es reicht schon ein kleiner Versatz.
Schon passt Steckachse und Kotflügelbefestigung nicht mehr.
Wenn man das erst beim Zusammenbau im lackierten Zustand feststellt, na ja Erfahrungssache :bang:
Dann wird verschweißt.

Jetzt zu den !!!-Zeichen.
Durch eine gut und schmal aufgetrennte Naht, geht das Scheißen schneller weniger Hitze gelangt in das System und die Hartgewebebuchse überlebt.
Sie überlebt auch deswegen, weil das Standrohr nicht bis ganz unten eingeschoben wurde.
Brezelt man wie ein Verrückter rum, kann man gleich ein paar Hartgewebebuchsen mehr bauen..... :twisted:
Das ist kein Scherz.
Das Gleiche gilt bei relativ breitem Spalt. Hier muß auch länger und mehr geschweißt werden. Da gilt Vorsicht ansonsten ist die Hartgewebebuchse hin.

Noch ein kleiner Tip. Wenn das ganze wieder abgekühlt ist, geht vielleicht das Standrohr mit den Klebebändern nicht mehr raus.
Nicht verzagen, schön Öl/ öliges Spray in den Spalt wo die Bänder sitzen ordentlich rein und zwei Maurerfrühstücke nehmen :prost: . Das Klebeband hat sich durch das Öl gelöst und nun klappt es mit dem Rausziehen.

Ach ja, wer unten die WDR Verschraubung dran hatte, freut sich jetzt, dass die Buchsen unter umständen nicht drin bleiben, sonder natürlich mit rauskommen... :lol:

Bis dann....

Thomas M

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Re: Telegabel-Überholung, ausführlich°

Beitrag von hajo48 » 17. Juli 2013, 17:14

hallo Thomas M,
habe deinen Beitrag Gabelrohrüberholung gelesen.
Meine Rohre müßten gemacht werden,hatte das für den Winter geplant.
Kannst Du das machen. Wäre toll,wenn du mir antworten würdest und wo du wohnst.
Wenn es nicht allzu weit ist,könnte ich die Teile selber bringen.Ich komme aus dem Raum Potsdam-Brandenburg/Havel.
Gruß
Hajo

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Re: Telegabel-Überholung, ausführlich°

Beitrag von Berni » 19. Juli 2013, 12:07

Hallo,

ich hänge mich hier mal mit rein:
Hat jemand Fotos von der R 35/3 Gabel im zerlegten Zustand, und in der Reihenfolge des Zusammenbaues?
Die Explosionszeichnungen machen mich nicht so richtig glücklich.
Danke im Voraus

Berni

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Re: Telegabel-Überholung, ausführlich°

Beitrag von BeNZin68 » 15. Januar 2014, 21:08

Bin auch gerade mit der Telegabel beschäftigt. Eure Tips waren für mich sehr hilfreich. Ich frage mich nur gerade, wie fest die untere Mutter mit dem Simmerring gezogen wird. Habt ihr die immer nur so festgezogen oder noch mit ner Schraubensicherung versehen?
Ich muß jetzt auch erst einmal schauen, wo ich so eine verstellbare Reibahle her bekomme. Würde das wohl auch mit ner normalen 28 H7 Reibahle geht (Habe den genauen Durchmesser der unteren Tragrohre noch garnicht gemessen.)?
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Re: Telegabel-Überholung, ausführlich°

Beitrag von tilo_guenther » 15. Januar 2014, 22:54

...nach/mit Gefühl festziehen!

Du brauchst eine verstellbare Reibahle! Ich habe eine bei eBay gefunden. Du musst Dich ja Stück für Stück an das jeweilige Standrohr anpassen...
Geht aber Prima so! Für 30-40€ findeste bestimmt eine, die hält das ganze Leben!
Grüße, Tilo.

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Re: Telegabel-Überholung, ausführlich°

Beitrag von BeNZin68 » 15. Januar 2014, 23:01

OK - & DANKE! :bang:
Werde ich mal schauen, ob ich so ein Teil finde.
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Re: Telegabel-Überholung, ausführlich°

Beitrag von trota » 15. Januar 2014, 23:08

Hallo,

ich bin gerade bei einer Überholung der Telegabel.
Der Durchmesser der unteren Tragrohre ist 27,80 mm, meine waren eingelaufen (unrund). Habe die Schutzhülsen abgedreht mit einem schmalen Abstechstahl und so die unteren Tragrohre freigelegt. Anschließend zur Schleiferei gebracht und wieder rund geschliffen (27,60 mm), danach in einer Hart-Verchromerei die Rohre auf 28,10 mm aufchromen lassen. Wieder in die Schleiferei, auf Maß 28,00 +/- 0,005 mm schleifen lassen.
Ich rate Dir nimm eine Verstellbare Reibahle und probiere diese an einer Probebohrung aus. Meine Buchsen die ich gedreht habe RG7 (CuSn7Zn4Pb7-C) habe ich mit 0,02 mm Übermaß gedreht, diese muss ich noch einziehen. Habe mir dazu eine Einziehwerkzeug gebaut.
Heute habe ich erst mal die Gewindebleche für die Schutzblechhalterung aufgelötet (Hartgelötet), die Ausrichtung erfolgte mit einer selbst gebauten Lehre.
Ich hoffe nur es passt alles zum Schluss, mal sehen wann ich weitermachen kann.
Mein Projekt zieht sich schon lange hin.

Gruß
trota

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Re: Telegabel-Überholung, ausführlich°

Beitrag von BeNZin68 » 15. Januar 2014, 23:21

Ja - das kenne ich. Ich arbeite auch schon ne Weile an der Maschine. Ich hoffe, das sie irgendwann mal fertig wird.
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Re: Telegabel-Überholung, ausführlich°

Beitrag von BeNZin68 » 28. Januar 2014, 20:57

Habe die Gewebebuchsen also eingezogen und mir eine verstellbare Handreibahle besorgt. Jatzt habe ich mich in ganz kleinen Schritten herangetastet. Ich habe gleich die obere und untere Buchse zusammen eingebaut und denke, das es so auch richtig ist und dann aber festgestellt, dasdie untere Buchse wunderbar paßt aber die obere klemmt. Wenn ich solange weitergemacht habe, das die obere auch gleitet, bekomme ich bei der unteren ein großes Spiel rein. Habe mir dann gedacht - OK - da ist wohl was falsch gelaufen und habe mir das zweite Rohr vorgenommen. Dort genau das selbe. Woran liegt das - was habe ich falsch gemacht? Habt ihr auch gleich durch beide Buchsen gerieben oder jede einzeln? Die Flucht zwischen den Buchsen sollte ja passen, denn die Reibahlenschneiden überbrücken die Distanzbuchse locker.
:bang: :bang: :bang: :bang: :bang: :bang: :bang: :bang: :bang:
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Re: Telegabel-Überholung, ausführlich°

Beitrag von BeNZin68 » 10. Februar 2014, 22:02

Habe heute festgestellt, das die Distanzbuchse zwischen den beiden Führungsbuchsen soweit aus der Mitte sitzt (da sie ja etwas Spiel im Tragrohr hat), das diese praktisch am unteren Tragrohr schleifen muß. Habt Ihr beim Zusammenbau darauf geachtet und sie evtl. mittig ausgerichtet? Sitzt die Distanzbuchse fest zwischen den Gleitbuchsen oder ist sie beweglich?
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Beitrag von BeNZin68 » 12. Februar 2014, 22:45

Ja - ich weiß - ich bin pingelig. Aber hat denn das noch niemand bemerkt? Ist das normal oder wie macht man das am besten?
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Re: Telegabel-Überholung, ausführlich°

Beitrag von kabi » 15. Februar 2014, 00:51

Die Distanzbuchse klemmt zwischen den beiden Gleitbuchsen fest, sobald die Verschlussschraube angezogen wird. Ist schon eine Weile her, dass ich das auseinander hatte, aber soweit ich mich erinnere, hatte ich das Problem auch und daraufhin die Distanzbuchse entweder manuell in eine zentrale Lage gebracht oder vor dem Zusammenbau mit Klebeband o.ä. umwickelt, damit sie zentriert sitzt.

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Re: Telegabel-Überholung, ausführlich°

Beitrag von BeNZin68 » 15. Februar 2014, 21:21

Ah - also doch. Danke für die Antwort. Ich dachte schon ich bin paranoid. Werde mir da mal was hinfriemeln.
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Re: Telegabel-Überholung, ausführlich°

Beitrag von trota » 22. Mai 2014, 11:05

BeNZin68 hat geschrieben:Habe die Gewebebuchsen also eingezogen und mir eine verstellbare Handreibahle besorgt. Jatzt habe ich mich in ganz kleinen Schritten herangetastet. Ich habe gleich die obere und untere Buchse zusammen eingebaut und denke, das es so auch richtig ist und dann aber festgestellt, dasdie untere Buchse wunderbar paßt aber die obere klemmt. Wenn ich solange weitergemacht habe, das die obere auch gleitet, bekomme ich bei der unteren ein großes Spiel rein. Habe mir dann gedacht - OK - da ist wohl was falsch gelaufen und habe mir das zweite Rohr vorgenommen. Dort genau das selbe. Woran liegt das - was habe ich falsch gemacht? Habt ihr auch gleich durch beide Buchsen gerieben oder jede einzeln? Die Flucht zwischen den Buchsen sollte ja passen, denn die Reibahlenschneiden überbrücken die Distanzbuchse locker.
:bang: :bang: :bang: :bang: :bang: :bang: :bang: :bang: :bang:
Wie bist Du vorgegangen, hast Du von Hand gerieben oder auf einer Maschine? Wenn Du von Hand reibst, kann es passieren, dass die Reibahle ungewollt hin und her schwingt. Die Distanzbuchsen sind etwas kleiner vom Innendurchmesser der Holme. Ich habe mir neue auf das Innenmaß der Holme gedreht, um dieses Problem (der Zentrierung) beim Zusammenbau zu umgehen.

Ich habe meine Buchsen inzwischen erfolgreich eingezogen (mit einer kleinen Vorrichtung, nicht mit dem Hammer!!), ich musste nicht nachreiben. Die Führungsohre gleiten sauber und geschmeidig in der Lagerbronze.
Jetzt müssen nur noch die Schutzrohre auf die unteren Gabelrohre (Führungsrohre) geschweißt werden. :prost2:

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Re: Telegabel-Überholung, ausführlich°

Beitrag von BeNZin68 » 29. Mai 2014, 20:27

Ich habe es per Hand gerieben. Dachte, das durch den langen Anschnitt so einer verstellbaren Reibahle eigentlich nicht´s schiefgehen kann. Werde ich wohl nochmal machen dürfen. Eigentlich währe es mir schon fast lieber, wenn ich jemanden fände, der das macht.
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