Wirkungsweise der hinteren Stoßdämpfer °

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Wirkungsweise der hinteren Stoßdämpfer °

Beitrag von Ralle » 26. Juli 2004, 20:37

Ich habe heute versucht anhand der Anleitung die hinteren Stoßdämpfer zu befüllen und zu komplettieren.
Das mit dem Ölbad usw. war ja noch relativ einleuchtend aber dann...
In das Mantelrohr sollen noch ca.1/3 Öl rein und dann soll der Dämpfungszylinder mit rausgezogenem Kolben in dem Mantelrohr verschraubt werden.
Das ganze funktioniert auch soweit, der Kolben ist dann ganz draussen und man spürt einen Widerstand. Soweit alles klar aber das gesamte Mantelrohr ist doch bis zum Anschlag mit Öl gefüllt.
Wenn man auf den Kolben drückt kommt das Öl an allen Poren der Verschraubung und am Kolben selber raus.
Daniel hat mal geschrieben, das er die Verschraubung verklebt hat weil es bei ihm undicht war.
Aber wenn alles mit Öl gefüllt ist wird es doch immer irgendwo rausdrücken oder nicht?
Man presst doch nur das Öl zusammen.
Es sei denn meine Dämpfer sind, wie ich schon befürchtet habe am Ende.
Ich habe zwar soweit es geht alles überholt aber ich werde wohl nicht um (teuren)Ersatz herum kommen.

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Beitrag von Gobi » 26. Juli 2004, 20:48

Nein, die Dämpfer pressen das Öl nicht zusammen, sondern spülen es sozusagen um. Ganz unten ander Kolbenstange ist deshalb so eine Art Ventil.
Das Gewinde war original mit einem Gummistück gedichtet, das kann man aber auch anders machen- ansonsten müssen die Simmeringe dicht halten..... da gibts schon was drüber geschrieben
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Beitrag von Ralle » 27. Juli 2004, 07:44

Das würde ja bedeuten, das man den Kolben mit einem gewissen Druck bis nach unten drücken könnte.
Das ist bei mir aber absolut nicht der Fall. Da muß man schon gewaltig drücken und irgendwann kommt das Öl oben raus.

Ich wollte auch nur sicher gehen, ob ich auch alles richtig montiert habe, denn in der Anleitung steht auch etwas von 1/3 Öl in das Mantelrohr als Ölreserve.
Wenn ich das so mache wie beschrieben ist das ganze Ding restlos mit Öl gefüllt, ohne Luft dazwischen.

Bei dem großen Druck, den ich ausüben muß, bis sich der Kolben bewegt, erscheint es mir logisch, das das Öl irgendwann rausdrücken muß. Ich denke mal, das ich noch irgedwo was falsch gemacht habe.

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Beitrag von Gobi » 27. Juli 2004, 17:25

Ralle hat geschrieben:Das würde ja bedeuten, das man den Kolben mit einem gewissen Druck bis nach unten drücken könnte.
Genau so soll es sein.
Das Teil ist ja nur ein Dämpfer!
Unten am Kolben sind zwei Scheiben, eine mit Löchern, die erzeugen einen gewissen Wiederstand im Öl.
Ich weiß ja nicht was Du alles gemacht hast, deswegen ist es schwer aus der Ferne was zu sagen.
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Beitrag von Ralle » 27. Juli 2004, 22:03

Gobi, das alles leuchtet mir ein, was mir nur noch ein Rätsel ist, ist folgende Tatsache.
Wenn man in einem geschlossenen, mit Öl gefüllten Behälter(Mantelrohr) versucht einen Kolben hineinzudrücken, wo soll das Öl denn hin, der Behälter ist restlos mit Öl gefüllt!
Man kann doch nicht Öl soweit komprimieren das es den gesamten Federweg mitmacht.

Übrigens konnten mir die Experten von der Braunschweiger Apotheke mir die genaue Funktion sowie den Zusammenbau auch nicht erklären, sondern nur auf Neuteile verweisen.
Auch andere EMW-Händler waren nicht in der Lage das genaue Zusammenbauen zu erklären.
Vor Jahren das letzte mal gemacht war der meiste Tenor.

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Beitrag von Gobi » 27. Juli 2004, 22:49

Zur Erinnerung noch mal der Text:
Nachdem die Kolbenstange wieder vollständig hergerichtet ist, wird der Dämpfungszylinder allein senkrecht in einen Ölbehälter gesetzt, dessen Ölstand mindestens genauso hoch ist, wie der Dämpfungszylinder lang ist. Danach wird die Kolbenstange und die Federsicherung zur Halterung des Gleitstückes im Dämpfungszylinder wieder eingeschoben. Der Kolben wird nun mehrere Male unter Festhalten des Dämpfungszylinders unter Öl auf und nieder gedrückt. Man läßt diese beiden Teile mindestens eine Stunde in Öl stehen, damit sich alle Luftbläschen an der Oberfläche sammeln. Das gesäuberte Mantelrohr des Stoßdämpfers wird nun etwa ein Drittel hoch mit Frischöl gefüllt. Der Kolben wird, solange der Dämpfungszylinder noch unter Öl steht, bis zum Gleitstück hochgezogen, in diesem Zustand aus dem Ölbad herausgenommen und in den Mantel des Stoßdämpfers eingeführt. Nach Eindrücken des Gummiringes zwischen Stoßdämpferzylinder und Mantelrohr, wird die Verschlußmutter wieder aufgeschraubt. Ist die Arbeit richtig ausgeführt, so ist beim Niederdrücken des Kolbens der Widerstand spürbar. Nach dieser Arbeit kann der Stoßdämpfer wieder in das Gleitrohr eingebaut werden.
Der Kolben dichtet ja durch das "Ventil" und weil er gar nicht sooo genau passt garnicht komplett ab (eigendlich).
Er soll nur schwergängig durchs Öl gehen.
Bei Dir kommt offensichtlich das Öl nicht durch, also sind warsch, die kleinen Löcher dicht.
Im Text ist auch nochmal von dem Gummiring die Rede, der nur gegen das Gewinde Dichten soll.

Siehe auch Hier
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Beitrag von Andrebiker » 28. Juli 2004, 05:59

Ralle hat geschrieben:Übrigens konnten mir die Experten von der Braunschweiger Apotheke mir die genaue Funktion sowie den Zusammenbau auch nicht erklären, sondern nur auf Neuteile verweisen.
Auch andere EMW-Händler waren nicht in der Lage das genaue Zusammenbauen zu erklären.
Das wundert mich nicht. Nachfertigungen zweifelhafter Herkunft und Qualität zu Wucherpreisen anbieten, ohne zu wissen, wie das Zeug überhaupt funktioniert, das ist die Devise. Aber irgendwie schaffen´s diese Leute, daß die Kundschaft immer wieder hin rennt, den Versprechungen glaubt und damit das sauer verdiente Geld mit beiden Händen aus dem Fenster wirft, weil sie glaubt, die Typen hätten Ahnung. :mecker:

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Beitrag von Ralle » 28. Juli 2004, 08:33

Ich bin aber immer noch der Meinung, das wenn durch die Bodenventile das Öl strömen soll, dann muß auch Platz zum strömen da sein und wenn das Mantelrohr komplett mit Öl gefüllt ist funzt das nicht .
Ich werde das noch mal probieren, indem ich einfach im Mantelrohr Luft lasse.

Wenn nicht haben diese Leute mal wieder gewonnen, die von der Dummheit (meiner) anderer Leute leben, dann muß ich mich nämlich mal nach regenerierungsfähigem Ersatz umsehen.

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Beitrag von Daniel Dorn » 28. Juli 2004, 09:20

Das steht auch nirgendswo das du das Mantelrohr bis oben hin vollkippen sollst. Wenn im ganzen Dämpfer 3/4Voll das Öl steht, dann reicht das zu. Deckel drauf und schauen ob du beim runterdrücken einen Widerstand merkst. Wenn ja, dann ist alles I.O.

Die Wirkungsweise, Funktion und Anwesenheit dieser Dämpfer bezweifliche ich sowieso bis heute............

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Beitrag von EMW-Junkie » 28. Juli 2004, 10:06

Da hat Daniel absolut Recht. Ich habe auch versucht, meine nach bestem Wissen und Gewissen hin zu bekommen. Jetzt sabbern sie leicht vor sich hin und das lasse ich auch so.

Wahrscheinlich hat es überhaupf keinen Sinn, sich mit den alten große Mühe zu geben (Dichtringtausch, usw.). 100%ig werden die sowieso nicht mehr. Dazu müßte man (mindestens) auch die Kolbenstange gegen eine hartverchromte austauschen.

Unabhängig davon bin ich während meiner Dämpferbastelei gänzlich ohne gefahren. Das Fahrverhalten ist ganz genau wie voher (jedenfalls Solo, mit Sozius könnte anders ausssehen).
Durch die Konstruktion der Hirafe mit diesen coolen Pertinaxbuchsen hat das ganze ja auch viel mehr Eigenreibung als moderne Fahrwerke.
Schließlich gab es ja auch mal reibungsgedämpfte Stoßdämpfer. So was war bei meiner Schwalbe von `68 verbaut :kotz: :nein:
BildOldis fahren und daran schrauben macht süchtig!Bild

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Beitrag von Mike22 » 14. Dezember 2004, 09:42

Habe einen Dämpfer nun nach Anleitung befüllt.
Beim Reindrücken baut sich der Gegendruck auf. Rausziehen läßt sich die Stange allerdings sehr leicht! Aber gerade der Federrückstoß soll doch gedämpft werden?

1) Ist das bei euch auch so ??
2) Wie ist das bei den Nachbauten? Schwer rein--leicht raus oder beides schwer?
3) Leider sabbert es etwas trotz des Gummis am Gewinde heraus. Welche Dichtmasse könnt ihr empfehlen? Ist ja alles ölig.



@Ralle
Hier noch mal schön die Wirkungsweise beschrieben:
Übrigens beim Rausdrücken des Bodenventils zwecks Reinigen verbiegt man unter Umständen eine der 3 Haltenasen und somit klemmt das Lochblech im Bodenventil. Könnte eine Ursache sein weshalb Dein Kolben sich so schwer drücken ließ.
Die Wirkungsweise des Stoßdämpfers ist folgende:

Beim Durchfedern des Rades bewegt sich der Achshalter und damit der Stoßdämpferkolben im Zylinder nach oben. Das darüber vorhandene Öl wird durch das offene Kolbenventil nach unten gedrängt. Diese Ölmenge reicht jedoch nicht für die Füllung der unteren Zylinderhälfte aus; durch das entstehende Vakuum öffnet sich das Bodenventil und die fehlende Menge wird aus dem Zylindermantel nachgesaugt.

Beim Aufschnellen der Feder bewegt sich der Achshalter mit dem Stoßdämpferkolben wieder abwärts, dabei schließt sich das Kolbenventil teilweise. Das Öl wird nach oben hindurchgepreßt. Der Raum über dem Kolben ist durch das Vorhandensein der Kolbenstange aber nicht groß genug, das verdrängte Öl aufzunehmen. Durch den entstehenden Druck öffnet sich ein kleiner Durchflußquerschnitt des Bodenventils in umgekehrter Richtung. Die überschüssige Ölmenge wird nach außen in das Mantelrohr gepreßt. Der unter Druck vor sich gehende Öldurchfluß durch Kolben- und Bodenventil bewirkt die Dämpfung des Federrückstoßes.
Gruß Mike

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Beitrag von Gobi » 14. Dezember 2004, 15:13

bezieht sich der Text wirklich auf die EMW HiRaFe- Dämpfer?
Ich habe eher den Eindruck, das sie das Öl nur hin und her spülen... viel mehr braucht man sich davon glaube ich auch nicht erwarten, zu einer bescheidenen Dämpfung sollte das wohl reichen, einige fahren eh' ganz ohne.
Dicht solltest Du sie allerdings schon bekommen- vielleicht versuchst Du's mal mit Teflonband, wie man es auch für Wasserrohre nehmen kann- das sollte hinhauen- wenn es wirklich bei den Gewinden leckt.

Das die Stange leichter raus geht, ist schon komisch- hast Du das Ventil falschrum aufgenietet? Das Bodenventil habe ich nie rausgenommen, sondern nur gründlich gespühlt.

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Beitrag von Mike22 » 14. Dezember 2004, 15:53

Also zitiert habe ich hieraus.(Punkt3.3-Hinterradfederung)

Ich gehe davon aus das das der Originaltext ist und nicht eine Eigeninterpretation von miraculis. Ist wohl eine andere Version der BA.

Das Ventil müßte richtig herum liegen, da ich mich an den Aufbohrspuren orientiert habe. Ich habe nicht genietet, sondern Gewinde eingesetzt. Das Ventil läßt sich frei bewegen.

Ich werde heute noch einen zweiten befüllen. Mal sehn wie es da läuft. Das Teflonband werde ich mal austesten.

Gruß Mike

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Beitrag von Andrebiker » 14. Dezember 2004, 16:26

Nee nee, das ist schon richtig so. Beim Einfedern zieht es die Stange raus ohne Widerstand und demzufolge ohne Dämpfung. Gedämpft wird nur das Zurückfedern, also das Reindrücken der Stange. Sowas nennt man einfach wirkende Stoßdämpfer. ;-)

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Beitrag von Mike22 » 14. Dezember 2004, 16:33

:shock: :!:

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