Opa's 1949 BMW R35 wird wieder flott gemacht

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Speedy24
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Opa's 1949 BMW R35 wird wieder flott gemacht

Beitrag von Speedy24 » 10. August 2010, 10:32

Hallo Leute,

ich bin der Alex, 19 Jahre alt und komme aus Nürnberg.

Mein Opa hat im 2. WK bei den Sovjets gedient und hat auf der Heimreise eine 1949er BMW R35 mitgenommen. Diese hat er eine Zeitlang gefahren und irgendwann in einer trockenen Garage eingemottet, wo sie die letzten 40-45 Jahre verbracht hat.
Grund dafür war wohl sein Neffe, dem mein Opa die R35 mal geliehen hat... Ganz kurz und Schmerzlos: er hat sich wohl einige Teile klauen lassen, wie: Vergaser, Hinterrad Lenker (soviel ist mir bekannt, hoffenlich nicht mehr)

In ein paar Wochen fahre ich meinen Opa wieder besuchen und habe vor, die R35 aus ihrem Schlaf zu wecken :) Dafür werde ich euere Hilfe brauchen, da ich mit alten Motorrädern noch nicht viel zu tun hatte.

Ich hoffe, dass der Rost an der R35 nur wenig genagt hat, wollte bei Möglichkeit den Originallack beibehalten. Was wird man an Motor und Getriebe tun müssen, um sie wieder zum laufen zu bringen? Wie siehts mit Ersatzteilen aus (v.a. mit den geklauten..), noch zu bekommen? (BMW und nicht EMW!)

Dass es ein Teuerer Spaß wird ist mir bekannt, wird halt das (noch) Hobby Nr. 1 einstecken müssen: Modellbau (fahre Methanol Onroad-Verbrenner in 1:10)

Näheres zum Zustand, Bilder etc. wirds erst in ca 2 Wochen geben


*EDIT* Ich werde diesen Thread als eine art Restautationstagebuch benutzen

Das Inhaltsverzeichnis

Aus dem Schuppen geholt - 2010
Wieder aus dem Schuppen geholt - 2014
Diverse fragen - beantwortet
Einkauferei geht los: Heckfelge, Bremsankerplatte, Zünddose, Vergaser, Gasgriff


Viele Grüße, Alex
Zuletzt geändert von Speedy24 am 1. Dezember 2015, 23:39, insgesamt 8-mal geändert.
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emw-ute
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Re: Die Anfänge einer langen Restauration...

Beitrag von emw-ute » 10. August 2010, 13:35

Speedy24 hat geschrieben:
... Ganz kurz und Schmerzlos: er hat sich wohl einige Teile klauen lassen, wie: Vergaser, Hinterrad Lenker (soviel ist mir bekannt, hoffenlich nicht mehr)

In ein paar Wochen fahre ich meinen Opa wieder besuchen und habe vor, die R35 aus ihrem Schlaf zu wecken :) Dafür werde ich euere Hilfe brauchen, da ich mit alten Motorrädern noch nicht viel zu tun hatte.

Ich hoffe, dass der Rost an der R35 nur wenig genagt hat, wollte bei Möglichkeit den Originallack beibehalten. Was wird man an Motor und Getriebe tun müssen, um sie wieder zum laufen zu bringen? Wie siehts mit Ersatzteilen aus (v.a. mit den geklauten..), noch zu bekommen? (BMW und nicht EMW!)

....Näheres zum Zustand, Bilder etc. wirds erst in ca 2 Wochen geben

Gruß, Alex
Hallo Alex,

willkommen im Forum.

Zur Beantwortung Deiner Fragen:
das, was man tun muss und was das dann kosten wird, hängt logischerweise vom tatsächlichen Zustand ab. Die vorgefundenen "Zustände" sind so unterschiedlich, dass man vorab nur pauschale Allgemeintipps abgeben könnte. Lösbar ist grundsätzlich alles :) und kompetente Hilfe wirst Du hier bekommen.

Daher sind wir gespannt auf Deine Beschreibung nach Besichtigung und die ersten Fotos.
2 Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Beim Universum bin ich mir allerdings noch nicht sicher (Einstein).

Es gruessen emw-ute & klaus & die 55er emw.

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Paul R 35
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Re: Die Anfänge einer langen Restauration...

Beitrag von Paul R 35 » 10. August 2010, 17:48

Speedy24 hat geschrieben:...hat sich wohl einige Teile klauen lassen, wie: Vergaser, Hinterrad Lenker...
...Wie siehts mit Ersatzteilen aus (v.a. mit den geklauten..), noch zu bekommen? (BMW und nicht EMW!)
Bei der 51-er Awtowelo BMW R-35 ist der Vergaser der gleiche (BVF) wie bei der EMW, den gibt es hier im Forum von Izzy als Neuanfertigung angeboten.
Der Lenker ist bei den Maschinen der ersten Hälfte 1951 anders (25 mm mit Innenzughebel) als bei den Maschinen der zweiten Hälfte (22 mm mit Außenzughebel, der gleiche wie bei der EMW). Also währen Bilder von der Maschine hilfreich, um genau fest zustellen, was an ihr fehlt und was an sie dran gehört.
Das Hinterrad mit einer brauchbaren Nabe (Mitnhemerverzahnung) zu finden wird das größte Problem sein.

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Re: Die Anfänge einer langen Restauration...

Beitrag von onkel » 12. August 2010, 13:10

Hallo Speedy24,
Viel Spass mit Deinem Neuerwerb.
Es gibt alle Teile für Deine BMW, keine Sorge.
Bei Nachfertigungen musst Du nur auf die Qualität achten, aber da wird Dir hier schon geholfen.
Hinterräder mit guten Mitnehmern sind wie der Kardan die Schwachstelle der R35.
Aber auch hier ist die Reparatur und Beschaffung kein Problem.
Gruss Onkel,
aus dem wilden, sonnigen Süden

http://www.bmw-r35.de

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Re: Die Anfänge einer langen Restauration...

Beitrag von Speedy24 » 20. August 2010, 12:02

So, melde mich aus dem Urlaub wieder!

Hab die Geschichte wohl falsch verstanden, die R35 wurde in der Sovjetunion gekauft und hat somit auch sovjetische Papiere. (= Probleme?)

Anscheinend fehlt mehr als gedacht, einigen Teilen war wohl langweilig, haben beine bekommen und sind abgehauen lol Seht euch einfach die Bilder an.
Auf jeden fall fehlt noch der Auspuff, scheinwerfer ist von einer Izh 56

Habe unter den Bergen an Motorrad-Teilen (das meiste leider aus sovjetischer Produktion) noch ne Bosch LiMa gefunden. Original und brauchbar?

hier die versprochenen Bilder. Meldet euch, falls es weitere Bilderwuensche gibt.

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Was fehlt alles, zu bekommen und wie teuer (pi mal daumen)?


Gruss, Alex

p.s. habe hier noch eine Dnepr 11 mit Beiwagen rumstehen, nur originalen 220km (zweihundertundzwanzig!!!) Gekauft, paar Tage gefahren und abgestellt. Jemand interesse?
Zuletzt geändert von Speedy24 am 26. September 2013, 00:13, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Die Anfänge einer langen Restauration...

Beitrag von Tosch » 20. August 2010, 21:03

Ist der Tank etwas verchromt ? :shock:

mir auffallende Fehlteile:
Vergaser mit Luftfilter,
Auspuff,
Lenkerarmaturen,
Zünddose (schlecht zu sehen),
Bremsgestänge und -Hebel hinten
Lampe mit Tacho
Reifen
Sozius-Teile (Sattel, Trittbretter)
Rücklicht, Hupe, Tachowelle.

Ein paar große Scheine werden da wohl versenkt werden müssen, kommt auch stark drauf an, wie gut das vorhandene noch beieinander ist (Tank innen rostig? Motor-Innereien? Kardan? Mitnehmer Hinterrad? ... ) .
Scheint aber eine durchaus brauchbare Basis zu sein!

Gruß
Tosch
EMW R35/3 Bj.52 --- AWO T Bj.56 --- ETZ 251 Bj.89

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Re: Die Anfänge einer langen Restauration...

Beitrag von cs_joker7 » 20. August 2010, 21:07

Na so schlecht sieht die doch gar nicht aus...
Noch ein paar Fragen vor dem Kostenvoranschlag der Restauration:
- Willst Du eine 100% originale Glitzerkiste daraus machen oder soll sie lediglich wieder fahrbereit gemacht werden?
- Ist die gesamte Maschine ohne irgendwelche sichtbaren Beschädigungen?
- Ist der Motor frei, schaltet das Getriebe und dreht der Kardan leicht + ohne Spiel?
- Ist der Tank innen rostfrei, sind die Räder ok und federt die Gabel noch?

Gruß Christian
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Re: Die Anfänge einer langen Restauration...

Beitrag von Speedy24 » 21. August 2010, 08:51

Hallo und :danke: fuer eure Antworten!

Vorerst mochte ich die R35 "nur" zum laufen bringen und dabei moeglichst BMW-Teile, gern auch gebraucht im brauchbaren Zuastand oder Nachbauten nutzen. Danach wirds vlt mal zur Glitzerkiste :mrgreen:

Zuenddose ist da
Der Tank wurde mal verchromt :shock: Innen nur etwas dreckig und etwas flugrost angesezt, nix dramatisches.
Motor dreht durch und hat Kompression. Getriebe laesst sich durchschalten, Kardan dreht mit, nur minimales spiel.
Das Vorderrad ist wohl noch OK, Daempfer weiss ich nich. HINTERRAD IST NICHT ORIGINAL UND PASST NICHT, nur zum hinstellen. (fehlt ganz!)
Weitere Schaeden sind mir nicht bekannt.

Gruss, Alex :hüpf:
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Re: Die Anfänge einer langen Restauration...

Beitrag von cs_joker7 » 21. August 2010, 09:36

Sollte der Motor noch ordentlich Kompression aufbauen und auch ansonsten insgesamt keine Schäden vorhanden sein sehe ich keine großen Probleme in der Wiederinbetriebnahme.
Besorg Dir also Auspuff, Vergaser, komplettes HiRa, kompletten Scheinwerfer mit Inhalt und den ggf. nötigen Kleinkram wie Kabelbaum, Bowdenzüge, Dichtungen, Öl usw., die dafür anfallenden Kosten würde ich je nach Zustand & Schnäppchenbonus auf insgesamt 500,- bis 800,- Oi's ansetzen.
Viel Erfolg!

Gruß Christian
Zuletzt geändert von cs_joker7 am 21. August 2010, 10:35, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Anfänge einer langen Restauration...

Beitrag von Speedy24 » 21. August 2010, 10:03

Das klingt ja besser als gedacht :hüpf: Muss dann noch die Wiedereinfuhr nach Deutschland wieder organisieren, hoffenlich ohne Probs vom Zoll..


Gruss und :danke: nochma, Alex
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Re: Die Anfänge einer langen Restauration...

Beitrag von EMW1954 » 21. August 2010, 11:45

Satteldecke, Rücklicht, Vergaser, lenkeramturen und Lampe werden so ziemlich die größten Sorgen bzw Kosten verursachen und nicht so einfach zu besorgen sein. Der Rest an Neuteilen wie Reifen, Bowdenzüge Kabelbaum ist ja schnell gekauft.

Preislich würde ich mich Christian anschließen bzw noch etwas nach oben tenndieren, den Lenker + Anbauteile und die Lampe werden schnell die 500er Marke knacken.

Gruß
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Re: Die Anfänge einer langen Restauration...

Beitrag von Benzinkuh » 21. August 2010, 12:33

Speedy24 hat geschrieben:Das klingt ja besser als gedacht :hüpf: Muss dann noch die Wiedereinfuhr nach Deutschland wieder organisieren, hoffenlich ohne Probs vom Zoll..


Gruss und :danke: nochma, Alex
Hallo Alex
Fahrzeuge die älter als 50 Jahre sind dürfen nicht aus Russland ausgeführt werden.
Evtl in Teilen!?
Paul R35 wird Dir bestimmt ein paar Tipps geben.
Gruß
Michael
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Re: Die Anfänge einer langen Restauration...

Beitrag von Speedy24 » 21. August 2010, 17:39

Es ist nicht Russland sondern Moldawien :P

Habe kaum Sorgen das die R35 ueber die EU-Grenzen zu schaffen (notfalls in Einzelteilen), eher bei der Zulassung, da nie in D gelaufen ist ("Das sind Sovjet-Papiere, wie rueber geholt??? oO")

Mal schauen was in den etlichen Kisten an Motorradteilen noch rumliegt... (Viele viele Teile von Sovjet-Raedern - Vergaser, Motoren... iwer Interesse?)

Gruss, Alex
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Re: Die Anfänge einer langen Restauration...

Beitrag von Paul R 35 » 21. August 2010, 20:04

Speedy24 hat geschrieben: Das Vorderrad ist wohl noch OK, Daempfer weiss ich nich.
Diese Gabel hat keine Dämpfer, nur Federn. Das Öl in der Gabel dient nur für die Schmierung der Buchsen.

Die Bosch Lichtmaschine ist für dieses Baujahr nicht original, aber wenn sie funktioniert (oder noch zu reparieren ist), wird aber keine große Sünde sein, wenn man sie dran schraubt.

Was den Lenker betrifft, an diese Maschine gehört noch der "alte" 25 mm Lenker.

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Re: Die Anfänge einer langen Restauration...

Beitrag von Speedy24 » 22. August 2010, 08:39

Die originale LiMa (die bis jetzt wohl noch nie ausgebaut wurde) sieht von Innen wie neu aus :D Werde die Bosch auch mal sauber machen, fuer den deutschen Markt

Zuenddose ist wie neu (und original) :D

Die hinten Montierte Felge soll eine Vorderfelge der R35 sein, noch etwas Geld fuer die Restaurationskasse.

Gruss, Alex
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