R4 Zylinder und Kolben auf der R35

Modifikationen, Tuning, Styling oder einfach rumspinnen....
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nafets
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R4 Zylinder und Kolben auf der R35

Beitrag von nafets » 17. September 2015, 07:27

Hallo liebe Forumsmitglieder,

hab einen R4 Zylinder und Kolben (mit 3 Kompressionsringen) und will den im kommenden Winter auf meine R35 bauen. Details und Fragen folgen.

Gruß
Stefan

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onkel
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Re: R4 Zylinder und Kolben auf der R35

Beitrag von onkel » 17. September 2015, 18:19

Stefan, das passt aber nicht so einfach.
Bei späten Motoren musst Du die Zylinderaufnahme im Block ausschleifen,
Einen R4 Kopf oder einen umgebauten R35 Kopf brauchst Du auch
Gruss Onkel,
aus dem wilden, sonnigen Süden

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Re: R4 Zylinder und Kolben auf der R35

Beitrag von nafets » 17. September 2015, 22:38

Onkel,

danke für den Hinweis.
Es gibt im Forum einen Beitrag von Takin Treiber in dem recht gut beschrieben ist, was er alles gemacht hat um den R4-Zylinder auf dem R35 Block und mit R35-Kopf zusammenzubringen. Muß es nur wieder finden, aber so weit ich mich erinnere, sind neben dem von Dir beschriebenen Ausschleifen des Gehäuses als hauptsächliche Maßnahme, das Versetzen der Bolzen des Zylinderkopfes nötig.
Bin aber jetzt schon für alle Tips dankbar, auch wenn ich erst im Winter anfangen will.
Kolben mit Bolzen und Ringen gewogen, 478g.
Mein derzeitiger Kolbenbolzen hat 20mm, der Bolzen im R4-Kolben leider nur 18mm.

Gruß
Stefan

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Re: R4 Zylinder und Kolben auf der R35

Beitrag von nafets » 18. September 2015, 22:52

mein Zylinder R4.JPG
mein Zylinder R4.JPG (24.69 KiB) 7602 mal betrachtet
Hallo liebe Forumsmitglieder,

ein paar theoretische Gedanken, die mir so durch den Kopf gehen:
nachdem im Zylinderkopf sowieso die Bolzen in größerem Abstand passend zu den Bohrungen im R4-Zylinder eingesetzt werden müssen, warum dann nicht gleich sogenannte Dehnstiftschrauben einsetzen, und zwar in den Zylinderkopf. So lang, daß sie bis kurz über die Stehbolzen am Zylinderfuß reichen. Zylinderrippen müssen natürlich durchgebohrt werden.
Dehnstiftschraube.JPG
Dehnstiftschraube.JPG (10.68 KiB) 7602 mal betrachtet
Dehnstiftschrauben jedoch mit Linksgewinde. Die Verbindung zu den Stehbolzen dann mittels einer Sechskantverlängerungsmuffe, in die von einer Seite ein Rechts- und von der anderen Seite ein Linksgewinde eingeschnitten ist.
Verbindungsmuffe.JPG
Verbindungsmuffe.JPG (12.71 KiB) 7602 mal betrachtet
Hätte den Vorteil, daß
1. der Zylinder nicht durch den R35-Kopf verspannt wird, der doch schlechter aufliegt als beim r35-Zylinder
2. nicht mehr die Gefahr besteht, daß der Zylinder reißt (meiner hat 80,5mm Bohrung)
3. die schlechte Zugänglichkeit der Muttern zur Zylinderkopfbefestigung entfällt.
Die Frage ist nur, wo bekommt man solche Dehnstifte in der Wunschlänge mit Linksgewinde oder Rohlinge, auf die ich das Gewinde dann selbst schneiden kann?
Prinzip Dehnstifte Linksgewinde.JPG
Prinzip Dehnstifte Linksgewinde.JPG (17.45 KiB) 7602 mal betrachtet
Das nächste ist natürlich der schwere Kolben
mein Kolben R4.JPG
mein Kolben R4.JPG (13.22 KiB) 7602 mal betrachtet
Glaub kaum, daß ich da 150 Gramm abtragen kann.
Zudem muß ich die Bohrung für den Bolzen auf 20mm vergrößern und reiben + neue Nuten für die Sicherung einstechen. Fleisch ist genügend da.
Mir wäre natürlich ein moderner Kolben mit 3 niedrigeren Ringen und kürzerem Hemd lieber, aber diese Kolben haben dann gleich 10 - 20mm weniger Kompressionshöhe, und das müßte ich dann auch am Zylinder kürzen, damit die Verdichtung erhalten bleibt. So viel geht natürlich niemals, auch wenn wegen der Befestigung mittels der durchgehenden Bolzen natürlich an der Unterseite vom Flansch des Zylinderfußes ordentlich Material weg kann, denn es wird beim Verschrauben wegen der "durchgehenden" Bolzen natürlich keine Kraft von oben über die Mutter auf den Flansch ausgeübt.

Fragen über Fragen

Gruß
Stefan

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Re: R4 Zylinder und Kolben auf der R35

Beitrag von schraubkruemmer » 19. September 2015, 15:04

Nur mal so ne Frage am Rande, für was soll der ganze Aufwand gut sein??? Du machst aus `nem Droschkengaul kein Rennpferd und hast jede Menge Teile versaut.

Grüße Tobias
"The difference between men and boys is the size of their toys."
C. Shelby

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Re: R4 Zylinder und Kolben auf der R35

Beitrag von nafets » 19. September 2015, 15:58

Hallo Tobias,

Du hättest Doch einfach schreiben können, daß Du es nicht gut findest, Originalteile von alten Motorrädern zu verändern.

Für was es gut sein soll, ist doch klar:
mehr Hubraum
mehr Leistung
mehr Beschleunigung
mehr Spass

Sinn oder Unsinn? Wo hört der Ackergaul auf und wo fängt das Rennpferd an?

schönen Gruß
Stefan

PS:
Ob es nötig ist, den R4-Zylinder wegen der durchgehenden Bolzen wirklich durchzubohren, ist doch noch gar nicht raus.
Aber die Löcher für die Stehbolzen im Kopf müssen versetzt werden, sonst bräuchte ich eine Adapterplatte zwischen Kopf und Zylinder :think:

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Re: R4 Zylinder und Kolben auf der R35

Beitrag von emw68 » 20. September 2015, 10:19

Ich könnte den Zylinder brauchen :banane:

Ich meine nur bevor du Löcher rein bohrst

Ich denke, daß dich der Umbau Leistungs- und Spassmäsig, nicht weiter bringt.
Die R4 hat doch auch nur 14 PS.

Da wäre mir der Aufwand zu groß.

Gruß Lutz

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Re: R4 Zylinder und Kolben auf der R35

Beitrag von schraubkruemmer » 20. September 2015, 11:46

Stefan,
war ja nur meine Meinung zum Thema. Originale Teile werden`s immer weniger.

Grüße Tobias
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Re: R4 Zylinder und Kolben auf der R35

Beitrag von onkel » 20. September 2015, 12:56

durchbohren bringt nichts !

Der Lochkreis der Fussbefestigung ist ein anderer als von der Kopfbefestigung.

natürlich kann man aus der R35 kein Rennpferd machen , aber das Drehmoment steigt, wie der gute alte Enzo schon gesagt hat : Hubraum ist durch nichts zu ersetzen, außer durch noch mehr Hubraum ....

und Spass macht die Schrauberei doch
Gruss Onkel,
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Re: R4 Zylinder und Kolben auf der R35

Beitrag von tilo_guenther » 21. September 2015, 14:47

...es wird originale Substanz zerstört und der Zugewinn an Power ist lächerlich. Naja.
ich würde mir ein anderes Motorrad kaufen - es gab schöne und schnelle Vorkriegskisten!

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nafets
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Re: R4 Zylinder und Kolben auf der R35

Beitrag von nafets » 22. September 2015, 19:33

:bang: ja, ich kanns bald nicht mehr hören, mit dem Zerstören der originalen Substanz.
:motz: Klingt immer so, als würd ich den letzten Vertreter einer aussterbenden Tierart meucheln. :motz:
Teile gibt es doch genug, will nicht wissen, wer da was alles im Keller bunkert, damit es nicht in meine zerstörerischen Hände fällt. :snif:
Das sind alles nur von Menschen erdachte und gemachte alte Metallteile. Gemacht wurden sie, damit wir unter anderem Spaß damit haben und den gönn ich mir! :banane:
Jeder, der einen Meter mit seinem Motorrad fährt, verschleißt wertvolle Originalsubstanz... :sad:
Jeder der Rost abschleift... :mecker:
Jeder der alte Farbe runterkratzt... :nono:
Jeder der abblätternden Chrom... :nein:

und um so mühsamer der Zugewinn an Leistung ist, umso mehr macht es mir Spaß. :rollo:
Natürlich ist der absolute Gewinn lächerlich, das ist doch die Serienleistung auch, umso wichtiger ist jedes dazugewonnene PS. :king:
Zuletzt geändert von nafets am 5. November 2015, 21:07, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: R4 Zylinder und Kolben auf der R35

Beitrag von madfrog » 23. September 2015, 04:00

Naja!
Von der Idee mit den Zugankern halte ich auch nichts! :nein:
Hat Gobi beim Hobomotor gemacht viel Aufwand und eine seltsame Optik! :mecker:
Umgebaute R35 Köpfe habe ich zwei Lösungen gesehen.
Stehbolzen entfernt und die Gewindelöcher zugeschweißt.
Bei der anderen Variante waren die Bolzen plan mit dem Kopf und die neuen Gewinde für die Bolzen des R4 Zylinders waren so halb im alten Bolzen und im Alu des Kopfes.
Bei der letzteren Lösung sahen die alten Bolzenstümpfe irgendwie vom Durchmesser größer aus!
Das ist aber schon Jahre her! Ich kann mich auch irren. :roll:
Oder R4 Kopf aber selten und TEUER.
Der Onkel hat bestimmt schon mal so einen Motor gebaut. :pat:
Gruß Alf

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Re: R4 Zylinder und Kolben auf der R35

Beitrag von Gobi » 28. September 2015, 12:12

Ich finde den Gedanken auf den ersten Blick erstmal ok. Mal gründlich überlegen, wo da der Haken sein könnte. Teile wirst Du Dir wohl alle anfertigen müssen denke ich, da müsstest Du schon viel Glück haben was zu finden.

Mein System der Zuganker kann man wirklich nur sehr bedingt empfehlen. Noch mal zusammengefasst:
1. habe ich die Ölsteigleitung angebohrt, was man allerdings vermeiden könnte, wenn man es erstmal kommen sieht. (Du würdest da wohl nicht in die Nähe kommen, Dein Lochkreis wäre ja ein anderer -aber besser kontrollieren)
2. Wenn ich den Kopf abnehmen will, müssen die Kipphebelwellen raus
3. der Kopf geht nur noch oben ab, wenn ich die Motorhalterung löse um ihn leicht schräg kippen zu können

na ja, jetzt weiß man es - damals musste es unbedingt so gemacht werden. Andererseits, es gibt eine menge moderner Maschinen, wo der Aufwand weit größer ist. Und ich kann die Schrauben nun wirklich anknallen - ich habe z.B. nur eine dünne Kupferdichtung drin. Und theoretisch eine größere Verdichtung - allerdings nicht messbar, da die Ventilüberschneidung wieder so groß ist.....
Wenn du tot bist, dann bist du lange Zeit tot.
Burt Munro

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Re: R4 Zylinder und Kolben auf der R35

Beitrag von nafets » 1. Oktober 2015, 23:17

Hallo liebe Forumsmitglieder,

derzeitiger Plan sieht so aus:

1. Der R4-Zylinder wird erst mal zwecks durchgehender Stehbolzen nicht durchgebohrt, sondern bleibt unberührt wie er ist.
Das mit den durchgehenden Stehbolzen kann ich auch später noch mal angehen, insbesondere der um 2 mm unterschiedliche Lochkreis von den Bohrungen oben am Zylinder und unten am Zylinderfuß paßt nicht sauber für durchgehende Bolzen, obwohl ich glaub, daß das bei der Länge der Bolzen nicht wirklich ein Problem wäre.

2. Dann die Dichtfläche zwischen R35 Kopf und R4 Zylinder. Diese überschneidet sich natürlich weniger. Werde die Dichtung aus Kupferblech machen, weichglühen und ausprobieren.

3. Die Stiftschrauben aus einem alten Zylinderkopf, den ich herrichten werde, hab ich rausdrehen können. Die Idee ist jetzt, die bestehenden Löcher mittels Gewindestiften aus Alu auszufüllen, um dann versetzt die Löcher für die neuen Stiftschrauben passend zum Lochkreis des Zylinders zu bohren. Hoffe das klappt. Die alten Bolzen hatten M10 Richtung Kopf und M8 Feingewinde Richtung Zylinder. Da die Bohrungen im R4-Zylinder größer sind werde ich die Bolzen beidseitig mit M10-Gewinde machen. Frage ist, ob es sinnvoll bzw. nötig ist auch wieder das eine Ende Richtung Zylinder mit Feingewinde zu machen?
Warum die Stiftschrauben, auch die vom Zylinderfuß, am einen Ende immer Feingewinde haben, weiß ich nicht, meine Theorie wäre, daß sich wegen geringerer Steigung, die Muttern nicht von alleine lösen? Aber warum dann nicht durchgehend Feingewinde? Reißt das leichter im Alu aus? Bin zudem noch am überlegen, ob ich die neuen Bolzen für den Zylinderkopf mit Linksgewinde mach, damit ich mir die eventuelle Lösung für Später mit den durchgehenden Bolzen und den links-rechts-Gewinde-Verbindungsmuffen nicht verbau. Mal schaun, ob es bei uns in der Firma Schneidwerkzeug für Regel- und Fein-Linksgewinde in M10 gibt.

4. Der Kolben. Hab schon mal ein wenig im Internet gestöbert, ob es etwas passendes modernes mit weniger und niedrigeren Kolbenringen gäbe, insbesondere aber etwas leichtes, das gewichtsmäßig näher am R35 Kolben liegt, aber da hab ich nichts gefunden. Kolben für Zylinder mit 80,50mm Bohrung sowie 18mm Kolbenbolzen gibt es von Opel für den Astra, Vectra, Corsa... mit 1,8l-Motor. Ich weiß natürlich schon, daß der Kolben im luftgekühlten Motor ein wenig mehr Luft braucht, und nach oben hin kleiner sein muß, aber dafür hab ich die Drehbank. Würd sich beim Schrotti sicher was finden lassen zum probieren, aber speziell die Kompressionshöhe der modernen Kolben ist deutlich geringer (21 statt 41mm), außer für Dieselmotoren, aber da ist dann der Kolbenbolzen 23mm und mehr, und leicht schaun die auch nicht aus. Also wird wohl erst mal der alte Kolben verbaut.

Gruß
Stefan

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Re: R4 Zylinder und Kolben auf der R35

Beitrag von Schwarzarbeiter » 2. Oktober 2015, 09:45

Hallo Stefan,

zu 3.) Neben der geringeren Steigung des Feingewindes, und damit einer erhöhten Selbsthemmung, hast Du auch einen größeren Kerndurchmesser gegenüber dem Regelgewinde. Damit steigt die die Belastbarkeit. Insbesondere bei dieser Art der Befestigung des Zylinderkopfes mit begrenztem Platz kannst Du mit Feingewinde gegenüber dem Regelgewinde höhere Anzugskräfte einbringen.
Im Zylinderkopf und Motorblock brauchst Du im relativ weichen Aluminium entsprechend große Auflageflächen, welche sich auch seitlich weit im Materialgefüge "verzahnen". Da eignet sich das Regelgewinde bzw. eine Kombination aus größerem Querschnitt des Stehbolzens + Regelgewinde besser.

Gruß Schwarzarbeiter
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