Restauration EMW R35-3

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Stefan1957
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Re: Restauration EMW R35-3

Beitrag von Stefan1957 » 3. Februar 2018, 14:34

zu den Nockenwellenketten möchte ich folgendes anmerken:
- die Qualität der Ketten war in den 50igern nicht so gut wie mit heutigen Werkstoffen
- die Innenhülsen waren gerollt und brachen öfters
- heutige Nockenwellenketten haben in der höchsten Qualität (Zugfestigkeit) endlos geformte Rollen

ich nehme heutige Nockenwellenketten ohne Bedenken auch in der gerollten Ausführung.
Bei Maschinenbauketten wäre ich vorsichtig.
es grüßt mit öligen Fingern, Stefan aus dem Bottwartal

Ton Goossens
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Re: Restauration EMW R35-3

Beitrag von Ton Goossens » 3. Februar 2018, 19:42

Hallo,

Steuerketten der BMW Gleitlagerboxer (letzte einzeln Ausführung) passen. Nur etwas kürzen.
Nachfolger der Duplexketten, ab 1981 verbaut.

Grüsse
Ton

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Franz13
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Re: Restauration EMW R35-3

Beitrag von Franz13 » 14. März 2018, 01:07

Hallo,

habe mir Kolben und Zylinder gekauft (180,00 €) der besagte Kolben hat aber nun kein
Pfeil für die Einbaurichtung. Ist das heutzutage eigentlich noch relevant.
Nun noch ein paar Bilder:

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Was sagt Ihr dazu ?

VG aus Hoppegarten
"Wer aufhört besser zu werden, hört auf gut zu sein"

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Re: Restauration EMW R35-3

Beitrag von Schwarzarbeiter » 14. März 2018, 02:09

Hallo Franz,
wenn kein Pfeil vorhanden ist, ist der Kolben möglicherweise nicht desachsiert. Dann ist die Einbaurichtung auch egal. Dann gibt es aber nachfolgend möglicherweise stärkere Geräusche beim Betrieb durch starkes Kolbenkippeln.
Allerdings kann der Kolben natürlich auch desachsiert sein und der Pfeil ist einem Kostensenkungsprogramm zum Opfer gefallen. Dann ist die Einbaurichtung allerdings nicht egal. Du musst also den Kolbenbolzen entfernen und mit einem Meßschieber den seitlichen Abstand der Kolbenbolzenaufnahme zum Kolbenhemd ermitteln. Eigentlich sieht man eine Desachsierung von über 1,0 mm auch mit bloßem Auge. Aber Kontrolle ist manchmal besser. Für einen Beispielkolben mit einem Durchmesser von 73,46 mm ergaben sich bei mir zum Beispiel auf der einen Seite 26,30 mm, auf der anderen Seite 29,30 mm. Die Meßungenauigkeit ist vernachlässigbar. Die Differenz sind 3,00 mm, die Desachsierung also 1,5 mm.
Die Seite mit dem kleinere Abstand, hier 26,30 mm muss dann beim R35-Motor in Fahrtrichtung rechts liegen.

380 g sind schon eine Menge Holz für einen 72er Kolben. Ich würde mir auf jeden Fall einen weniger massiven Kolbenbolzen besorgen. Da geht massemäßig noch was. Um 320 g sind in Summe anzustreben

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Ich würde auch auf jeden Fall prüfen, ob sich der Kobo bei etwa auf 45 Grad erwärmten Kolben mit dem Finger einschieben lässt und im Zweifelsfall dort nacharbeiten. Falls er zu stramm geht, gibt es dort schnell mal die typischen Klemmer.

Gruß Schwarzarbeiter

PS: Wo gibt es denn diese Kolben mit dem ganzen Gedöns an Ringen? Da scheint ja jemand alles unterbringen zu wollen, was es an Bauformen so gibt ...
aktuell in Erholungsurlaub von diesem Eierlikör-Forum ...

elchinito
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Re: Restauration EMW R35-3

Beitrag von elchinito » 11. Mai 2018, 13:05

EIn Hallo ganz besonders an die Berliner Fraktion,

hat jemand von den Berliner die Möglichkeit, die Mitnehmerscheibe der Kardanwelle auszupressen? Ich würde gerne den Rost von der Kardanwelle abdrehen lassen und alles neu verchromen lassen. Habe zwar jemand gefunden, aber das wäre schon etwas umständlich, weil er nicht in der näheren Umgebung wohnt.

Viele Grüße
El

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Jockel
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Re: Restauration EMW R35-3

Beitrag von Jockel » 11. Mai 2018, 13:47

Hallo EL
da könnte ich Dir helfen ,,,, wenn Dir die Übergabe im Raum Marienfelde oder Spandau nicht zu weit ist bin ich an Deiner Seite
herzliche Grüße (an alle) vom langsam wieder nüchternen Jockel :prost:
Weltverbesserer gibt es genug, aber einen Nagel richtig einschlagen können die wenigsten
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elchinito
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Re: Restauration EMW R35-3

Beitrag von elchinito » 11. Mai 2018, 16:36

Hallo Jockel,

das ist superb! Werde mich bei Dir per PN melden.

Beste Grüße aus Moabit.
El

elchinito
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Re: Restauration EMW R35-3

Beitrag von elchinito » 3. Oktober 2018, 11:36

Guten Tach meine Herren,

das Treffen mit Jockel war eines der angenehmsten Motorraderfahrungen dieser Saison. Ich war noch nie dort, geschweige denn habe gehört von der Bikerscheune in Kremmen bei Berlin. Dort trafen Jockel und ich uns, um konspirativ die Kardanwelle zum Auspressen zu übergeben. Es gab die leckersten Pommes seit langem und dann musste leider die Rückfahrt auch schon angetreten werden. Zeitmangel begleitet die Restauration der EMW seit Beginn dieses Jahres und so musste wenn auch nicht überhastet, aber doch einige schnelle Überlegungen getroffen werden.

Beruflich hat sich für mich eine andere Tür geöffnet, von der ich dachte, dass dadurch zu schreiten ein ewiger Traum bleiben wird. Aber vieles kommt anders und manchmal sogar besser als gedacht. Am 01.01.2019 werde ich im Flugzeug sitzen und auf dem Weg nach Hanoi/Vietnam mich befinden. Chefe hat mich auf unbestimmte Zeit nach Südostasien versetzt und bis dahin sind:
  • EMW fertigstellen
    Yamaha XV750 Se fertigstellen
    Norton Commando asientauglich machen und in eine Holzkiste verpacken für Transport
    Harley Ironhead Einzelteile zusammen schrauben und in Holzkiste verpacken für Lagerung
    Wohnung auflösen
    Paarbiere mit Behörden

Kurzum: ich bin mehr als k.o. seit Monaten

Zurück zur R35. Ein paar Ideen konnte ich doch umsetzen. So versuche ich den notorisch undichten Tankdeckel in den Griff zu bekommen. Der Tankdeckel soll durch eine selbstangefertigte dickere Gummidichtung einen höheren Anpressdruck auf den großen Tankeinfüllstutzen bekommen. Das kleine Luftloch im Tankdeckel wird auf der Innenseite mit Epoxyharz ausgegossen und luftdicht verschlossen. Die Gummidichtung kann man sehr gut selbst mit einem solchen Kreiscutter herstellen.
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Die Tankentlüftung geschieht durch ein innenliegendes Rohr. Ist genügend Platz zwischen Ausgang und Zylinderkopf vorhanden.
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Auch ist zumindest bei diesem Tank die Fläche vom Einfüllstutzen nicht plan. Leider hat es nicht mit Weichlöten geklappt als ich versuchte, Zinn darauf zu löten und anschließend plan zu schleifen. Ich habe die Oberfläche mit Lötwasser angerauht, aber das Zinn hielt trotzdem nicht.
Die provisorische Lösung wird für ein paar Jahre funktionieren. Ich habe oben bewußt viel Deck-und Klarlack aufgetragen und werde den Stutzen plan polieren. Wenn Micha irgendwann mal Zeit hat, dann kann er den Lack oben entfernen und den Stutzen mit einer Bandschelle abdichten um dann hinterher oben Epoxyhard auszugießen und plan schleifen. Der ist bezinresistenter, wenn auch nicht für ewig.
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Ich hoffe, dass ich nie wieder im Leben lackieren muss, wenn doch dann bitte nicht mehr im Keller. Einzelteile sandgestrahlt und diesen Lackaufbau aufgetragen:
  • Epoxygrundierung
    4 Schichten 2k RAL 9005 Decklack
    Handlinierung durch Grandmaster Uwe Graf.
    9 Schichten 2K Klarlack
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Der Klarlack wird wenn der Umbau komplettiert ist noch mit der Maschine nachpoliert. Dies hier erst mal alles von Hand.
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Motor wurde von Fachwerkstatt überholt.
  • Zylinder geschliffen/gehohnt
    Kolben Standard
    Kipphebellager
    Ventilsitze
    Überprüfung KW Lager
    Ventile

Was Reproteile für EMW angeht, so habe ich mich noch nicht genügend eingelesen, worauf man achten sollte. Aber der Vergaser muss weil er total verharzt ist eigentlich gründlichst gereinigt werden. Ich habe allerdings Zweifel, ob Ultraschallreinigen genügen würde. Nun gibt es Repro Vergaser zu kaufen. Preise variieren sehr stark. Bei Amal Vergaser weiß ich zumindest, dass die Alu Legierung von manchen Anbieter butterweich ist. Daher bin ich hellhörig, ob die günstigen EMW Vergaser für komplett 49€ nicht was für die Tonne ist.
Den jetzigen Vergaser zu restaurieren lohnt sich, wenn die Repro Vergaser doch was taugen sollten, finanziell nicht wirklich. Daher würde ich gerne die Meinungen hier im Forum einholen, was zu empfehlen ist.

Die sind auch fertig lackiert.
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Danke erst mal fürs Interesse
Grüße
El

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Jockel
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Re: Restauration EMW R35-3

Beitrag von Jockel » 5. Oktober 2018, 04:56

Hallo El
vielen lieben Dank für die Blumen, auch wir (Wilmar und meine Wenigkeit) haben das Treffen im Frühjahr in Kremmen als äußerst angenehm empfunden
eigendlich Schade das Du uns verlässt weil gute Schrauber sind nicht all zu üppig und immer heiß begehrt, aber so steht ja Deiner "Traumtour" Hanoi-Saigon mit Deiner so wunderschönen Norton nix mehr im Wege ;-)
Thema Uwe Graf:
wie wir schon damals gesprochen/besprochen haben: wer eine erstklassige Arbeit am und ums Blech im Berliner Raum haben möchte kommt an Uwe einfach nicht vorbei, mal ganz abgesehen von seinem Fachwissen und seiner Arbeit ist er auch ein äußerst sympatischer Typ der einem immer mit Rat und Tat zur Seite steht ohne gleich den Geldbeutel aufzuhalten ----- sorry Leutchens für die beweihreucherung aber auch das muss mal raus
.....also El: halt die Ohren steif bleib uns wohl gesonnen und kommst Du wieder nach Berlin ist ein Besuch in Kremmen Pflicht !!!
beste Grüße vom Jockel und allen ein schönes Wochenende
Weltverbesserer gibt es genug, aber einen Nagel richtig einschlagen können die wenigsten
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papi01
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Re: Restauration EMW R35-3

Beitrag von papi01 » 5. Oktober 2018, 08:56

Hallo El. Nachdem ich mich jahrelang darüber geärgert hatte, daß es um den Tankdeckel rum immer nass war, bin ich dem Rat eines alten Spezi gefolgt und habe ein Tanksieb eingesetzt, Und ab sofort war Ruhe. Auch wenn der Tank richtig voll ist.
Gruß vom Hans

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