Falsche Kurbel- oder Nockenwelle ?

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Falsche Kurbel- oder Nockenwelle ?

Beitrag von luwa » 2. März 2018, 15:39

Hallo Forum,

Kettenrad Kurbelwellen ( mit bund ) und Kettenrad Nockenwelle ( 36/15 ) nicht auf einer Linie.

Was ist falsch ? Kurbelwelle oder Nockenwelle ?

Motorgehause Nachkrieg ( mit Knubbel ) aber nummer nur 4 Ziffern, der Rest wurde weggeschliffen.

Vielen dank.

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Re: Falsche Kurbel- oder Nockenwelle ?

Beitrag von Schwarzarbeiter » 2. März 2018, 17:29

Hallo luwa,
sah deine Kurbelwelle so aus?

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Dein Bild ist leider nicht besonders gut ...

Hat das vordere Lager deiner Nockenwelle einen Überstand über das Motorgehäuse hinaus so wie hier?

Bild

Bild

Daran liegt die hintere Fläche des großen Kettenrades später an. Somit wird auch seine Lage in dieser Ebene zum kleinen Kettenrad bestimmt.

Gruß Schwarzarbeiter
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Re: Falsche Kurbel- oder Nockenwelle ?

Beitrag von luwa » 3. März 2018, 16:34

Gruss SW,

1)
sah deine Kurbelwelle so aus?

Ja, KW ist 'Kurbelwelle mit Bund fur Kettenrad "

2)
Hat das vordere Lager deiner Nockenwelle einen Überstand über das Motorgehäuse hinaus so wie hier?
Nein keine Uberstand
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Gemessen an 2 andere Motorgehause 1,26 + 1,98 mm Uberstand

Bild

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3) Maximales Spiel der Nockenwelle ( gedrückt und herausgezogen ) mit Kette und Achsölpumpe montiert ---> 6,3 mm

Bild

4) Maximales Spiel der Nockenwelle ( gedruckt und herausgezogen ) mit Kette, Achsölpumpe und Radenkastendeckel montiert --- >1,43 mm

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5) Kann ich Uberstand nicht kompensieren mit ein Distanzring zwishen Nockenwelle und Lager Nockenwelle ?

Oder ein Distanzring zwischen Nockenwelle und Radenbastendeckel ?

Vielen Dank

Luwa
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Re: Falsche Kurbel- oder Nockenwelle ?

Beitrag von Schwarzarbeiter » 3. März 2018, 18:02

luwa hat geschrieben:
3. März 2018, 16:34
Gruss SW,

2)
Hat das vordere Lager deiner Nockenwelle einen Überstand über das Motorgehäuse hinaus so wie hier?
Nein keine Uberstand
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Kein Überstand bedeutet, dass das große Kettenrad sich unter Umständen an die Gleitlageraufnahme, quasi das Gehäuse selber, anlegen kann. Das ist nicht im Sinne es Konstrukteurs.


Gemessen an 2 andere Motorgehause 1,26 + 1,98 mm Uberstand

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Bild

3) Maximales Spiel der Nockenwelle ( gedrückt und herausgezogen ) mit Kette und Achsölpumpe montiert ---> 6,3 mm

Das ist irrelevant.

Bild

4) Maximales Spiel der Nockenwelle ( gedruckt und herausgezogen ) mit Kette, Achsölpumpe und Radenkastendeckel montiert --- >1,43 mm

Hast du da auch die Räderkastendeckeldichtung mit berücksichtigt? Die vergrößert das Spiel nochmals um etwa 0,40 mm. 1,43 mm wären aber auf jeden Fall zu viel. Etwas um 0,40 mm ist hier die Zielmarke ...

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5) Kann ich Uberstand nicht kompensieren mit ein Distanzring zwishen Nockenwelle und Lager Nockenwelle ?

Oder ein Distanzring zwischen Nockenwelle und Radenbastendeckel ?

Wenn deine Kurbelwelle richtig ausdistanziert ist und das hintere Kugellager 6207C3 kein axiales Spiel zulässt, gibt dein kleines Kettenritzel die Ebene vor, in der auch das große Kettenritzel der Nockenwelle liegen sollte. 1,43 mm (+ eventuell noch 0,40 mm der Dichtung) sind allerdings eine Menge Holz für Distanzscheiben. 0,30 mm bis 0,60 mm lasse ich mir mit Distanzscheiben noch gefallen, aber knapp 1,5 mm bedeuten das Vorliegen eines grundsätzlichen Problems. Hier möglicherweise der fehlende Überstand des Nockenwellenlagers. Vielleicht kannst du hier noch etwas mehr Informationen bekommen. Da habe ich alles detailliert beschrieben: viewtopic.php?f=19&t=5381&start=105

Gruß Schwarzarbeiter

Vielen Dank

Luwa
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Re: Falsche Kurbel- oder Nockenwelle ?

Beitrag von nafets » 3. März 2018, 20:09

Hallo zusammen,

Aufgrund der Drehrichtung der Nockenwelle und damit der Schnecke, welche die Welle der Ölpumpe antreibt, schiebt sich die Nockenwelle immer in Richtung des Deckels. Von daher macht es vielleicht gar nichts aus, wenn der Bund des Gleitlagers nicht weit genug über das Motorgehäuse übersteht. Du solltest mal versuchen durch messen zu ermitteln, wieviel tiefer die Anlagefläche im vorderen Deckel gegenüber der Dichtfläche des Deckels liegt.
Und dann schauen, ob die Kettenräder fluchten, wenn die Nockenwelle auf dieses Maß herausgezogen wird. Vielleicht paßt es dann auch.

Gruß
Stefan

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Re: Falsche Kurbel- oder Nockenwelle ?

Beitrag von Schwarzarbeiter » 3. März 2018, 21:27

Hallo Stefan,
ich erachte eine derartig große axiale Bewegungsmöglichkeit der Nockenwelle grundsätzlich als problematisch, auch wenn durch den Schneckenantrieb der Öpumpe im Regelfall die Tendenz zur vorderen Lage vorherrschen wird.
Die Steuerkette peitscht schon bei bei akkurat fluchtenden und Kettenrädern genug. Wenn man nun noch zusätzlich der Nockenwelle axiale Bewegungsmöglichkeit über die Maßen zubilligt, wäre ich nicht sicher, ob nicht auch in bestimmten Betriebszuständen (z.B. Übergang zum Schiebebetrieb) durch die Kettenlaschen eine dem Ölpumpenantrieb entgegengesetzte Kraft eingetragen werden könnte und zu einer Verschiebung der Nockenwelle nach hinten führt.
Weiterhin ist fraglich, wie gut (also wie wenig eingelaufen) der vordere Nocken für die Betätigung des Unterbrechers ist. Hast du da auch nur minimale Einlaufspuren, potenziert sich das Problem durch die Hebelwirkung auf die Unterbrecheröffnung, sollte sich die Nockenwelle doch mal in die andere Richtung verschieben. In welcher der möglichen axialen Positionen der Nockenwelle stellst du also die Zündung ein?
Willst du einen Hallgeber für eine elektronische Zündung auf der Nockenwelle befestigen, musst du zur Vermeidung von Berührungen für ihn die am weitesten nach hinten geschobene Position der Nockenwelle wählen. Dabei streicht der Magnet dann nur knapp über dem Hallsensor. Wandert dann die Nockenwelle im Betrieb dann um knapp 1,5 mm nach vorne, ist dein Abstand Hallgeber-Hallsensor in Summe dann schon etwa 2,0 mm und damit nicht mehr im Optimum ...

Gruß Schwarzarbeiter
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Re: Falsche Kurbel- oder Nockenwelle ?

Beitrag von luwa » 4. März 2018, 12:42

Hallo SW ( und S ),

1)
Wenn deine Kurbelwelle richtig ausdistanziert ist und das hintere Kugellager 6207C3 kein axiales Spiel zulässt, gibt dein kleines Kettenritzel die Ebene vor, in der auch das große Kettenritzel der Nockenwelle liegen sollte
Ich gehe bald ( wenn Grippe verschwunden ist ) ganze Gruppe Kurbelwelle ( Kurbelwelle mit Deckel zum hinteren Kurbelwellenlager und Lager ) zerlegen und uberprufen ob Kugellager ein C3 ist und der Richtige Ausleichscheibe montiert is.

Im Vorbeigehen ... Ich habe vorher von deinem Forumbeitrag erfahren ' Wie sollte das ohne Gewalt geschehen '. Wofur danke.

2) Ich gehe auch Abstandsringe von unterschiedlicher Dicke machen lassen ( Ich habe die Werkzuge dafur nicht ). Nur zum messen die Dicke der Uberstand,
Nur zum messen nicht zu danach zu benutzen.
Wenn es keine gute Idee ist, werde ich es hören ...

3)
Da habe ich alles detailliert beschrieben: viewtopic.php?f=19&t=5381&start=105
Ich werde sicherlich das aufmerksam lesen. Glücklich gibt es viele klare Fotos weil mein Deutsch nicht so gut ist !!!

Mfg

Luwa
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Re: Falsche Kurbel- oder Nockenwelle ?

Beitrag von nafets » 4. März 2018, 15:03

Hallo Schwarzarbeiter,

ich geb Dir auf alle Fälle Recht, gut ist das sicher nicht, wenn irgend ein Teil übermäßig Spiel hat. In diesem Fall glaub ich nur (naja Glaubensfragen waren schon Ursache vieler Kriege), daß es keine Auswirkung hat, Und wenn schon alles auf ist, dann raus mit der Nockenwelle und ein neues Gleitlager rein. Abstandsringe mögen auch noch gehen, aber ist eben auch nur ein Notbehelf. Ob nun der Motor zieht oder im Schiebebetrieb ist, dürfte aber egal sein, das kriegt die Nockenwelle nicht mit, wird in jedem Fall von der Kurbelwelle angetrieben und vom Ventiltrieb und der Ölpumpe gebremst. Der Öldruck im Lager am hinteren Ende der Nockenwelle dürfte auch dafür sorgen, daß die Welle nach vorne gedrückt wird.

schöne Grüße
Stefan

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Re: Falsche Kurbel- oder Nockenwelle ?

Beitrag von Gleitlager » 6. März 2018, 20:57

Hallo Luwa,
ich denke selbst wenn die Kettenräder fluchten, wirst du mit dem großem Nockenwellenlager nicht dauerhaft glücklich, weil die Ölnut viel zu breit ist.
Wie du auch in anderen Beiträgen lesen kannst, ist das große Nockenwellenlager eines der Teile die am schnellsten verschleißen.
So wie das NW-Lager auf dem Bild von Schwarzarbeiter zu sehen ist, sollte es sein mit einer durchgehenden tragenden Fläche im Bereich von ca. 5-8 Uhr, denn dort ist bei verschlissenen NW-Lager der größte Abrieb fest zu stellen.
Für die richtige Einbautiefe der Nockenwelle, stecke diese ins Gehäuse, sehe von oben auf die Nockenbahn und schiebe die NW so hin das beide Nocken gleichmäßig zu sehen sind.
Du würst sehen dass die Nocken nicht den gleichen Abstand wie die Stößelbohrungen haben, stelle einen gleichmäßige Spalten zwischen den Stößelbohrungenbohrung und Nockenbahnen her und messe die Einbautiefe der Nockenwelle.
Danach sollte sich der Überstand des Nockenwellenlagers über das Gehäuse orientieren.
In dieser Stellung werden dann auch die Stößelstangen sich schön im Betrieb drehen, wenn die Kettenräder dann nicht fluchten, kannst du dann wie schon empfohlen Beilagen montieren oder du drehst eins der Kettenräder axial ab.
Danach würde ich erst das Nockenwellenspiel axial , wie schon beschrieben, einstellen.
Ich hoffe du kannst es verstehen wie ich es meine, den Fotos einstellen ist nicht so meine Sache.
Mit freundlichem Gruß
Olaf

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Re: Falsche Kurbel- oder Nockenwelle ?

Beitrag von nafets » 6. März 2018, 21:29

Hallo Olaf,

warum verschleißt eigentlich das Gleitlager der Nockenwelle schneller, als das von der Kurbelwelle? Belastung müßte doch an der Kurbelwelle um ein vielfaches höher sein?

Gruß
Stefan

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Re: Falsche Kurbel- oder Nockenwelle ?

Beitrag von Schwarzarbeiter » 6. März 2018, 21:44

Hallo Stefan,
der größeren Belastung der Kurbelwelle trägt sicherlich deren deutlich breiteres Gleitlager (um 40 mm?) Rechnung. Allerdings denke ich, dass der Verschleiß des großen Nockenwellenlagers aus der etwas späteren Ölversorgung bei jedem Startvorgang resultiert. So ist dort stets länger Mischreibung präsent, die über die Zeit dieses grundsätzliche Problem zur Folge haben könnte ...

Gruß Schwarzarbeiter
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Re: Falsche Kurbel- oder Nockenwelle ?

Beitrag von nafets » 7. März 2018, 15:02

Hallo Schwarzarbeiter,

Danke, klingt einleuchtend.

Gruß
Stefan

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Re: Falsche Kurbel- oder Nockenwelle ?

Beitrag von Franz13 » 8. April 2018, 21:58

Hallo Leute vom EMW Forum,

mein Nockenwellenhautlager und die Nockenwelle an der Stelle wo das Nockenwellen-
hauptlager ist sind stark eingelaufen.
Ich möchte nun das Nockenwellenlager neu machen.
Aber mein Problem besteht darin, das ich die eingelaufene stelle auf der Nockenwelle
auch abdrehen müsste.
Wenn ich die eingelaufene stelle auf der Nockenwelle abdrehe muss ich doch auch
den Drehschieber etwas abdrehen!
Ist das richtig? Oder denke ich da falsch.

MfG Frank aus MOL
"Wer aufhört besser zu werden, hört auf gut zu sein"

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Bert
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Re: Falsche Kurbel- oder Nockenwelle ?

Beitrag von Bert » 10. April 2018, 07:33

Den Drehschieber darfst du nicht abdrehen das Maß muss vorne 36,00 mm sein .
Geht nur mit neu Aufchromen oder abdrehen und einen Ring aufschrumpfen.
Mit EMW R35+Stoye 1953, BMW R35 1937, Rt 125 1962, AWO Sport 1961, S51 1988

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Re: Falsche Kurbel- oder Nockenwelle ?

Beitrag von luwa » 11. April 2018, 11:23

Entschuldigung B & F, mein Deutsch ist leider nicht so gut.

Via Google Translate ist 'Drehschieber' in :
English : rotary valve
Français : vanne rotatieve

Ich vermoete dass Teil der Nockenwelle mit den Entlüftungsbohrungen.

Bin ich richtig ?

Danke im Voraus.

Luwa
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