Kipphebel

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Kipphebel

Beitrag von Bilgenkrebs » 1. August 2018, 18:23

Moin Kollegen,
habe gerade meinen Zylinderkopf kontrolliert und mir dabei die Kipphebel genauer angesehen. Beide zeigten leichte Einlaufspuren die ich erstmals mit Ölstein geglättet habe. Bevor ich nun wieder alles zusammen baue, kann man das machen? denke mal die Härtung geht nicht allzu tief und ich weiss nicht ob der Vorbesitzer da schon mal dran war.
Ich habe mich schon mal bei den üblichen Händlern umgesehen, aber anscheinen werden die Kipphebel neu nicht mehr angeboten. Wer weiss mehr?

Gruss Bernd

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Re: Kipphebel

Beitrag von Bilgenkrebs » 22. August 2018, 06:26

Moin Kollegen, gestern habe ich mal meinen Reserve Zylinderkopf aufgenommen. Hier sind die Kipphebel noch weiter verschlissen. Nochmals meine Frage an die Experten, was kann man ausser wegschmeissen noch machen bzw wo gibt es neue zu Kaufen?

Bild
mit Ölstein geglättet und erstmal klar zum Einbau

Bild
aus Reserve Zylinderkopf ausgebaut

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Re: Kipphebel

Beitrag von nafets » 22. August 2018, 06:42

Hallo Bilgenkrebs,

du kannst die geglätteten Kipphebel nach folgendem Verfahren härten lassen

https://de.wikipedia.org/wiki/Teniferierung

hab ich damals bei meiner umgeschliffenen Nockenwelle machen lassen und hält schon sehr lange.

Gruß
Stefan

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Re: Kipphebel

Beitrag von Bilgenkrebs » 23. August 2018, 14:22

Moin Stefan,
danke für die Info. Frage ist nur welcher Betrieb sowas (aufwendiges) macht und was das kostet. Habe hier bei mir keinen Betrieb gefunden. Wo hast du das machen lassen?
Aber was soll ich mit dem 2. Satz machen. Hier ist der Verschleiss mangels Härtung sehr weit gediehen. Wie weit kann man die Auflagefläche nacharbeiten und welche Form müsste wieder hergestellt werden. Anschliessend dann natürlich auch härten.
Was mich wundert, dass ich anscheinend der einzige bin der solche Problem Kipphebel hat, konnte jedenfalls im Forum nichts finden. Und Neuware gibt es anscheinend auch nicht, werden nur gebrauchte !!! in der Bucht angeboten.
Gruss Bernd

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Re: Kipphebel

Beitrag von nafets » 23. August 2018, 15:05

Hallo Bernd,

habs da machen lassen:

https://haerterei-weber.de/
ist bei mir 20km von zu Hause und hat sich mit einer Spende in die Bierkasse regeln lassen, weiß aber nicht mehr wieviel das war.

Hab bisher Kipphebel nur von zwei Motoren gesehen und dabei sind mir keine Einlaufspuren aufgefallen.

Gruß
Stefan

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Re: Kipphebel

Beitrag von LOTTI » 23. August 2018, 19:00

Moin Bilgenkrebs
Die Kipphebel nur glätten reicht nicht, die Wölbung muss jeweils an der Kontaktfläche plan und möglichst mittig auf den Ventilschafft aufliegen sonst bekommt dein Ventil seitlichen Druck und die Ventilführung leiert schneller aus also Klartext ventilfedern raus Kipphebel einstecken und einschleifen bis der Kipphebel in jeder Stellung(Bewegung) die das Ventil macht plan auf dem Ventil auf liegt. Die Kipphebel härten lassen
Hauptsache die Fahrbereitschaft ist hergestellt

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Re: Kipphebel

Beitrag von Bilgenkrebs » 24. August 2018, 17:34

Hallo Lotti,
hört sich kompliziert an. Gibt es Firmen die Kipphebel wieder aufarbeiten? Wüsste jetzt gar nicht wie ich die Flächen von Hand so geschliffen bekomme. Das wichtigste ist ja auch dass sie nicht nur den richtigen Radius (Geometrie) haben sondern auch parallel zum Ventilschaft sind.

Mir ist gerade aufgefallen dass meine Kipphebel am fertigen Kopf nicht genau mittig am Ventilschaft aufsitzen wenn die Schwinghebel fest angezogen sind, da fehlen noch ca 1mm. Ist das normal?

gruss bernd

Ups, habe gerade im Internet nach "Kipphebel reparieren" gesucht und bin unter anderem auf

Dietmar Wolf
Steinestraße 72
71665 Vaihingen/Enz-Enzweihingen
gestossen.

Er ist spezialisiert auf Oldtimer Motorräder und Kipphebel Reparatur. Mal schauen was auf meine anfrage kommt.

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Re: Kipphebel

Beitrag von nafets » 24. August 2018, 18:17

Hallo Bernd,
hier ein Blick auf den Kipphebel des Einlaßventils. Schaut auch nicht mittig aus und soll, glaub ich, auch nicht so sein, weil sich dadurch das Ventil bei jedem Runterdrücken ein kleines bißchen weiterdreht.

Bild

Ich würd mir wegen der Geometrie der Gleitfläche des Kipphebels jetzt keinen solchen Kopf machen. Hertweck schreibt gar, so weit ich mich erinnere, daß sich durch das flacher Schleifen, also größerer Radius, eine etwas größere und progressivere Ventilerhebungskurve ergibt. Also, da rumzuschleifen ist sicher nicht "verboten". Und Härterei würd ich einfach mal im Branchenbuch suchen

viel Erfolg
Stefan

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Re: Kipphebel

Beitrag von Bilgenkrebs » 26. August 2018, 10:05

Bevor ich gross rumschleife habe ich mir mal gerade die Auflagefläche zwischen Kipphebel und Ventilschaft am Einlassventil genauer angeschaut. Da stimmt doch was nicht. Soviel Material abtragen damit der Schaft genau mittig aufliegt geht doch gar nicht. Ist das Ventil vielleicht zu lang?
Könnte mir einer mal ein Foto von einem original Kipphebel einstellen damit ich sehe wie die ursprüngliche Geometrie war.
Gruss Bernd

Hat einer vielleicht einen gut erhaltennen Satz Kipphebel abzugeben???


Bild

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Re: Kipphebel

Beitrag von Zylinder » 26. August 2018, 17:05

Den Kipphebel kann man mit Laser aufschweißen, es wird sogar hart aufgeschweißt, muss nicht nachgehärtet werden. Musst Du bei einem Werkzeugbau in Deiner Gegend nachfragen, die machen das zu Rep.zwecken öfters. Das ist hier so eine Firma mit einigen Filialen: http://lpt.ag/
MfG

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Re: Kipphebel

Beitrag von papi01 » 26. August 2018, 17:27

Hallo Bilgenkrebs. Jedes Bild, daß Du bekommen wirst, wird etwas anders sein. Behaupte ich. Denn der Kipphebel beschreibt ja eine Kreisbewegung und der Ventilschaft nicht.Darum ist ja auch die Aufschlagsfläche am Kipphebel nicht plan, sondern leicht gerundet. Außerdem dreht sich ja das Ventil, sodaß sich die Aufschlagfläche auf dem Ventilschaft rundherum ergibt. So wie bei einer Randfeuerpatrone. Sollte das Ventil tatsächlich länger als normal sein, dann müsstest Du ja auch die Einstellschraube für das Ventilspiel voll reingedreht haben. Ich würde an diesem Kipphebel überhauptnichts machen. Aber wie gesagt, daß ist nur meine Meinung. Mal sehen, wie das unsere Profischrauber sehen.
Es grüßt der Hans

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Re: Kipphebel

Beitrag von nafets » 26. August 2018, 19:11

Hallo Bilgenkrebs,
hier ein Bild vom Kipphebel auf dem Einlassventil mit verbauten Ventilfedern und nicht gedrücktem Kipphebel. Der Ventilschaft liegt mittig unter der balligen Auflagefläche des Kipphebels.
Der Kipphebel ist auch hier gegenüber dem Ventilschaft etwas seitlich nach links versetzt, bezogen auf die Längsrichtung des Motorrades.

Könnte also durchaus sein, daß Dein Ventil zu lange ist, oder der Ventilsitz zu weit eingefräst ist.

Bild

Gruß
Stefan

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Re: Kipphebel

Beitrag von Bilgenkrebs » 27. August 2018, 17:02

Moin Stefan,
so sollte es auch sein.
Nun bin ich doch überrascht dass anscheinend diverse verschiedene Ventillängen (gesamt Länge) angeboten werden.
Meine sind 104,3 mm
bei AFK 100mm
bei Sausewind 105 mm
bei MMM 103,7 mm
Wie sind da eure Erfahrungen
Bei 100mm würden meine Kipphebel auch passen

Der Einlass Ventilsitz könnte ca 1mm nachgefräst sein, aber das bringt mir keine 4mm.

Gruss Bernd
Bild

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Re: Kipphebel

Beitrag von nafets » 27. August 2018, 17:36

Hallo Bilgenkrebs,

kann nicht wirklich genau messen, dazu ist mein Messschieber etwas zu klein, aber es sind etwa 104mm.

Gruß
Stefan

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Re: Kipphebel

Beitrag von Bilgenkrebs » 31. August 2018, 06:41

So, ich habe nun die Kipphebel des Reserve Kopfes zum Überholen weg gegeben. Ausserdem noch etwas kürzere Ventile bestellt, sind vom Polo und mit 99,4 mm gesamt Länge angegeben. Mal sehen wie das passt.
Gruss Bernd

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