Tacho Reparatur °

Spiegel, Bowdenzüge
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Gobi
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Beitrag von Gobi » 15. November 2004, 17:16

HH-EM19 Rudi hat geschrieben:Ich habe mit einem Akkuschrauber und ner neuen Welle die Zeit gemessen, die vergeht, bis der Kilometerzähler einen Kilometer zurückgelegt hat. Das dauerte bei meinem Akkuschraubär :D etwa eine Minute. Daraus folgt, dass es in einer Stunde etwa 60 km sein müssen. Und wer jetzt aufgepasst hat, wird die Nadel so justieren, dass der Akkuschraubär 60kmh schnell fährt.
Das ist entweder genial oder schlicht falsch :mrgreen: , ich hab jetzt drei mal die Formel umgestellt, aber meine Rechenkünste verlassen mich....

Es scheint aber zu stimmen, Hut ab, auf die Idee es so zu "eichen" bin ich nicht gekommen- das schöne daran ist, das man sich dabei einfach auf die vom Werk angenommene Reifengröße verlassen kann. (das hilft mir allerdings nicht weiter, da mein Reifen ja ein Tick größer ist, oder man verisst das einfach)

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Schneider
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Beitrag von Schneider » 15. November 2004, 17:32

Hallo,

Daß Magnete durch Stöße, welche starke Körperschallwellen im Magneten hervorrufen, entmagnetisiert werden, ist eine allgemein bekannte physikalische Tatsache. Dabei dürfen die Schläge natürlich nicht so groß sein, daß das Gefüge dabei zerstört wird.

Wie das genau funktioniert, ist eine gute Frage an die theoretische Physik, welche ich nicht aus dem Stehgreif beantworten kann. Ich meine, das hängt mit der Ausrichtung der Elementarmagnete zusammen, möglicherweise auch mit dem kurzfristigen Umorjentieren der Elementarmagnete durch den Körperschall, wobei sich Nachbarn dann entmagnetisieren.

Zum Impulsmagnetisiergerät:

Man muß eine Elektrolytkondensatorbatterie über einen Thyristor auf die Spulen der Magnetisiervorrichtung entladen.
Dabei muß die Vorrichtung von der Kondensatorkapazität, der Ladespannung, der Induktivität und dem Eisenquerschnitt wie folgt ausgeführt werden:

- Eisenquerschnitt mindestens gleich oder größer als Magnetquerschnitt, dabei lamelliertes Eisen verwenden wegen Wirbelstromverlusten.
-Amperewindungszahl so, daß auch der Magnet in die Sättigungsmagnetisierung gerät.

- Das hängt von der Kondensatorspannung, der Kapazität und der Induktivität ab und ist rechnerisch kaum herauszubekommen, da alle Größen nicht linear voneinander abhängen. Man muß mit der Windungszahl experimentieren, und zwar wie folgt.

Startwindungszahl erhöhen und erniedrigen, dabei versuchen, den Magneten mit niedrigst möglicher Ladespannung in der Polarität umzuschubsen. Ziel ist erreicht, wenn bei halber Ladespannung der Magnet umgeschubst wird (Nord - und Südpole vertauschen sich). Damit ist die Sättigungsmagnetisierung bei voller Ladespannung sichergestellt.

Macht man die Windungszahl zu klein, wird die zur Sättigung notwendige Amperewindungszahl nicht erreicht.

Macht man sie zu groß, steigt der Strom zu langsam und ein vernünftiger Spitzenstrom wird nicht erreicht, da der Kondensator vor (jetzt länger dauerndem) Erreichen des Spitzenstromes schon leer ist.

Hier einige Empfehlungen:

Je niedriger die Ladespannung, um so schwieriger ist die Sättigung zu erreichen. Bei 300V (gleichgerichtete Netzspannung mal Wurzel 2) ist die Sache relativ unkritisch aber sehr gefährlich, und daher zum Nachbau nicht empfohlen.

Zum Nachbau also nicht über 50 V gehen, dabei Gesamtkapazität >3000 µF .

Die Kondensatoren müssen hochstromfest sein, die Gesamtkapazität sollte bei 300 V mindestens 500µF betragen.
Batterie aus mindestens 10 Kondensatoren zusammensetzen, ein einzelner Kondensator schafft aufgrund seines Innenwiderstandes keine so hohen Stoßströme.
Die Zusammenschaltung sollte über eine Art Sandwichleitung erfolgen, um die parasitären Induktivitäten ( die den Stromanstieg verlangsamen ) klein zu halten. Der Thyristor muß ein fettes Exemplar sein, der 500 V und einige 1000 A Spitzenstrom verkraften kann. Ich habe einen für 10 000A genommen, um auf der sicheren Seite zu liegen.

Die Polschuhe der Magnetisierungsvorrichtung müssen so ausgeführt werden, wie die Magnetzonen gewünscht sind, beim EMW- Tachomagneten 4- polig. Dabei müsen die Einzelspulen so hintereinandergeschaltet werden, daß die richtige Zonenfolge (N-S-N-S) herauskommt. Andernfalls wird der Magnet zweipolig magnetisiert.

Ich habe das Kernpaket eines uralt- Plattenspieler- Spaltpolmotors verwendet, bei dem der Läufer kleiner war, als der Magnetdurchmesser. Dann habe ich das Paket vorsichtig innen auf Magnetmaß gedreht (Sauarbeit, da das Dynamoblech spröde und hart ist, Diamanten dazu nehmen !). Luftspalt höchstens 1 bis 2/ 100 mm. Die Wicklung habe ich dann wie oben beschrieben optimiert.



Hier meine Warnung an alle !

Das Entladen einer Kondensatorbatterie mit Stoßströmen > 1000A ist eine gefährliche Sache ! Abgesehen von der gefährlichen Berührungsspannung kann es bei Kontaktproblemen zum Schmelzen und Herumspritzen von flüssigem Leitermetall kommen !

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Beitrag von Gobi » 15. November 2004, 18:07

ok, wir zahlen :shock:

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Beitrag von AB_Stein » 16. November 2004, 18:08

Nach alldem hänge ich meinen Schraubenzieher an den Nagel und schnitze Schiffchen :oops: !!!!

Ähm, gibt es da kein 'einfaches Kochrezept' wie: Kurz mit dem Hammer draufhaun und dann in die Steckdose stecken ??? :frank:
Ich mag olle Kisten vor 1960!!

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Beitrag von Paul R 35 » 16. November 2004, 20:27

Gobi, zum Vergleich kann man einen Fahrradtacho am Hinterrad befestigen (bei den meisten ist ja beschrieben wie man sie auf den Reifenumfang einstellt), den Tacho, an dem rumgebastelt wird mit eienr normalen Tachowelle an das Getriebe anschließen und die Maschine aufbocken. Solles länger dauern, einen Lüfter an den Motor stellen.

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Beitrag von Gobi » 16. November 2004, 22:06

Im Prinzip schon, das Problem ist der tatsächliche Umpfang, bzw. Radius. (den man am Fahrradtacho genauso falsch einstellen könnte)
Im Trzebiatowsky (wer das aussprechen kann, bekommt von mir ein Bier ausggeben!) ist folgende Liste aufgeführt:
Reifenbezeichnung: 3,5-19
Reifendurchmesser+-6: 672
Wirksamer Halbmesser:
stat.: 317
dyn.: 319

Diese Unterschiede sind ja gewaltig, so ganz verstehe ich das nicht.
Ich will jetzt nicht zu pingelig erscheinen, aber wenn man mit solchen Fehlern multipiziert, kommt am Ende evtl. was sehr falsches raus.
Deshalb finde ich die Idee von Rudi so gut, weil sie sich einfach auf die Werte des Tachos verlässt!

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Beitrag von HH-EM19 Rudi » 17. November 2004, 09:34

Nun ich nochmal zur Formel für Gobi:
Ich messe die Zeit, die der Kilometerzähler für einen Kilometer braucht. Also nehmen wir den rechnerisch günstigsten Fall an. Für einen Kilometer braucht der Zähler eine Minute. Für 60 Kilometer dann 60 Minuten. Daraus folgt: 60km/h
Der Eichvorgang sollte nicht zu lange dauern, weil sonst der Akkuschrauber an Kraft und Drehzahl verliert. Möchte man diese Komponente noch fehlerfrei halten, nimmt man sich einen Dremel mit gringer Drehzahl und Netzspannungsanschluss. Denkbar wäre auch, einen kleinen Fahrradtacho als Drehzahlmesser zu missbrauchen, damit man sicher ist, das die zum eichen verwendete Drehzahl an der Tachowelle konstant bleibt. Ich werde mich in den kommenden dunklen Winterabenden damit befassen.
Gleichwohl ist doch der geringe Unterschied in Deiner Reifengröße unerheblich, weil der Antrieb des Tachos vom Getriebe abgenommen wird. Die paar Zentimeter im Umfang Deiner Räder mehr oder weniger machen den Kohl nicht fett, so meine ich.

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Beitrag von Gobi » 18. November 2004, 12:20

So, nachdem ich schon einiges fast kaputt gemacht habe, will ich mal den Zwischenstand berichten:
Um den Magneten abzuziehen, erstmal alle Zahnrädchen raus.
Dann den Blechring vorsichtig nach oben raushebeln, er ist auch mit Sicherungslack eingeklebt.
Einen Abzieher habe ich mir gedreht und dabei diverse Fehlerchen gemacht, es ist an der Stelle alles so verdammt eng, das ich nicht sehen konnte, was genau vor sich geht- den Abzieher würde ich das Nächste mal noch mal anders anfertigen, deshalb zeige ich den erstmal noch nicht.

Die ganze Aktion hätte ich mir überhaupt sparen können, denn mein Tacho läuft einen Hauch zu schnell, wenn ich die Kurzschlußbleche einfach weglasse. (Geschwindigkeitsermittlung "Methode Rudi")
Diesen Hauch werde ich später durch das Aufsetzen des Zeigers nachregulieren (lässt sich, wie bereits gesagt eh' nicht vermeiden)

Noch ein Wort zur Kilometeranzeige:
Auch die habe ich zerlegt, weil ich dachte, die Farbe wäre größtenteils ab. Die kleine Achse, die die Mitnehmerräder führt ist am Ende leicht verquetscht, das muß man wegfeilen und dann mit vieeeeel Gefühl rausziehen (Zinkguß...brösel....brech.....)
Das hätte ich mir aber genauso schenken können, denn als ich die Zahlenrollen reinigte, waren plötzlich wieder alle Zahlen weiß!
Nur an ein paar Stellen war das Schwarz abgeschabt (übrigens ein Zeichen dafür, das die Glocke dort gerieben hat).
Das kann man wirklich mit einem Edding nachbessern und fertig!

Das Ganze ist wirklich ein ziehmlich heikle Sache.

Mal sehen, ob das so hinkommt.......

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Beitrag von HH-EM19 Rudi » 18. November 2004, 13:27

Nun ja :top: Verstehe ich das richtig :?: Du hast den Magneten nach oben rausgezogen??? Wie ist der denn im Gehäuse befestigt? Läuft da noch ein Lager mit oder ist die Magnetwelle nur in Buchsen gelagert? Wie sieht denn der Abzieher aus? Ich muss das Rad ja nicht noch mal erfinden, wenn Du schon was erfunden hast, nicht wahr?

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Beitrag von Gobi » 18. November 2004, 14:35

Wie gesagt der Stahlring muß erstmal weg, dann ist der Weg frei.
Der Magnet ist auf einer Aluminumscheibe aufgepresst, die wiederum auf der Welle. Die läuft in Bronzebuchsen bis nach unten raus.
Mein Abzieher hat unter den Magnetring gegriffen, was nicht so ganz elegant ist, deshalb würde ich noch einen anderen machen, ich weiß aber nicht, ob das platztechnisch überhaupt machbar ist, es ist auch so verdammt eng! (mein jetziger Abzieher hat ein bisschen am Gehäuse angelegen und deshalb schräg gezogen und promt die Welle verbogen, die in der Mitte, wo die Schnecke sizt sehr schwach ist- konnte ich zum Glück aber wieder richten...)
Wenn Du nicht sofort loslegen willst, gib mir noch ein bisschen Zeit.
Blöderweise habe ich nämlich jetzt alles glücklich zusammen, und es mir bis zum nächsten Tacho erstmal geschenkt einen zweiten Abzieher zu machen.

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Beitrag von HH-EM19 Rudi » 18. November 2004, 15:47

Klar lass ich Dir die Zeit. :top: Kreative Köpfe darf man nicht drängen. Der Winter ist noch lang und ich habe einige Gehäuse zum üben, an denen eh nix mehr zu retten ist und daher mal was daneben gehen kann.

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Beitrag von Gobi » 23. November 2004, 13:18

So, heute hab ich ihn mal eingebaut, aber so einfach ist die Sache nicht:
Mir ist schon klar, da? das ein ungedämpfter Tacho ist, aber er pendelt ca 10kmh hin und her und wenn ich schneller fahre, wirds noch schlimmer, eher in dem Sinne das er zuviel anzeigt.
Ich vermute mal, das die Glocke zuviel Spiel hat, bei mir hatte sie seltsamerweise an der Kilometeranzeige gerieben, also muß ich die doch neu lagern- mein Uhrmacher um die Ecke hat mich übrigens angesehen, als ob ich nicht mehr alle Tassen im Schrank hätte :nono:

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Beitrag von THOMAS T. » 24. November 2004, 12:23

Ich habe es bisher vermieden den Tacho zu zerlegen, irgendwas an Geschwindigkeit zeigt er ja, nach Lust und Laune an - so bis rund 100 km/h
bloß will er so überhaupt keine Kilometer mehr zählen....

Lohnt sich der Aufwand den Tacho auseinander zu bauen oder kann man schon so sagen: " das Ding ist hin??"

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Beitrag von Gobi » 24. November 2004, 12:59

Was am Kilometerzähler kaputt ist, kann man relativ einfach sehen- die Frage ist nur, wo nimmst du dann Ersatzteile her?

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Beitrag von HH-EM19 Rudi » 24. November 2004, 13:14

Ersatzteile gibts bei mir. :top:
Zerlegen lohnt sich immer, allein schon deswegen, um zu beurteilen, ob das Ding hin ist oder nicht. :D
Der Kilometerzähler wird rein mechanisch über Schneckenräder und Wellen angetrieben. Da kann schon mal was verschlissen sein. Ich habe aus meinen "ebay-Leichen" einige Teile über. Sag Bescheid, was genau kaputt ist und ich schaue nach, ob ich Dir helfen kann.
Bis denn dann :D

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