Montage Kupplungsdruckplatte --> Schwungscheibe und OT°

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Montage Kupplungsdruckplatte --> Schwungscheibe und OT°

Beitrag von EMW-Junkie » 2. Februar 2005, 19:17

Jetzt, wo sich mein Motor ja scheinbar schnell und selbsttätig zerlegt, habe ich endlich auch mal wieder Einzelteile in der Hand.

Wir hatten ja schon das Thema Auswuchtung und so.

Auf der Kupplungsdruckplatte ist immer eine Art Pfeilspitze eingegossen

Meiner Ansicht nach, sollte der Pfeil in Richtung OT zeigen.
:arrow: http://www.pixum.de/members/emwjunkie/? ... f249e64e40
Das könnte zumindest Original so gemeint sein.

In Wirklichkeit gab es ja offensichtlich bei späteren Reparaturen auch vielfältige Auswuchtversuche :arrow: http://www.pixum.de/members/emwjunkie/? ... f249e64e40

Da haben sich aber die Leute sicherlich was bei gedacht.......

Aber was und wie.

Manche Beiträge hören sich ja so an, als ob mancheiner vielleicht da doch über Hintergrundwissen verfügen könnte.
Leider ist da aber bisher noch nie was konkretes dabei herausgekommen (HIHI).
Zuletzt geändert von EMW-Junkie am 13. September 2008, 21:37, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von Gobi » 3. Februar 2005, 17:34

Das die Kupplungsplatte mit ausgewuchtet wurde, finde ich eigentlich logisch, die wiegt ja auch ganz gut- ich denke mal das wurde schon ab Werk gemacht.

Das mit dem Pfeil fände ich ja recht beachtenswert! Wie sicher biste Dir denn da? (Ich kann die Tage auch noch mal im Keller nachsehen)

Vielleicht könnten die oben genannten Leute mit Hintergrundwissen ja auch mal erklären, wie man überhaupt das Ganze auswuchtet- demnächst habe ich ja Erikas Einzelteile in der Hand- wäre eine gute Gelegenheit......

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Beitrag von Andrebiker » 4. Februar 2005, 07:08

Ich denke auch, daß die Druckscheibe ausgewuchtet ist. Aber für sich alleine, so daß die Einbaustellung egal ist. Warum?
Erstens wuchtet man Teile für sich alleine aus, damit sie auch einzeln ersetzbar sind. D.h., im Falle eines Defektes müssen nicht alle Teile gemeinsam als Satz gewechselt werden. Ansonsten wäre es nicht möglich, eine neue Schwungscheibe mit der gelaufenen Druckplatte zu kombinieren, wenn wieder einmal einer die große Mutter auf dem KW-Zapfen nicht fest genug gezogen hat und somit den Konus ruinierte :mrgreen: .
Zweitens kann man vom Motorradschlosser einfach nicht erwarten, daß der auf eine Auswuchtungsmarkierung achten würde :mrgreen: , vor allem, wenn das Gegenstück (Schwungscheibe) keine Markierung aufweist und zudem bei der Montage komplett verdeckt wird.
Drittens würde sich in Reparatuanleitung und/oder Werkstattblättern irgendwo ein Hinweis befinden, wenn eine bestimmte Stellung zu beachten wäre.
Zuletzt geändert von Andrebiker am 7. März 2005, 13:50, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Daniel Dorn » 4. Februar 2005, 07:15

Das sollte eigendlich nicht das Problem sein.
Man sucht eine Kfz-Werkstatt auf und steckt die Kupplungscheibe auf die Räderauswuchtmaschine. Wenn eine ordendliche Maschine vorhanden ist kann man die Scheibe aufs Gramm genau auswuchten.

Dann mit einem Bohren z.B. 12er oder 14er, die Scheibe anbohren.

Nun die Frage wie tief????
Ganz einfach. Das Volumen des verwendeten Bohrers bestimmen.
Dann über die Dichte des Kupplungsscheibenmetalls die Masse bestimmen. Beide Formeln ineinander Einsetzen nach der Höhe umstellen und schon hat´s sich´s.

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Beitrag von OPR-Bulette » 4. Februar 2005, 08:25

zum thema Auswuchten kann ich ein wenig beisteuern , habe im Turbinenbau gelernt - wie ich damit aber auf ne EMW als Mopped kommen konnte ??? :rollo:

Man unterscheidet in statisches Auswuchten und dynamisches Auswuchten.
Ich denke in den guten alten Fünfzigern wurde ne Schwungscheibe statisch ausgewuchtet, d.h. man steckt das gute Stück auf eine horizontale Welle (mgl. rollengelagert :mrgreen: ) und die Scheibe wird sich langsam mit dem schwersten punkt nach unten drehen - dort wird was abgebohrt bis sie sich anders hindreht - dann wieder - usw so genau wie man möchte bzw. bis Sie sich nicht mehr wegdreht... soweit die theorie

dynamisch ist so wie die Reifenwuchtmaschine, d.h. winkellage und betrag der unwucht werden gemessen und angezeigt, man kann dann das übergewicht wegbohren (dichte v. stahl und volumen der bohrung) .....

das da ne reifenmaschine für geht, glaube ich nicht. ne gute motorenbude hat aber ne wuchtmaschine fürs feinwuchten von kurbelwellen , da sollte so was möglich sein. ich würde da aber keine wunder erwarten - da nach meinem eindruck der gesamte kurbeltrieb der EMW also Schwungscheibe, Kurbelwelle incl. Pleuel und Kolben gewichtsmäßig nicht feinabgestimmt wurde....
Wer mehr wissen will:
Die Bibel der Auswuchtszene: Hatto Schneider "Auswuchttechnik"
der millo

................................

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Beitrag von OPR-Bulette » 4. Februar 2005, 08:27

noch ein tip aus dem Web von nem ehemaligen Kollegen:

www.auswuchten-info.de


p.s. das wärs doch überhaupt - ne emme mit turbine das gehört aber zu den Neuerern.... :hüpf:
der millo

................................

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Beitrag von howling.dog » 4. März 2005, 09:20

andrebiker hat sicher recht
warum ist in den werkstattblättern alles ganz genau beschrieben
motor kardan getriebe etc wenn dann bei der simplen kupplungs
montage grosse geheimniskrämerei betrieben wird
fakt ist , die druckplatte ist separat gewuchtet so dass sie einzeln getauscht werden kann
wichtig ist vor allem der saubere sitz der schwungmasse und beim zusammenbau (steht auch so in den werkst.blättern) die ganze sache zentrieren.
ich nehme eine alte getriebe-eingangswelle und zentriere die kupplungsscheibe und die platte in der schwungmasse und dann
gleichmässig festschrauben
hat bis jetzt immer funktioniert
wird auch im automobilbau bis heute so gemacht

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Beitrag von EMW-Junkie » 23. April 2009, 18:55

Die Pixumbilder sind ja wech, heute habe ich mal neue gemacht.

Die 3 Führungsstifte der Druckplatte sitzen so in der Schwungmasse, daß wenn der Kolben auf OT steht, einer auf 12 Uhr steht, einer auf 4 Uhr und einer auf 8 Uhr.

Was ich oben von dem eingegossenen Pfeil geschrieben habe, ist Unsinn. Der Pfeil ist schon im Guss eingearbeitet. Die Bohren/Fräsen die Platten aber nicht einheitlich. Deshalb sagt seine Richtung auch rein gar nichts aus.

Was oben über das Auswuchten der Druckplatte geschrieben wurde, stimmt natürlich nur im Auslieferungszustand. Niemand
kann mir erzählen, daß die im Werk da solche Bohrorgien veranstalten :mrgreen:

Bild

Nach meiner Überzeugung haben die das später nach Erfahrungswerten gemacht, um unterschiedliche Kolbengewichte auszugleichen!

Deshalb handelt man sich meiner Meinung nach vermeidbare Vibrationen ein, wenn man die nicht wieder in Richtung OT verbaut.

Vielleicht sollte man sogar was zuschweißen, wen man einen guten oder vom Durchmesser eher kleinen Kolben verbaut.

So, jetzt ihr :mrgreen:
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Beitrag von Paul R 35 » 24. April 2009, 20:25

EMW-Junkie hat geschrieben:Vielleicht sollte man sogar was zuschweißen, wen man einen guten oder vom Durchmesser eher kleinen Kolben verbaut.
Dann lieber bohren auf der Gegenseite.

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standgas
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Ausgleichsbohrungen

Beitrag von standgas » 24. April 2009, 22:48

Hallo E-J,
aus meiner Sicht liegst Du da mit Deiner Meinung des nachträglichen Bohrens wegen des Kolbengewichts falsch.
Das Bohren zwecks Auswuchtung wird/wurde bei Guß- und Schmiedeteilen damals bis heute angewandt. Das wurde aber nach meinem Kenntnisstand aber immer am Einzelteil z.B. Bremstrommeln oder im festen Zusammenbau z.B. Kurbelwellen durchgeführt.
Ich lasse mich aber gern belehren.
Gruß
standgas
alles war gut

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Re: Montage Kupplungsdruckplatte --> Schwungscheibe und OT°

Beitrag von findus » 8. Februar 2015, 11:28

Hallo, mein Kupplungshebel schlägt fast am Getriebegehäuse an, wenn ich die Kupplung ziehe. Trennt abe gerade noch sauber. Wie ist das mit der Distanzscheibe. Hat jemand die Maße? Und wo genau kommt die hin.
Das wäre mir ne hilfe. findus

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Re: Montage Kupplungsdruckplatte --> Schwungscheibe und OT°

Beitrag von RobertD » 8. Februar 2015, 13:50

Wenn der Hebel sich so weit ziehen lässt und die Kupplung gerade so trennt, dann müsste von den Distanzscheiben eher etwas raus genommen werden. Das hatte ich bei mir auch, dass der Hebel schon an der Druckplatte geschliffen hat. Da habe ich dann von den Scheiben 3 raus genommen und dann ging es. Man glaubt ja kaum, was 3/10el alles ausmachen können, bei so einer Konstruktion.

Die Distanzscheiben sind hinter den Flansch mit den 2 Nasen, wo der Ausrückhebel eingreift. An dem Flansch ist eine Sicherungsschraube, welche man löst und dann lässt sich das Teil vom Drucklagerzapfen abschrauben.

Also:

-Druckplatte ausbauen
-Sicherungsschraube lösen
-Flansch vom Drucklager abschrauben
-Eine oder 2 Scheiben rausnehmen
-Zusammenbauen und ausprobieren

Wenn es noch nicht passt, dann von vorn.
Gruß Robert

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Re: Montage Kupplungsdruckplatte --> Schwungscheibe und OT°

Beitrag von findus » 10. Februar 2015, 17:26

Hallo Robert, vielen Dank für die Hinweise.
ich hab mir mal den alten Motor angeschaut und tatsächlich habe ich bei der Demontage der Druckplatte des alten Motors 4 Distanzscheiben vorgefunden.
Am neuen Motor sind keine Distanzscheiben verbaut. Beim Einbau von Distanzscheiben würde sich der Weg also noch mehr verringern.
In einen Beitrag von Kulbi im Forum wird dargelegt, dass durch die Dichtungsstärke der Antriebs-und Hauptwelle des Getriebes unter dem vorderen Getriebedeckel Einfluss auf die Stellung der Lagerböcke des Kupplungshebels hat. je stärker die Dichtung, desto kürzer der Weg der Druckplatte.
Soweit so gut.
Also:
Motor und Getriebe sind neu gemacht worden. Die Kupplung greift und gibt auch frei, wenn auch wenig Wegreserve/Spiel vorhanden ist.
Mit den Distanzscheiben erreiche ich nur noch eine weitere Verkürzung mit der Gefahr, dass der Kupplungsweg zu kurz wird.
Das Getriebe möchte ich auch nicht auseinander bauen.
Was passiert, wenn ich so fahre, vorausgesetzt die Kupplung funktioniert.
Könnte man von den Lagerböcken der Ausrückhebels etwas Material abtragen, um so die Stellung des Hebels etwas mehr nach hinten zu bekommen. Es sind ca 6mm material vorh. bei 1mm dürfte ja nichts passieren ???
Was meinst du? ....und wer noch kann mir einen Rat geben ?
Findus

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Re: Montage Kupplungsdruckplatte --> Schwungscheibe und OT°

Beitrag von Killerniete » 14. Februar 2015, 14:12

Moin
Ich schätze mal die Kupplungsbeläge sind zu dick.
Also entweder andere Beläge,andere Kupplungsscheibe, Scheibe unter´s Ausrücklager- bis die Beläge passend abgeschliffen sind oder was ich nicht machen würd abfeilen der Böcke.
Kupplungsscheibe hat neu 6mm Dicke.
Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten.

Grüße aus dem Reservat
"Muskauer Heide"

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Re: Montage Kupplungsdruckplatte --> Schwungscheibe und OT°

Beitrag von Schwarzarbeiter » 15. Februar 2015, 09:41

Killerniete hat geschrieben: ...
Kupplungsscheibe hat neu 6mm Dicke.
Nach dieser Anmerkung habe ich mal kurz nachgeschaut. Die originale Kupplungsscheibe von der BK hat den selben Lochkreis wie die der EMW, ist allerdings 7,3 mm dick. Vielleicht hat jemand so eine segmentierte von der BK oder was Ähnliches mit den beschriebenen Folgen verbaut?

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Gruß Schwarzarbeiter
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