Anwerfhebel tritt ins Leere/ Schwungmasse lose

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SLAGDER
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Beitrag von SLAGDER » 7. Juli 2008, 11:45

Da wirst du nicht glücklich. Selbst wenn du maßlich alles hinbringst, d.h. Wellenzapfen nacharbeiten, eventuell die Schwungscheibe ausbuchsen(vergiß hier die Kräfte nicht!!!), Nut stoßen usw, das macht alles soviel Arbeit. Da bist du mit neuen, oder gut gebrauchten Teilen besser bedient.

Gruß SLAGDER

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Stefan1957
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Beitrag von Stefan1957 » 7. Juli 2008, 18:33

Mein Kapo in der Schlosserei nach der Lehre war ein Bier-Kesselschweißer. Sein Slogan lautete: bis 5 cm Spalt kann man Autogen schweißen. Über 5 cm am besten Elektrisch.
Geht alles wie Du siehst!
Nur als Reparatur in der Wüste Gobi; Nie mehr zerlegbar!
es grüßt mit öligen Fingern, Stefan aus dem Bottwartal

Erwin
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Wenn, dann Auftragsschweißen

Beitrag von Erwin » 7. Juli 2008, 19:36

Ich gehe davon aus, dass Stefan Auftraggsschweißen, nicht miteinander verschweißen meint. Würde ich bei einer quasi nicht ersetzbaren Rarität auch so machen! Anschließend auf der Drehbank die Kegelsitze neu drehen u. die Nut einbringen. Bei der R35 allerdings eher nicht, da (leider) nicht wirklich rar....! Da bekommst Du mit Sicherheit z. B. über Ebay für relativ kleines Geld guten, brauchbaren Ersatz.

Viel Erfolg!

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emw-ute
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Beitrag von emw-ute » 14. Juli 2008, 09:50

SLAGDER hat geschrieben:Da wirst du nicht glücklich. Selbst wenn du maßlich alles hinbringst, d.h. Wellenzapfen nacharbeiten, eventuell die Schwungscheibe ausbuchsen(vergiß hier die Kräfte nicht!!!), Nut stoßen usw, das macht alles soviel Arbeit. Da bist du mit neuen, oder gut gebrauchten Teilen besser bedient.
Dem kann ich mich nur anschließen. Dabei möchte ich, mit Blick auf den gezeigten Schaden, mal noch auf ein paar Grundsätzlichkeiten in diesem Zusammenhang eingehen; für diejenigen, die sich mit dem Thema bisher noch nicht befasst haben und den fred hier später mal lesen:

Die Schwungscheibe sitzt mit sehr hohem Anpressdruck auf dem KW-Zapfen. Die große Mutter (SW 36) muss daher mittels Drehmomentschlüssel richtig "angeknallt" werden.
Bei BMW R50 sind hierfür 180 NM (!) vorgesehen. Zudem liegt unter der Mutter ein Sicherungsblech. Keine Sorge: Wenn Mutter und Gewinde intakt sind, klappt das tatsächlich.

Durch den Konussitz allgemein wird eine sehr kraftschlüssige Verbindung erreicht. Und dort liegt auch der Hase im Pfeffer: Der Konussitz muss tipptopp sein, d.h. beide Teile saugend aufeinander passen. Alleine dies zeigt die Schwierigkeit einer Nachbearbeitung sehr schadhafter Sitze.

Der Keil, der ebenfalls in dieser Verbindung sitzt, wird meines Erachtens nicht wirklich benötigt: Einerseits muss die Schwungscheibe im Verhältnis zur KW nicht in einer gewissen Position fixiert werden (also nicht, wie etwa bei der Nockenwelle, wo es sehr genau auf die Positionierung von Zahnrad und Welle ankommt), andererseits hält dieser Keil alleine nichts, wie uns die Fotos zeigen: bei loser Mutter und sich lösender Schwungscheibe wird er einfach abrasiert.

Beispiel einer Modellpflege hierzu: bei R50 + R69 waren die ersten Kardanwellen (die dort im Ölbad im Schwingenholm laufen, also nicht offen, wie bei EMW) mit einem Keil versehen, der das hintere Anschlussstück zum Hinterachsgetriebe zusätzlich fixierte. Dieser Keil wurde in Folge weggelassen, weil überflüssig, und siehe: es hält auch so (!), und das, wo ein sehr viel kleinerer Konus vorhanden ist, und die so angetriebenen Maschinen bis über 30 PS mit entsprechend schweren Seitenwagen auf die Straße bringen.

Soviel nur zum Thema Konussitz und Mutternanzugsdrehmoment.

k.
2 Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Beim Universum bin ich mir allerdings noch nicht sicher (Einstein).

Es gruessen emw-ute & klaus & die 55er emw.

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Beitrag von Killerniete » 14. Juli 2008, 11:36

Hallo Ute & K (laus)

Also das die Passfeder gar nicht sein muss ist so nicht richtig.
Die Schwungscheibe brauch zwar nicht in einer bestimmten Position fixiert werden , sollte sich aber auch nicht im geringsten verdrehen können , da dann schon ein Verschweissen und Vermacken des Konus anfängt mit den weiteren Folgen. :( :( :(
Das Übel ist das Einzylindermotor der nun mal den Schlechtesten Rundlauf hat.
Im Übrigen geb ich euch Recht die Schwungscheibe taugt evtl noch als Christbaumständer, da die Aufarbeitung (noch) nicht lohnt.
Zur Kurbelwelle : Der Zapfen ist eingepresst - Ohne Passfeder- und ist im Zuge einer KW-Überholung austauschbar.
So zusammenbauen oder Verschweissen das sollte man lassen.
Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten.

Grüße aus dem Reservat
"Muskauer Heide"

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Beitrag von emw-ute » 14. Juli 2008, 12:20

Killerniete hat geschrieben:Hallo Ute & K (laus)

Also das die Passfeder gar nicht sein muss ist so nicht richtig.
Die Schwungscheibe brauch zwar nicht in einer bestimmten Position fixiert werden , sollte sich aber auch nicht im geringsten verdrehen können , da dann schon ein Verschweissen und Vermacken des Konus anfängt mit den weiteren Folgen. :( :( :(
.


Mag sein, obwohl mich die Logik nicht überzeugt. Denn wenn ein Konus sauber gearbeitet ist und sitzt, bewegt er sich m.E. auch nicht mehr: siehe das Beispiel der R50-69-Kardanwelle, die ohne Dämpfergummi die Massen überträgt. Dort hätte ich jetzt wirklich die Notwendigkeit des Keils glauben wollen, wenn man sich den kleinen Konus mal ansieht; zumal das Ganze auch noch in Öl läuft (!). Andererseits hat auch die R50 einen Keil auf dem KW-Zapfen, so dass die ganze Keilgeschichte in sich sichtlich kaum logischer wird, zumal der R50-Motor nun wirklich nicht für einen unrunden Motorlauf bekannt ist.

Aber wie dem auch sei: eine derartig vermackte Schwungscheibe / KW habe ich wirklich noch nie gesehen. :shock:
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Es gruessen emw-ute & klaus & die 55er emw.

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Beitrag von werner » 15. Juli 2008, 20:59

Hallo,
nachdem ich das Thema gelesen habe, möchte ich Euch die Erlebnisse mit meiner Kurbelwelle und Schwungscheibe nicht vorenthalten. Habe mir heuer einen lange gehegten Traum erfüllt, und mir eine R35 gekauft. Nach jeder gelösten Schraube eine neue Überraschung. Beim Ausbauen der Kurbelwelle, lösen der Schraube, die Kurbelwelle und Schwungscheibe zusammenhält, sah ich schon daß der Vorbesitzer nur Meissel und Hammer hatte, Sie anzuziehen. Mit der Finne des Hammers hat der gute Mann dann noch viele kleine Dellen in die Schwungscheibe geschlagen, warscheinlich um die Haftung der Kupplung zu erhöhen. Die Nut in der KW ist zugeschweisst worden und auf der gegenüberliegenden Seite wieder sehr fachgerecht eingestemmt, ja man kann wirklich sehr schön die Spuren des Stemmeisens bewundern. Weil ein so fachgerecht instandgesetzter Konus ja nicht in so eine schnöde Schwungscheibe gehört, hat man Diese kurzerhand ausgedreht und ein Rundeisen von ca 10 cm Durchmesser eingeschweisst. Anschliesend wurde auf der Drehbank alles schön geglättet und ein wunderschöner nagelneuer Konus eingedreht. Und weil der Konus konisch, wird auch die Nut konisch in Quer und Längsachse eingefeilt. Warum die gesamte Schwungscheibe jetzt mit so 4 bis 5 mm eiert kann ich nicht nachvollziehen. Kann sein dass man die Sache Feinwuchten wollte, oder die Drehbank wurde auch vom selben Spezialisten, der diese Arbeit verbrochen hat, revisioniert.
Grüße Werner,
der auch eine Kurbelwelle sucht.

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Beitrag von EMW-Junkie » 9. Januar 2009, 17:56

Ich hatte ja einen BMW-Motor beim "Eisenacher" zur Überholung.

Er hat mir ausdrücklich empfohlen, die Schwungmasse vor der Montage auf ca. 80°C vorzuheizen.

Sicherlich eine gute Idee, um diversen Problemen vorzubeugen,
aber bekomme ich die dann ggfs. auch jemals wieder mit einem normalen Abzieher runter???

Hat da jemand Erfahrungen in dieser Richtung?
BildOldis fahren und daran schrauben macht süchtig!Bild

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Beitrag von Killerniete » 9. Januar 2009, 23:55

Hallo Junkie
Mach ich in der Regel auch immer so.
Schwungscheibe auf den Ofen bis spuckheiss dann schnell drauf.
Mutter angesetzt und mit Schlagschrauber festgeschraubt - aber nicht volles Rohr. Dann
:prost2: :prost2:
Und mit Langem Rohr festgezogen - könnte etwa 180 Nm entsprechen.
Sichern nicht vergessen.

Auseinandergenommen hab ich auch wieder geschafft,
Kw-Wechsel als Folge des Sandstrahlens.
Hab auch Lehrgeld gezahlt.
:mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:
Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten.

Grüße aus dem Reservat
"Muskauer Heide"

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