Scheunenfund konservieren Wie?

Lack, Embleme, Chrom, Aluteile usw.
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Scheunenfund konservieren Wie?

Beitrag von ChristianBMW » 10. Juni 2010, 12:39

Hallo EMW Freunde!

Habe mir nun eine DKW 350 zugelegt, wenn die DKW ein Problem ist, ist es eine EMW, die stand ziemlich lange Draußen mit dem Ergebnis das der Lack fast runter ist. Ich möchte das Motorrad aber gern in diesem Zustand belassen, das polarisiert ganz toll, wenn Ihr wisst was ich meine :D . Ich finde den Zustand sehr interessant, nun die Frage: Wie kann ich den Rost stoppen ohne die Oberfläche stark zu verändern, den restlichen Lack erhalten, Tipps wie die Verwendung von Rostumwandlern helfen mir nicht. Das Motorrad soll als Zeitzeuge erhalten bleiben. Wenn ich das Hochladen von Bildern begreife stelle ich ein Bild ein...........Vielleicht hat jemand schon so etwas gemacht? Gruß Christian"!
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Re: Scheunenfund konservieren Wie?

Beitrag von duesenberg » 10. Juni 2010, 14:45

Hallo,

das einzige was mir da einfällt ist Owatrol. Es konserviert Rost.
Wenn ich es richtig verstanden habe, willst Du den jetzigen Zustand erhalten, hast aber rostige Stellen auf dem Blech. Mit Owatrol http://www.korrosionsschutz-depot.de/de ... atrol.html erhälst Du den Zustand und kannst später tun, was Du für richtig hälst. Beim Einwirken werden die behandelten Stellen dunkel und etwas glänzend.

Viele Grüße
Klaus
Zum Anhalten des Rades stelle man das Gas ab und ziehe den Kupplungshebel, wodurch das Rad langsam zum Stehen kommt.

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Re: Scheunenfund konservieren Wie?

Beitrag von Ronni63 » 10. Juni 2010, 23:09

Moin,

ich mach das gleiche gerade mit ner Touren AWO.
Habs wie Duesenberg mit Owatrol angefangen, habs aber wieder gelassen --> man muß fürchterlich genau arbeiten, mit kleinem Pinsel weil :
das Zeugs hat verdammt gute Kriecheigenschaften (was ja für den Schutz erstmal gut ist), kriecht aber auch auf den Lack, und da gibts einen unansehnlichen weißlichen Film, den man genau so pingelig wieder runterpopeln muß .....

Und daß die behandelten Roststellen so glänzen, gefällt mir auch nicht wirklich.

Hab jetzt die unsichtbaren Stellen (Kotflügel innen .....) mit Hammerite und außen drauf Ballistol.
Die Behandlung muß man zwar öfters wiederholen (muß man bei Owatrol übrigens auch , nur nicht so oft), aber es kommt der Original-Optik näher
(und ich habs auch über dem Lack).

Langzeiterfahrungen hab ich allerdings keine, baue die Karre ja auch gerade erst zusammen.

Gruß
Ronni
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Re: Scheunenfund konservieren Wie?

Beitrag von duesenberg » 11. Juni 2010, 08:06

Hallo,

Owatrol basiert auf Leinöl. Man kann es mit Verdünnung/Benzin abwischen. Ist natürlich an den Stellen, an denen eine scharfe Trennung gewünscht wird, mit viel Zeitaufwand verbunden. Untendrunter halte ich es für sinnvoll, weil relativ haltbar. Hier muß es meiner Erfahrung nach nur im Herbst kontrolliert und ausgessert werden.
Wenn Ballistol reicht (muß häufiger nachbehandelt werden) ist das eine gute Lösung. Für späteres Lackieren (?) muß eh gestrahlt werden. Und wie häufig ist unsereins bei Nässe unterwegs?
Wenn Du Glück hast, hat jemand Owatrol (wird auch im Holzschutz eingesetzt) und Ballistol (kann man immer gut am Motorrad, im Haushalt + an Ledersachen nehemen) in Deiner Nähe zum ausprobieren.

Viel Glück
Klaus
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Re: Scheunenfund konservieren Wie?

Beitrag von single action » 11. Juni 2010, 08:22

Ronni63 hat geschrieben:Moin,

ich mach das gleiche gerade mit ner Touren AWO.
Habs wie Duesenberg mit Owatrol angefangen, habs aber wieder gelassen --> man muß fürchterlich genau arbeiten, mit kleinem Pinsel weil :
das Zeugs hat verdammt gute Kriecheigenschaften (was ja für den Schutz erstmal gut ist), kriecht aber auch auf den Lack, und da gibts einen unansehnlichen weißlichen Film, den man genau so pingelig wieder runterpopeln muß .....

Und daß die behandelten Roststellen so glänzen, gefällt mir auch nicht wirklich.

Hab jetzt die unsichtbaren Stellen (Kotflügel innen .....) mit Hammerite und außen drauf Ballistol.
Die Behandlung muß man zwar öfters wiederholen (muß man bei Owatrol übrigens auch , nur nicht so oft), aber es kommt der Original-Optik näher
(und ich habs auch über dem Lack).

Langzeiterfahrungen hab ich allerdings keine, baue die Karre ja auch gerade erst zusammen.

Gruß
Ronni
Ich kann weder einen weißen Film noch glänzende Roststellen durch Owatrolöl bestätigen. Und ich konserviere damit schon seit Jahren Motorräder im Fundzustand. Von 20-90% erhaltenen Lack oder eben 80-10% Rost.
Erstmal pinsel ich alles satt ein,dann leicht anziehen lassen und mit einem fusselfreien Lappen das überschüssige Öl abwischen. Die Lackoberfläche behält ihren Glanz und Roststellen dunkeln etwas nach und sind matt bis seidenmatt schimmernd.
Wiederholt man die Prozedur jedoch mehrmals auf den Roststellen,so werden diese speckig glänzend.
Eine Anwendung reicht mir jedoch. Beschädigte stellen tupfe ich dann lieber etwas nach und wische gleich weg.
Wenns mir zu sehr glänzt,dann mit Benzin drüberwischen und von vorne anfangen.

Owatrol ist übrigens kein Leinöl,sondern Leinölfirnis.
Bisherige Rückmeldungen von Außenstehenden sind durchweg positiv: ein altes Motorrad darf auch alt aussehen.
Negative Äußerungen kamen bisher nur von Vollrenovierern. Bei ihnen ist es wohl eher der Neid,da meine alten Maschinen in diesem Zustand echte Zuschauermagnete sind und ihren bonbonfarbenen Chromhobeln die Show stehlen und sie sich nicht genug gewürdigt fühlen.
Viel Geld rausgeschmissen und dann beachtets noch nichtmal jemand. Sowas blödes aber auch.
Man sollte ein Motorrad primär nicht restaurieren,um damit Anerkennung zu ernten,sondern um Spaß zu haben beim Basteln und Fahren.
Guß!

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Re: Scheunenfund konservieren Wie?

Beitrag von Ronni63 » 11. Juni 2010, 08:51

single action hat geschrieben: .... und ihren bonbonfarbenen Chromhobeln die Show stehlen und sie sich nicht genug gewürdigt fühlen ...
:rollo: :top:

Wahrscheinlich bin ich nur zu ungeschickt oder zu faul für Owatrol :mrgreen: .
Ich kann ja in einiger Zeit mal über meine Erfahrungen mit Ballistol berichten. Ist doch langweilig, wenn alle das gleiche machen ....

Gruß
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Re: Scheunenfund konservieren Wie?

Beitrag von duesenberg » 11. Juni 2010, 09:20

Owatrol ist übrigens kein Leinöl,sondern Leinölfirnis.

Schrieb ich Leinöl? Da hatte ich wohl mein Frühstück im Kopf :oops: Natürlich Firnis!
Hätte ich auch gern gemacht, aber meine Maschine sah einfach nicht schön aus, einige Teile waren nicht original und einiges mußte gerichtet werden, so daß ich mich schweren Herzens zum Neulack durchgerungen habe. Es freut mich deshalb für jeden, der seine Maschine so erhalten kann, wie sie vorgefunden wurde. Wie schnell steht ein blitzender Oldtimer da, dem die Seele aus dem Leib restauriert wurde.

Viele Grüße
Klaus
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Re: Scheunenfund konservieren Wie?

Beitrag von ChristianBMW » 11. Juni 2010, 09:45

Hallo und Danke!

schön das Ihr meine Frage so ernst nehmt! Möchte bald anfangen und werde wohl eine Versuchsstrecke anlegen. Ein Bekannter hat noch Owatrol das werde ich zuerst mal probieren. Habt hier mal ein link, damit ihr wisst worum es geht, Ronni Du sprichst mir aus der Seele :D Ich kann die anderen auch verstehen, aber eine Restauration in der die Basis wirklich abgeschätzt wird ist wohl ziemlich selten, so verschwinden Zeitzeugen. Ich will die Maschine fahren und den Zustand erhalten. Ronni hast Du Bilder von der Maschine vielleicht auch Details. Wird sicher auch andere Forumsmitglieder interessieren ? Gruß an alle Schrauber, Christian!

Achso einen Vergaser Marke Märklin suche ich für die DKW noch.........


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Re: Scheunenfund konservieren Wie?

Beitrag von Ronni63 » 11. Juni 2010, 10:02

Hab hier mal 2 Bilder, bevor ich die Maschine gesprengt habe (also ohne jegliche Behandlung) ....

Bild

Bild

Ich mache die Tage mal n Foto von meinen Kotflügeln zum Vergleich, einer davon
zum Teil mit Owatrol behandelt und einer mit Ballistol .....

Gruß
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Re: Scheunenfund konservieren Wie?

Beitrag von Paul R 35 » 11. Juni 2010, 20:24

ChristianBMW hat geschrieben:Achso einen Vergaser Marke Märklin suche ich für die DKW noch.........
An der DKW wurden auch Graetzin Vergaser verbaut.

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Re: Scheunenfund konservieren Wie?

Beitrag von Bilgenkrebs » 11. Juni 2010, 21:27

single action hat geschrieben:
Negative Äußerungen kamen bisher nur von Vollrenovierern. Bei ihnen ist es wohl eher der Neid,da meine alten Maschinen in diesem Zustand echte Zuschauermagnete sind und ihren bonbonfarbenen Chromhobeln die Show stehlen und sie sich nicht genug gewürdigt fühlen.
Viel Geld rausgeschmissen und dann beachtets noch nichtmal jemand. Sowas blödes aber auch.
Man sollte ein Motorrad primär nicht restaurieren,um damit Anerkennung zu ernten,sondern um Spaß zu haben beim Basteln und Fahren.
Guß!
Na, hier scheiden sich halt die Geister. Jeder sollte auf seine Weise glücklich werden. Möchte aber doch zu bedenken geben dass die meisten restaurierten EMWs eben keine überrestaurierten Chromhobel sind sondern mühevoll von ihren Besitzern nach Möglichkeit wieder liebevoll original getreu aufgebaut wurden. Und dass dies den meisten auch noch Spass gemacht hat sollte auch nicht so verwerflich sein.

Übrigens wurden doch auch viele alten im Krieg zerstörten Gebäude wieder original hergerichtet, auch hier können die handwerker stolz auf ihre Leistungen sein.

Gruss Bernd

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Re: Scheunenfund konservieren Wie?

Beitrag von papi01 » 12. Juni 2010, 16:36

Hallo Bernd. Ich teile voll Deine Meinung.Soll doch jeder nach seiner Fasson seelig werden. Ich jedenfalls ziehe es vor, in meinem Eigenheim und nicht in einer Erdhöhle zu wohnen. Es grüßt der Hans (Gehöre eben zu den "Altmodischen" )

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Re: Scheunenfund konservieren Wie?

Beitrag von Ronni63 » 13. Juni 2010, 22:19

Soooo, ich hab mal zwei unterschiedlich behandelte Schutzbleche abgelichtet ...

Bild

An dem linken ist Ballistol dran, an dem rechten Owatrol. Beide liegen seit der Behandlung schon ein paar Monate auf der Bühne. Das rechte erscheint zwar heller, das liegt aber nicht am Owatrol, sondern an einer sich auflösenden Kupferbürste :oops:

Insofern muß ich mich beim Owatrol berichtigen, nach einiger Zeit glänzt es nich mehr so und sieht wie in Ehren gealtert aus .....

Gruß
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Re: Scheunenfund konservieren Wie?

Beitrag von Benzinkuh » 14. Juni 2010, 06:12

Hallo Ronni
Ist das Owatrol Witterungsbeständig?
Rostet das nicht weiter wenn du mal in Regen kommst?
Gruß
Michael
Es ist nie zu spät für eine schöne Jugend!
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Re: Scheunenfund konservieren Wie?

Beitrag von single action » 14. Juni 2010, 08:23

Bilgenkrebs hat geschrieben: ...
Na, hier scheiden sich halt die Geister. Jeder sollte auf seine Weise glücklich werden. Möchte aber doch zu bedenken geben dass die meisten restaurierten EMWs eben keine überrestaurierten Chromhobel sind sondern mühevoll von ihren Besitzern nach Möglichkeit wieder liebevoll original getreu aufgebaut wurden. Und dass dies den meisten auch noch Spass gemacht hat sollte auch nicht so verwerflich sein.

Übrigens wurden doch auch viele alten im Krieg zerstörten Gebäude wieder original hergerichtet, auch hier können die handwerker stolz auf ihre Leistungen sein.

Gruss Bernd
Als ob es nur EMWs in der Oldiwelt gäbe?! Warum fühlst du dich eigentlich zur Rechtfertigung genötigt? Chromhobelfahrer? :mrgreen:

@Benzinkuh, Owatrol ist regenbeständig. Das könnte ich als nicht reiner Schönwetterfahrer nun schon oft genug beweisen.
Google mal nach den Eigenschaften von Leinölfirnis. Das ist kein bloßer Decklack.
Gruß!

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