Zink Pest °

Werkstoffkunde + Löten, Schweissen usw
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oldiMike
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Re: Zink Pest °

Beitrag von oldiMike » 25. Dezember 2011, 19:24

Zunächst einmal sind die Effekte der Kavitation in der Praxis nicht immer erwünscht. Warum ist das so? Nun, betrachten wir dazu einmal, was passiert, wenn Kavitation an der Oberfläche fester Körper auftritt. Hier ist die altbekannte Schiffsschraube ein passendes Beispiel. Sie werden es als Nicht-Schiffer kaum glauben, aber Kavitationsfraß ist ein gefürchteter Effekt an solchen Schrauben. Er kommt dadurch zustande, dass beim Zusammenfallen der Hohlräume im Wasser extrem hohe Drücke und Temperaturen entstehen. Natürlich ist dies ein zeitlich sehr begrenzter Effekt, aber hier macht es eben die Menge. Schließlich kommt es zu mikroskopisch kleinen Deformationen am Material des festen Körpers, die in der Konsequenz nach einiger Zeit für das Herausbrechen größerer Teile der Oberfläche sorgen. Warum das so ist, wurde bis heute nicht wirklich abschließend geklärt, aber dass es so ist, weiß eigentlich jede Reederei auf unserem Planeten, denn die verursachten Schäden sind deutlich sichtbar und müssen teilweise sehr kostenintensiv beseitigt werden.


sorry, bin kurz angebunden. Ich versuche mal mehr info zu finden.
Aber kurz gesagt, Kavitation kann bei einigen Geräten zu Problemen Führen.
auf der suche nach Original Kolben für Die EMW Ø > 72mm auch gebraucht.

Motorräder werden"Angetreten"und nicht gedrückt!

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oldiMike
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Re: Zink Pest °

Beitrag von oldiMike » 25. Dezember 2011, 20:13

ich habe mal irgendwo im www einen Beitrag dazu gelesen wo das genauer beschrieben wird. Ich finde das aber nicht mehr.
auf der suche nach Original Kolben für Die EMW Ø > 72mm auch gebraucht.

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Re: Zink Pest °

Beitrag von Gobi » 25. August 2014, 13:25

Ich habe jetzt seit einem Jahr eine Opferaode aus Magnesioum im Kühlwasserkreis meines Autos, weil der Aluminiumkopf deutlich angegriffen wurde, neulich hab ich sie mal rausgenommen und sie ist deutlich angefressen! Das funktioniert also soweit.
Wer kennt sich im Detail damit aus, ich habe die Anode sicherheitshalber nochmal mit einem Kabelmit dem Motorblock verbunden - war das jetzt doppeltgemoppelt? Theoretisch ist die Verbindung ja über das Kühlerwasser gegeben. Ich habe nur nicht verstanden, wie sonst die Elektronen wandern sollen?
Wenn du tot bist, dann bist du lange Zeit tot.
Burt Munro

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Re: Zink Pest °

Beitrag von papi01 » 25. August 2014, 17:06

Hallo Gobi, hallo Mike. Erinnert Euch doch bitte mal an die lästigen Schulstunden in Physik und Chemie, wo doch bald jeder geglaubt hat, diesen "Mist" im Leben nie zu brauchen. Aber hier und da merkt man dann doch, daß sich manche Dinge im praktischen Leben wiederfinden-- und schlecht zu verstehen sind.

Mike: Nach meinem Kenntnisstand ist Kavitation ein Thema, was mit Zinkfraß oder Zinkpest nichts zu tun hat. Womöglich weiß das einer besser.

Gobi: Gucke Dir doch die folgende web-Seite mal genau an und ich denke, Du wirst das Kabel ganz schnell entfernen, denn das hebt nach meinem Dafürhalten den gewollten Effekt einer Oferanode wieder auf.

http://www.google.de/imgres?imgurl=http ... Aw&dur=736

Es grüßt der Hans

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Re: Zink Pest °

Beitrag von Gobi » 25. August 2014, 18:21

Ehrlich gesagt, sitze ich evtl. auf der Leitung, da steht doch als Beispiel:
Eisenteile, die mit Elektrolyten in Berührung kommen und so beginnen zu rosten, werden mit unedlen Metallen (Zink, Magnesium oder Aluminium) leitend verbunden
Ich glaube gerade aufgrund so einer Aussage dachte ich, es reicht nicht, das Magnesium einfach in den Kühlkreislauf zu hängen, sondern ich muss es auch noch leitend verbinden!?

Ich lasse mich gerne eines besseren belehren!

Und dann gleich weiter gefragt: im Falle unseres Vergasers müsste das Magensium dann in den Tank? Wäre mir etwas gruselg, wenn es sich darin auflöst...
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Burt Munro

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Re: Zink Pest °

Beitrag von Stefan1957 » 28. Januar 2016, 22:57

In Augustusburg habe ich mir verschiedene Flügelschrauben vom Lenkungsdämpfer angeschraubt, die mehrheitlich Risse hatten. Deshalb war meine Entscheidung dann Aluminium am Stand von M. Jokisch.
Jetzt weiß ich auch warum der Vergaser und die Flügelschraube nicht mehr vorhanden waren. Sie sind durch interkristalline Korrosion verschieden :D
Hab noch den Vergaserdeckel und den Lichtschalter mit Anrissen in meinem Fundus. Der Gasschieber hat es überlebt und baumelte noch am Gasseil als ich die Maschine mit Flaschenzug aus dem Weinkeller hiefte. War im Rotwein konserviert.
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IMG_4691.JPG
es grüßt mit öligen Fingern, Stefan aus dem Bottwartal

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Re: Zink Pest °

Beitrag von duesenberg » 11. Oktober 2016, 09:25

Habe zufällig folgendes gefunden:

Liebe Oldie-Sammler,

als Einwohner der Modelleisenbahnstadt Göppingen und als Maschinenbauingenieur der Fachrichtung Werkstofftechnik werde ich hin und wieder mit dem Phänomen der Zinkpest oder des Zinkfrasses konfrontiert. Auch Nähmaschinen-Restauratoren/innen stehen manchmal ratlos vor dem Problem, dass metallische Anbauteile von Nähmaschinen plötzlich regelrecht "zerbröseln". Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass eine Vollmetallausführung eine Garantie für Unzerstörbarkeit durch reine Alterung ist. Guter Kunststoff kann dagegen wesentlich bessere Haltbarkeit besitzen, Betonung liegt bei "kann" und "GUTER KUNSTSTOFF" mit entsprechenden UV- und Oxidationsstabilisatoren! Gerade Sammler von materiell wertvollen alten Modelleisenbahnen kennen das Problem, was zu irreparablen Verlusten führt: plötzlich zerbröseln Metallbauteile ihrer Modelle, ja sie können regelrecht explodieren. Besonders Zinkdruckgussteile aus der Zeit vor 1920 und auch aus den letzten Kriegs-und Nachkriegsjahren ab 1942 bis ca. 1955 sind betroffen, als man die Gegenmaßnahmen noch nicht kannte bzw. wegen Materialmangel nicht mehr durchführen konnte: z. B. eine Legierung mit wenigen % Antimon, Verringerung des Eisenanteils. Bei tiefen Temperaturen >10°C und höherer Luftfeuchtigkeit kommt es durch komplizierte Reaktionen (verringertem Ladungsausgleich zwischen bestimmten Legierungsbestandteilen bei gleichzeitig entstehendem Elektrolyten mit durch die Feuchtigkeit gelösten Salzen und eindiffundierendem Sauerstoff) zu einer "interkristallinen" Korrosion in den Zinkgusskristallen mit starker Volumenausdehnung.

Durch die Produktionsverlagerung nach China, wo man das alte Problem wieder unter Preisdruck vernachlässigte, haben Märklin und andere Modellbahnhersteller mit "Outsourcing" wieder massive Qualitätsprobleme mit diesem Phänomen, das seit Wirtschaftswundertagen fast vergessen schien. Siehe auch entsprechender Abschnitt in :https://de.wikipedia.org/wiki/Zinkdruckguss . Der eigentliche Wikipedia Beitrag "Zinkpest" ist weniger aussagenkräftig.

Nun könnten auch NEUE Nähmaschinen aus China davon betroffen sein, da sie auch gerne Teile in der Mechanik aus Zinkdruckguss besitzen. Die Zinkdruckguss-Lieferanten sind meist dieselben wie die der Modellbahnhersteller. Bei Container-Seetransport der Maschinen zu uns sind tiefe Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit nicht selten. Das könnte z. B. u. a. ein Grund für das baldige Versagen einiger Discountermaschinen sein, während andere gleicher Herkunft gar nicht so schlecht beschrieben werden.

Bei unseren Oldies besteht oft das Problem, dass sie zwischenzeitlich nach erstem "Nutzungsende" in feuchtkalten Räumen gelagert wurden, Keller und Dachböden, oder noch schlimmer Garagen. Da gehören Nämas definitiv nicht hin -boewu- . Auch beim Stichwort "Keller, Dachboden- oder Garagenfund" bei Ebay ist Vorsicht geboten! Meine Hobbyräume liegen zwar auch im Dachboden, aber der ist isoliert und wird durch die im Haus aufsteigende Wärme ausreichend beheizt. Ein gekauftes altes Zubehörteil, eine verstellbare Feststellvorrichtung für die Nähfussstange bei Stickarbeiten, ist aber auch schon durch entsprechende Vorschädigung zu Bruch gegangen. Leider gibt es nach Beginn des Schadensverlaufes keine Rettung für die Teile, da die entstehenden inneren Eigenspannungen zu groß sind. Man kann nur Vorbeugen.
Zum Anhalten des Rades stelle man das Gas ab und ziehe den Kupplungshebel, wodurch das Rad langsam zum Stehen kommt.

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Re: Zink Pest °

Beitrag von Stefan1957 » 11. Oktober 2016, 21:06

Gut beschrieben; aber Du meinst tiefe Temperaturen <10°C und nicht >10°C.
Ich hab mir vor 10 Jahren in Augustusburg einen total versifften Vergaser gekauft, anstatt den super gereinigten.
Meine Überlegung war, dass die Ölkonservierung zumindest Korrosionseinflüsse von außen über Mikrorisse verhindert bis ich ihn zum Einsatz bringen kann.
es grüßt mit öligen Fingern, Stefan aus dem Bottwartal

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