50er Einbereichsöl kontra 20W50

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50er Einbereichsöl kontra 20W50

Beitrag von EMW-Junkie » 1. September 2006, 20:27

Kann mir jemand noch mal erklären, wieso 50er Einbereichsöl unbedingt besser für die EMW sein soll als z.B. 20W50, das es ja problemlos für unter 12€ für 5L zu kaufen gibt?
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stefan

oel

Beitrag von stefan » 2. September 2006, 07:22

Hi JUnkie,

meiner Kenntnis nach und was auch hier irgendwo diskutiert wurde bilden die neuen Öle keinen Schlamm mehr wo sich diverse Späne, Abriebe oder ähnliches festsetzen können.

Ich fahre auch seit Jahren normales Öl, wechsel es aber alle 3000 - 4000 km.

Gruss Stefan

ascom

Oel

Beitrag von ascom » 9. September 2006, 07:07

Das trifft in etwa den Punkt. Mehrbereichsöle transportiern Abrieb und Späne, die im Ölfilter ( den wir nicht haben ) zurückgehalten werden.

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Beitrag von Killerniete » 9. September 2006, 12:40

Genau, Mehrbereichsöle sind legierte(in der Struktur veränderte) Öle ,welche z.b. Abrieb, Verbrennungsrückstände(Ruß,Ölkohle,Schwefelverbindungen) in der Schwebe halten.
Diese werden dann im Feinfilter abgefangen(auto).
Da in der EMW kein Filter vorhanden ist wird der ganze Unrat immer wieder durch die Lager gepumt. :?
Bei Einbereichsöl setzt sich der Abrieb und die Rückstände in der Ölwanne und in anderen versteckten Winkeln des Gehäuses ab. :evil:
Besonders bei gelaufenen Motoren löst sich bei Umstellung von Mehr auf Einbereichsöl sämtlicher Schmutz auf einmal und führt meisst zum Supergau. :cry:
Die Ölwechselinterwalle sind mit 1500 km vorgeschrieben, früher wurde des Abrieb noch mit Spülöl rausgespült. :kotz:
Zum Preis ich kauf immer ein 20l Kanister Einbereichsöl für 35€ enspricht somit 8.75€ für 5l. :laola:
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Beitrag von HH-EM19 Rudi » 11. September 2006, 10:40

Die ganze Ölproblematik ist ja nun hinreichend erklärt. Der Schlamm hat sich auch ordnungsgemäß im Motorblock abgelagert und die Ölwanne tropft nicht mehr. Ich fahre SAE30 von den PENTOSIN-Werken Hamburg/Wedel. Hab da mal Wartung der Brandmeldeanlage gemacht und auf die Frage, ob ich `nen Kaffee möchte habe ich geantwortet, dass mir eine Flasche Oldtimeröl lieber wäre. Daraufhin hat der höfliche Kollege kurz telefoniert und aus dem Lager kam ein Blaumannträger mit einem Karton voller Flaschen. Insgesamt 12 Liter Öl für eine als Scherz gedachte Antwort. Mit diesem "Rasenmäher-Öl" fahre ich nun schon sehr lange rum und habe beste Erfahrungen gemacht. Da mein Motor sehr durstig ist und das gute Öl reichlich verbraucht, mach ich mir um Ölwechsel keine Gedanken. Ich schütte ja eh nur immer neues nach und der Schlamm liegt schön als Abdichtung im Block ganz unten. Irgendwann, wenn das Platschen und Matschen des Selben lauter wird, als das klappern der Ventile aus dem Kopf, werd ich den Schlamm wohl rausholen müssen. Bis dahin werd ich weiterfaaaahn und beobachten :mrgreen:
Fazit: Für Saisonbetrieb bei angenehmen Temperaturen immer schön SAE30 EINBEREICHSÖL fahren.

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Beitrag von Killerniete » 11. September 2006, 12:37

Mit Rasenmäheröl wird ich vorsichtig sein da es mittlerweile auch legiertes giebt- einfach den Aufdruck lesen wenn da was von reinigenden Eigenschaften steht --Finger weg. :evil:
Zum anderen halt ich 30er Öl für zu dünnflüssig.
Zu DDR Zeiten war Addinol M95 das vergeschriebene Sommeröl dies hat eine Viskosität nach SAE 40. ;-)
Evtl. würde der Ölverbrauch mit etwas dickeren Öl etwas zurückgehen. :?
Ansonst bin ich auch der Meinung das ein Motor der ordentlich funktioniert nicht geöffnet werden muß. :D :D
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Beitrag von standgas » 11. September 2006, 21:40

Ich fahre wie hier im Forum auch schon empfohlen, 20W50. Ich glaube auch, dass den Buchsen das etwas dickere Öl gut tut.
Anfangs habe ich auch was mit Ölfilter im Motor oder Ölreinigung mit abpumpen geplant. Davon bin ich aber weg, da mir das alles viel zu aufwendig und kostenintensiv ist.
Meine Vorgehensweise ist jetzt so.
- neues Öl rein (voll)
- fahren bis untere Markierung am Peilstab erreicht ist (waren jetzt 1200km)
- Ölwechsel (voll)
alles war gut

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Beitrag von HH-EM19 Rudi » 12. September 2006, 06:21

Hallo Standgas,
fahren bis untere Markierung erreicht ist :?: :?: :?:
Das kann gern auch mal nach hinten los gehen. Dann fährst du ja geraume Zeit mit einem Minimum an Ölvorrat im Motor und ob das so gut ist ???
-->Killerniete: Du hast Recht, wer lesen kann, was auf der Buddel steht, ist klar im Vorteil. Ich bleibe bei meiner Empfehlung, dass UNLEGIERTES Öl einfach besser ist für ein Motorenkonzept aus den 30-ger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Ich kann NICHT NACHVOLLZIEHEN, dass einige der Experten hier ( :!: das meine ich ernst und nicht ironisch :!: ) mit dem 20W-irgendwas-Öl unterwegs sind. Das dickeres Öl besser ist und den Buchsen gut tut, will ich gerne glauben. Das aber sämtliche Schwebstoffe, wie Abrieb und wer weiß noch alles, mit dem Öl zusammen durch die Buchsen rauscht, kann nicht gut sein. Sicher spielt der Preis eine große Rolle, dennoch würde ich nicht am falschen Ende sparen, um mich hinterher ratlos am Kopf zu kratzen, wenn der kapitale Motorschaden eingetreten ist.
Ich werde auf jeden Fall mal dickeres EINBEREICHSÖL ausprobieren und meinen Ölverbrauch im Auge behalten.
:mrgreen:

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Beitrag von Takin Treiber » 12. September 2006, 09:23

@ rudi, killerniete

sicherlich ist unlegiertes "besser", ganz klar. die frage ist aber, ob diese vorteile bemerkbar sind, oder rein hypothetisch... auch mehrbereichsöl bildet schlamm, zumindestens einfache baumarktware. für mich sind die häufigen ölwechsel das entscheidende, und vor allem auch regelmäßiges abschrauben und säubern der ölwanne. ansonsten mache ich keinen hokuspokus. eher ein philosophisches problem, denn von praktischer bedeutung, Meiner Meinung.

vorsichtig wäre ich nur bei wirklich richtig alten, sehr lange nicht geöffneten motoren, um nicht noch alten grind anzulösen und wieder neu in den ölkreislauf zu bringen. gerade hier hätte ich auch vor spülöl echte panik!

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Beitrag von Killerniete » 12. September 2006, 10:59

Mag sein das billiges Mehrbereichsöl auch Ölschlamm bildet aber was ist dieser Ölschlamm ist es Abrieb und Verbrennungsrückstände oder verbrauchtes Öl des ausfällt.
Zumal diese Öle meist regeneriertes Altöl ist.
Und 20 W40 wirds auch nicht mehr lang geben :arrow: schau dir mal die Werbung der Ölmultis an mit ihrem 0 W Geraffel und Spritsparen und weniger Kaltlaufverschleiß.
:mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:
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Beitrag von Takin Treiber » 12. September 2006, 22:51

Killerniete hat geschrieben:aber was ist dieser Ölschlamm ist es Abrieb und Verbrennungsrückstände oder verbrauchtes Öl des ausfällt.
interessante frage... keine Ahnung!

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Beitrag von EMW-Junkie » 12. September 2006, 23:08

20W50 kommt bei mir noch so lange rein, wie es das noch günstig geben sollte. Natürlich nur in einen Motor, der vorher praktisch klinisch rein ist.

Anders würde ich auch einen Motor, bei dem ich nicht wirklich genau weiß, wie lange er irgendwo rumgestanden hat, (heutzutage) nicht mal mehr antreten wollen. :nono:

Das muß und sollte aber natürlich jeder für sich selbst entscheiden.

Daß sich bei modernen Ölen - auch unlegierten- wenn es das überhaupt noch wirklich geben sollte (Einbereich ist da sowieso egal) tatsächlich in einem normal gefahrenen Oldie meßbar Schlamm bilden sollte, halte ich für eine Legende, die erst mal bewiesen werden muß!

Hier in der Gegend fährt so ein Spaßvogel mit einer Boxer-BMW rum, der gerne behauptet vollsynthetisches Öl hätte seinen Motor kaputt gemacht. Irgendwann stellte sich dann aber heraus, daß es wohl so 6000Km im Motor war. Das waren dann wohl ein paar Meter zu viel... :bang: :nono:

Ich kaufe jedenfalls lieber billich 20W50 und wechsle öfter.

Übrigens laufen meine Motor-Probeläufe GRUNDSÄTZLICH mit 15W40 von der Tanke. Das kommt dann nach spätestens 2-3 Stunden Probelauf und so max 300 Km Testfahrt zum Recycling. Das sieht dann aber auch tiefschwarz aus, weil sich ja auch noch der Dreck absetzt, den man sonst nicht wegbekommt.
Das passiert natürlich erst, wenn das Öl über längere Zeit wirklich warm war. ...und das dauert ja bei der EMW.


Übrigens und auch nur ganz nebenbei kucke ich schon öfter mal, wie mein Öl so aussieht :shock:
Meine Susie z.B. hat natürlich ein Feinölfilter, was natürlich auch bei jedem Ölwechsel (4000 oder so) mit rauskommt. Das Öl sieht aber erst insgesamt (da gibt es ja son Schauglas :D ) besser aus,
seit ich konsequent nur noch teilsynthetisches Öl fahre (Vollsynthetisch mag die Kupplung nich).

In die EMW will ich das im Moment noch nich reinkippen, obwohl es das auch in passenden Viskositäten gäbe. Durch die Trockenkupplung wäre natürlich nur noch die tatsächliche Viskosität (wie issn die gerade bei 5W50???) wichtig. Das Pleullager wird sich jedenfalls davon nich auflösen...
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Beitrag von emw-ute » 14. September 2006, 10:20

Über das Thema "Unlegiertes Einbereichsöl" versus "Modernes Mehrbereichsöl" kann man sich die Köpfe heißreden, ohne dabei wirklich weiterzukommen.
Die Notwendigkeit regelmäßigster Ölwechsel, egal bei welchem Öl, sollte dabei ohnehin nicht in Frage stehen, genausowenig wie der notwendige Füllstand.

Sowohl in die emw als auch in meine alte R50 hatte ich schon SAE 30 vom Globus-Baumarkt, als auch zur Zeit 20W50 von Pennzoil, eingefüllt. Was auf Dauer besser ist ? Keine Ahnung,...

und genau das scheint mir der Knackpunkt zu sein:

Wer kann denn verlässliche Langzeiterfahrungen vorweisen, was den Motorverschleiß anbelangt, und zwar im Vergleich beider Ölsorten?


Ich glaube, es gibt hier im Forum kaum jemanden, der diese Erfahrungen hat, jedenfalls fällt mir im Moment nur einer ein, der zigtausend Kilometer auf R35, auch unter widrigen Umständen, sowie zu jeder Jahreszeit, und das über Jahre hinweg, abgespult hat :mrgreen:


k.
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Beitrag von Takin Treiber » 15. September 2006, 12:12

emw-ute hat geschrieben: Ich glaube, es gibt hier im Forum kaum jemanden, der diese Erfahrungen hat, jedenfalls fällt mir im Moment nur einer ein, der zigtausend Kilometer auf R35, auch unter widrigen Umständen, sowie zu jeder Jahreszeit, und das über Jahre hinweg, abgespult hat :mrgreen:
k.
nehme an, du meinst paul r35. er hält sich ja hier bedeckt, aber ob seine erfahrungen mit russenöl hier weiterhelfen?

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Beitrag von emw-ute » 15. September 2006, 14:09

Takin Treiber hat geschrieben: ....aber ob .... erfahrungen mit russenöl hier weiterhelfen?


Genau deswegen: mittlerweile dürften ja zusätzlich auch Erfahrungen mit modernen Westölen vorliegen.

Der Gedanke ist, dass letztlich nur Langzeiterprobung aufschlussreiche Erkenntnisse bringen kann. Ansonsten sind die Öldiskussionen, wie sie ja auch in anderen Foren oder in Oldtimergazetten geführt werden, letztlich ja immer von Meinungen bzw. auch von Pseudowissenschaft geprägt, wobei man eigentlich nie genau weiß, wer nun selbst Erkenntnisse hat, oder diese nur irgendwo abgeschrieben hat.
Vergleichbar eben der Diskussion, wie sie auch um Bleifrei-Zusätze geführt wird.


Dabei halte ich das Thema für durchaus wichtig, angesichts von Teileknappheit und Ersatzteilpreisen: wenn man die Lebensdauer von KW, NW, Kolben und Zylinder verlängern kann, hilft dies wirklich jedem.

Ich gebe gerne für 1 L Öl für die EMW ein paar Euro mehr aus (und halte mich dennoch an die kurzen Wechselintervalle), wenn ich die Erkentnis hätte, dass damit z.B. das Pleuellager doppelt so lange hielte
k.
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