50er Einbereichsöl kontra 20W50

Werkstoffkunde + Löten, Schweissen usw
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Paul R 35
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Beitrag von Paul R 35 » 17. September 2006, 15:26

Takin Treiber hat geschrieben:
emw-ute hat geschrieben: Ich glaube, es gibt hier im Forum kaum jemanden, der diese Erfahrungen hat, jedenfalls fällt mir im Moment nur einer ein, der zigtausend Kilometer auf R35, auch unter widrigen Umständen, sowie zu jeder Jahreszeit, und das über Jahre hinweg, abgespult hat :mrgreen:
k.
nehme an, du meinst paul r35. er hält sich ja hier bedeckt, aber ob seine erfahrungen mit russenöl hier weiterhelfen?
Eben, das weiß ich auch nicht, ob meine Erfahrungen mit dem Russenöl helfen :roll:

Es gab ja kene besonders große Auswahl. Man kippte einfach rein was man kriegen konnte. Vater ist im Sommer ziemlich lange mit Diesel-Motoröl gefahren (Gespann und ab und zu noch ein Anhänger dazu), auch weil man es bei den LKW Fahrern oder in Landwirtschafsbetrieben um sonst kriegen konnte. Im Winter hat er "normales" Motorenöl benutzt, weil das Diesel-Motorenöl im kalten Zustand zu zäh war. Winteröl haben die LKW Fahrer auch nicht so größzügig ausgeteilt, es war Mangelware :).
Ab und zu kam auch Flugzeugmotorenöl zm Einsatz.
Der erste Motor im Vater seiner Maschine (es war ein nagelneuer EMW R 35/3 Motor eingebaut, der Originalmotor war in einer Kiste auch dabei) hat nur einen Sommer durchgehalten, es lag aber nicht am Öl, sondern am Luftfilter. Der originale R 35 Filter taugte für unsere Gegend einfach nichts. Zuhause wurde im Winter (die Maschine stand in einem kalten Schopf) vor dem Start eine elektrische Kochplatte unter den Motor geschoben. Im Betrieb auf der Arbeit konnte Vater die Maschine in der beheizten Betriebshalle abstellen. In das Schaltgetriebe und Wnkelgetriee kam im Winter ein Schuss Kerosin zum Öl (da hatte man Motorenöl eingefüllt) dazu. Nach dem Anbau eines Ölbadluftfilters hielten die Motoren im Vater seiner Maschine ca. 30.000 km. Bei den Betriebsbedingungen die seine Maschine aushalten musste, eine normale Laufleistung. Wie schon erwähnt, ist er von 1964 bis 1975 rund ums Jahr gefahren, auch bei - 30°. Ausser dem ersten, wegen Staub kaputtgefahrenen Motor, gab es keine weitere Notreparaturen wegen vorzeitigen Verschleiss, Motorschäden wegen Ölmangel o. ä.

Es gab in der UdSSR keine wie hier übliche Ölsorten nach Hersteller, die Markierung war einheitlich für das ganze Land. Man wusste nie aus welcher Raffinerie das Öl kam (genau so war es mit dem Benzin). Ich lasse mal alle Bezeichnungen in Kyrillisch.

Das Öl war volgend markiert, Z.B. M-8Б1

Dabei ist
M- Motorenöl;
Die Zahl danach- Viskosität:6-Winteröl, 8-Ganzjahresöl, 10-Sommeröl. Ich hatte irgend wo eine Tabelle, in der diese Klassen mi SAE verglichen sind, finde sie aber im Moment nicht :(;
Die Buchstaben nach der Viskosität zeigten die Bestimmung (Belastungsklasse) des Öls für verschiedene Motoren: А,Б,В,Г.
Öl der Klasse A habe ich selber keins gesehen,
Б- war für Motoren der 50-60-er Jahren bestimmt mit einer niedrigen Verdichtung und kleinen Dehzahlen (Wolga GAZ M 21, GAZ 51, 69, ZiL 157 u.ä.);
В- für Motoren mit mittlerer Verdichtung und Drehzahlen (GAZ 53/66, ZiL 130/131, Wolga GAZ 24)
Г- für höher verdichtete Motoren mit größeren Drehzahlen (Lada)
Die kleine runtergesetzte Zahl am Ende bedeutet 1- für Benzinmotoren; 2- für Dieselmotoren. Wenn am Ende keine Zahl ist, war das Öl für beide Motorenarten bestimmt.

An den Tankstellen gab es vier Ölzapfhähne:
1- "Normales Motoröl" für Benziner, dabei wusste man nie, ob gerade Б, oder В, Sommer oder Winter Öl aus dem Hahn kam.
Meistens gab es bei an allen Zapfhänhen allen das Ganzjahresöl, Winteröl war eine Seltenheit, Sommeröl war noch seltener.

Einigermaßen sicher, wass man bekommt, konnte man sein, wenn man in einem Betrieb Öl vom Fass bekommen hat, da stand zumindest die korrekte Bezeichnung auf dem Zettel am Fass drauf.

2- "Shiguli-Öl", so hieß das Öl für Benzinmotoren der Gruppe Г in der Umgangssprache.

3- "Normales" Öl für Dieselmotoren (KrAZ, MAZ und Traktoren)

4- "KamAZ-Öl", so hieß in der Umgangssprache das Öl der Gruppe Г für Dieselmtoren (KamAZ und Turbodiesel).

Ich habe für die R 35 nur М-8Б1 und М-8В2 verwendet, gewechselt habe ich es nach ca. 5.000 km. Nach der Motorüberholung und dem Aufbau meines "Eigenbaus" (1981) bin ich bis 1991 ca 50.000 km im Alltag gefahren (Solo und die meiste Zeit ohne Sozia). Allerdings bin ich mit meiner Maschine im Winter nicht gefahren (dazu hatte ich den LuAZ). Der Motor war mit Ausnahme vom Kolben (Skoda) mit originalen Teilen aufgebaut. In den 10 Jahren musste ich am Motor nichts machen. Die Steuerkette hatte man zum Schluss aber schon deutlich gehört. 1991 habe ich die Maschine meinem Nachbarn überlassen, er hatte sie ca. ein Jahr, danach verliert sich die Spur. Wie lange der Motor danach noch durchgehalen hat weiß ich nicht.

Alle Ölsorte waren reine Mineralöle.

Die Öle М-8Б1 und М-8В1 haben eine ziemmlich dicke Schlamm und Ablagerungsschicht gebildet.

Im LuAZ habe ich nach der Motorüberholung nur M-8Г1 verwendet, da blieb der Motor innen sauber! (Dieser Motor hat nur einen Schleuderölfilter auf dem vorderen Kurbelwellenstumpf, der eigentlich nicht viel taugt). Für die R 35 war mir dieses Öl zu "modern" und nach dem Aussehen sogar als Ganzjahresöl zu dünnflüssig.

Wenn wir schon über die russische Betriebsstoffe reden, muss ich auch den Kraftstoff erwähnen.

Es gab volgende Benzinsorten:

A-66, A-72, A-76, АИ-93, АИ-95, АИ-98

A- bedeutet Automoblibenzin, die Zahl danach ist die Oktanzahl.

Das И in der Bezeichnung von АИ-93, 95 und 98 hat mit der Oktanzahlermittlung zu tun. Die Sorten АИ-95 und 98 gab es in meiner Gegend an den normalen Tankstellen nicht, sie waren für die Tschaikas und ZiL-PKWs bestimmt. Diese Fahrzeuge hatten ihre eigene Tankstellen.

Ausser А-72 waren alle Sorten verbleit.

Weil in der russischen R 35 Anleitung keine Oktanzahl für den benötigten Kraftstoff angegeben ist (dort steht genau wie in der deutschen nur, dass man die besten Sorten verwenden soll), hat man A-66 getankt. Ganz einfach, weil es damals, (in den 40-50-ern in der UdSSR), zur Zeit der R 35 das beste war. Etwa Ende 70-er ist diese Sorte verschwunden, danach steig man auf A-72 um. Die verschwand etwa Mitte 80-er auch, danach tankte man A-76.
Der Vater ist mit seiner Maschine die meiste Zeit mit A-66 gefahren, ab 1975 wurde seine Maschine nur gelegentlich gefahren. Ich bin einige Zeit mit A-72 die meiste Zeit aber mit A-76 gefahren.

Da das Benzin A-72 unverbleit war, und ich damit ein paar Jahre auch ohne Probleme im Alltag gefahren bin, habe ich auch hier kein Bedenken gegen bleifreien Kraftstoff, ich fahre ohne Bleiersatzmittel. Bis jetzt ist der Motor hier 7575km gelaufen. Zusammengebaut wurde er noch in Kasachstan, aber ich hatte keine Zeit mehr gehabt um ihn wenigstens probe Laufen zu lassen.

Also hat mein aktueller Motor nach seiner Überholung keinen Tropfen russischen Kraftstoff oder Öl mehr bekommen.

Hier habe ich am Anafng das biligste 15W-40, das ich im Baumarkt gefunden habe benutzt. Nach dem Moto, das biligste hier, kann auch nicht schlechter sein, als dass, wass man da drüben hatte. Das drückte aber überall raus, obwohl ich den Moor hier in Deutschland noch mal neu abgedichtet hatte. Dann stieg ich auf 15W-50 um, dazu musste ich aber rumfahren, um es zu bekommen.
Die letzte Zeit fahre ich mit "Motul 3000 4T" 20W-50, es gabs mal an der Tankstelle um die Ecke, da habe ich einen 4 Liter Kanister gekauft.

Mit diesem Öl habe ich soweit auch keine Probleme mehr mit dem Sabbern an allen Ecken. Nur ein Problem, dass ich von Anfang an nicht ausmerzen konnte ist geblieben, unterhalb der Ölablaßschraube hängt immer :kotz: ein Tropfen und schliesslich auch immer ein Ölfleck unter der Maschine. Ich führte es die ganze Zeit auf die vermurxte Anlauffläche der Schraube am Motorgehäuse (da sind ziemmlich tiefe Riefen). Ich habe es mit unterchiedlichen Kupfer- Gummi- Bleischeiben, zum Schluss auch mit Dichtungsband versucht, alles ohne Erfolg. Bei einer grndlichen Untersuchung, stellte sich heraus, dass im Motorgehäuse ein Riss, von dem Ölablassloch zur Öwannendichtfäche führt :(. Das muss jetzt natürlich mal bis zur Motorüberholung warten.

Ob mein Roman jetzt etwas nützliches zum Thema beigetragen hat... :roll: :?:

Mein Fazit: die R 35 ist nicht besonders anspruchsvoll.

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emw-ute
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Beitrag von emw-ute » 17. September 2006, 16:12

Paul R 35 hat geschrieben:
emw-ute hat geschrieben: Ich glaube, es gibt hier im Forum kaum jemanden, der diese Erfahrungen hat, jedenfalls fällt mir im Moment nur einer ein, der zigtausend Kilometer auf R35, auch unter widrigen Umständen, sowie zu jeder Jahreszeit, und das über Jahre hinweg, abgespult hat :mrgreen:
k.



...
Ich habe für die R 35 nur М-8Б1 und М-8В2 verwendet, gewechselt habe ich es nach ca. 5.000 km. Nach der Motorüberholung und dem Aufbau meines "Eigenbaus" (1981) bin ich bis 1991 ca 50.000 km im Alltag gefahren (Solo und die meiste Zeit ohne Sozia). Allerdings bin ich mit meiner Maschine im Winter nicht gefahren (dazu hatte ich den LuAZ). Der Motor war mit Ausnahme vom Kolben (Skoda) mit originalen Teilen aufgebaut. In den 10 Jahren musste ich am Motor nichts machen.
...Alle Ölsorte waren reine Mineralöle.

...Die Öle М-8Б1 und М-8В1 haben eine ziemmlich dicke Schlamm und Ablagerungsschicht gebildet.
....
Im LuAZ habe ich nach der Motorüberholung nur M-8Г1 verwendet, da blieb der Motor innen sauber! (Dieser Motor hat nur einen Schleuderölfilter auf dem vorderen Kurbelwellenstumpf, der eigentlich nicht viel taugt). Für die R 35 war mir dieses Öl zu "modern" und nach dem Aussehen sogar als Ganzjahresöl zu dünnflüssig.

...
Also hat mein aktueller Motor nach seiner Überholung keinen Tropfen russischen Kraftstoff oder Öl mehr bekommen.
...
Hier habe ich am Anafng das biligste 15W-40, das ich im Baumarkt gefunden habe benutzt. Nach dem Moto, das biligste hier, kann auch nicht schlechter sein, als dass, wass man da drüben hatte. Das drückte aber überall raus, obwohl ich den Motor hier in Deutschland noch mal neu abgedichtet hatte.
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Ob mein Roman jetzt etwas nützliches zum Thema beigetragen hat... :roll: :?:


Hallo Paul, erstmal heißen Dank für die ausführliche Beschreibung. Ich denke, da sind schon einige interessante Informationen drin (siehe Zitatauszug oben).

Meine weiterführenden Fragen, um sich unserer Diskussion hier zu nähern:

1.)
Hast Du tatsächlich mit dem Einbereichsrussenöl nur alle 5000 km Ölwechsel gemacht?

2.)
Wie oft hast Du die Ölwanne von Ablagerungen gereinigt?

3.)
Falls Du die Ölvergleichstabelle wieder findest: Würdest Du dann mal checken, welches unlegierte Einbereichsöl (SAE-Grad) für den Betrieb in Deutschland (Jahrestemperaturen) ein vergleichbar geeignetes Öl für die emw wäre?

Wir haben in Deutschland letztlich ja geringere Temperaturspannen, als Kasachstan (denke ich zumindest), zumal kaum einer von uns auch im kältesten Winter emw fährt.
Da die Industrie mittlerweile unlegierte Einbereichsöle ("Oldtimeröle") verschiedenster SAE-Grade anbietet, die aber z.T. recht teuer sind, wäre natürlich bei einem Ölwechselintervall von 5000 km dies trotzdem eine bedenkenswerte Sache.

Mir widerstrebt nämlich ein wenig der Gedanke, dass auch bei einem recht kurzen Ölwechselintervall ein Mehrbereichsöl trotzdem immer wieder den Dreck durch die Buchsen schmurgelt.


Vorweg erstmal danke.

k.
2 Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Beim Universum bin ich mir allerdings noch nicht sicher (Einstein).

Es gruessen emw-ute & klaus & die 55er emw.

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Paul R 35
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Beitrag von Paul R 35 » 17. September 2006, 17:59

emw-ute hat geschrieben:1.)
Hast Du tatsächlich mit dem Einbereichsrussenöl nur alle 5000 km Ölwechsel gemacht?
Ja, und gespült habe ich dabei auch nicht, es gab zwar extra Spülöl, aber man kriegte es auch nicht an jeder Ecke. Dazu hatte ich von einer Spülung auch nicht viel gehalten, weil ich ein paar festgelaufene Sapo Motoren üerholen durfte, die kurz davor gespült wurden...
emw-ute hat geschrieben:2.)
Wie oft hast Du die Ölwanne von Ablagerungen gereinigt?
Extra zum reinigen habe ich sie nicht abgenommen. Ich musste sie mal neu abdichten, da wurde sie auch gereinigt. Die Ventilschutzhaube wurde mehrmals abgenommen, da gab es aber nicht so viel Dreck wie unten in der Wanne.
Seltsammerweise war der R 35 Motor mit dem gleichen Öl, innen doch sauberer als der Sapomotor, bei gleichen Ölwechselintervalen!
Im Sapomotor war immer eine gleicmäßige trockene Schicht Ablagerungen im ganzen Innenbereich.
emw-ute hat geschrieben: 3.)
Falls Du die Ölvergleichstabelle wieder findest: Würdest Du dann mal checken, welches unlegierte Einbereichsöl (SAE-Grad) für den Betrieb in Deutschland (Jahrestemperaturen) ein vergleichbar geeignetes Öl für die emw wäre?
Ja, wenn ich sie finde... Aber meine eigene Erfahrungen beziehen sich noch auf die "sowjetische" Öle. Bei den aktuellen russischen Ölen habe ich auch keine Übersicht. Wie ich z.B. aus russischen Internetforen weiß, haben es die Russen selber schwer einen Durchblick zu schafen. Es gibt mehrere russische Hersteller, dazu importirte Öle. Und zu allem, man kann dort auch am Strassenrand "Markenöl" kaufen :mrgreen:, da gibt es wirkliche Qualitätsunterschiede.
emw-ute hat geschrieben:Wir haben in Deutschland letztlich ja geringere Temperaturspannen, als Kasachstan (denke ich zumindest), zumal kaum einer von uns auch im kältesten Winter emw fährt.
Da die Industrie mittlerweile unlegierte Einbereichsöle ("Oldtimeröle") verschiedenster SAE-Grade anbietet, die aber z.T. recht teuer sind, wäre natürlich bei einem Ölwechselintervall von 5000 km dies trotzdem eine bedenkenswerte Sache.
Das ist sicher, im Sommer von + 35° bis - 45° im Winter. Bei Themperaturen unter - 30° hat Vater die Maschine auch stehen lassen. Natürlich ist er nicht aus Spass im Winter gefahren :). Hier habe ich das Baumarktöl jährlich gewechsel, das 20W-50 wechsle ich einmal in zwei Jahren, bei einer Jahresfahrleistung
von 300 bis 700 km. Im O-Markt (oder Praxis, weiß nicht mehr genau) war mal eine selbstgebaute Ölreinigungsanlage für eine Boxer BMW vorgestellt. Da war ein Elektromotor an eine Ölpumpe gekoppelt, die wiederum durch Schläuche mit einem handelsüblichen PKW-ölfilter verbunden. Die Schläuche wurden einfach in die Ölmeßstaböffnug gehängt und das Öl aus dem Motor durch den Filter wieder in den Motor zurück gepumpt. Diese Operation wird von dem Autor regelmäsig durchgeführt. Ich glaube, so eine Anlage würde man auch mit einer Ölabsaugpumpe, wie es sie für den Ölwechsel zu kaufen gibt nachbauen, das wäre siche einfacher. Man müsste nur schauen, ob die Leistung dieses Gerätes ausreicht, um das Öl durch einen Filter zu pumpen. Eine Filterhalterung an die man Leitungen anbauen kann wir man sicher auf dem Schrott finden können. Bei regelmäsiger Ölwäsche, wird man sicher auch die Wechselinterwale erhöhen können.
emw-ute hat geschrieben:Mir widerstrebt nämlich ein wenig der Gedanke, dass auch bei einem recht kurzen Ölwechselintervall ein Mehrbereichsöl trotzdem immer wieder den Dreck durch die Buchsen schmurgelt.
Das war mir auch da drüben bekannt, am deutlichsten hat man es wieder an dem Sapo/LuAZ Motor gesehen. Bei ihm wird das Öl von der Ölpumpe als erstes durch Kanäle in der vorderen Hauptlaerbuchse in die Zentrifuge gepumpt. In der Zentrifuge wird der Schmutz an den äusseren Rand geschleudert und bleit dort hängen. Bei niedrigen Drezahlen wird der Dreck einfach durch die Zentrfuge gepumpt, dabei bleibt der Abrieb in den Lagerschalen des ersten Zylinders hängen. Deshalb wird auch in der Sapo-ZAZ 968 Anleitung empfohlen, nach 60.000 km die Pleuellagerschalen zu wechseln! Beim LuAZ 969M wir das schon bei einer Laufleistung von 30.000 km empfohlen! Dabei geht es hier nicht um den Verschleiss der Lagerschalen, sondern um den in der Aluminiumschicht der Lagerschalen angesammelten Metallabrieb. Der wirkt auf die Reibfläche des Kurbelwellezapfens wie eine Feile. Der Sapo und der LuAZ haben eigentlich den gleichen Motor. Die unterschiedliche Interwale erklären sich dadurch, dass der LuAZ als Geländewagen kürzer übersetzt ist und sein Motor auch mehr beanspruch wird als der im Sapo. Beim öffnen der Pleuellagerdeckel an so einem Motor, hatte man nie fragen brauchen, ob die Lagerschalen wie empfohlen gewechselt wurden. Man hat es an den Spuren im Hubzapfen gesehen, meistens war die Kurbelwelle dann auch reif für die Schleifmaschine. Wenn man die Lagerschalen rechtzeitig gewechselt hat, lief der Motor mehr als 100.000 km. Betroffen von diesem Übel war an diesen Motoen nur der Kurbelzapfen des ersten Zylinders, der wurde mit dem vorderen Hauptlager als erster nach der Zentrifuge mit Öl versorgt. Der meiste Dreck, der von der Zentrifuge nicht abgefangen wurde, wanderte sicher auch noch mehr in den Hubzapfen, als in das Hauptlager (die liefen über 100.000 k ohne Probleme und Riefen!) wegen den Schleuderkräften, die da wirken.

Die R 35 war in Kasachstan für mich ein Fahrzeug (heute ist sie mehr ein Hobby, wenn ich sie auch im Alltag benutze), mit der ich weniger Probleme hatte, als alle meine Kumpel mit ihren russischen Maschinen. Abgesehen von der Zeit, die ich für den Umbau, und danach für die Beseitigung der Kinderkrakheiten an ihm brauchte (das war im ersten Sommererledigt), habe ich an meiner Maschine weniger geschraubt, als an den Maschinen meiner Kumpels, die werksneu gekauft wurden :!: Da habe ich mir auch keine Gedanken über kürzere Ölwechselinterwale gemacht.

emw-ute hat geschrieben:Vorweg erstmal danke.

k.

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Beitrag von Gobi » 18. September 2006, 07:37

Bei Themperaturen unter - 30° hat Vater die Maschine auch stehen lassen.
So ein Weichei! :mrgreen: (das war nur SPASS- ich habe in meinem ganzen Leben überhaupt noch nie Temperaturen unter 25 Grad erlebt und das ist schon lange her...)

:top: Ein Top Beitrag finde ich!
Wenn du tot bist, dann bist du lange Zeit tot.
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Re: 50er Einbereichsöl kontra 20W50

Beitrag von emw-ute » 2. November 2010, 14:46

Und hier nun, zur Auffrischung des alten Themas, ein link, der bezeugt, wie sehr man sich über die Ölfrage (legiert / unlegiert bzw. Einbereich oder Mehrbereich) die Köpfe heißreden kann:
http://www.bmw-einzylinder.de/forum/ind ... pic=7519.0
Falls der link nicht funzt: Titel des threads: "Günstiges Motoröl".

Ach ja: die Schleuderscheibenproblematik hat die R35 ja nun Gottseidank nicht...1 Problem weniger.

k.

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