Beimengung von Ethanol (E 10)

Werkstoffkunde + Löten, Schweissen usw
Benutzeravatar
emw-ute
Aktivist
Aktivist
Beiträge: 945
Registriert: 14. August 2005, 18:08
Wohnort: Nähe Aschaffenburg

Beimengung von Ethanol (E 10)

Beitrag von emw-ute » 15. Februar 2008, 08:14

Das Thema geistert momentan ja etwas durch die Medien (z.B. ADAC), dort allerdings weniger auf Oldtimer, denn auf ältere Alltagsautos bezogen.

Ohne jetzt hier meinungsbildend wirken zu wollen, habe ich aus einem anderen Forum mal einen Beitrag hierher verlinkt:

http://www.bmw-einzylinder.de/forum/ind ... pic=4174.0



wobei ich den Beitrag dieser Vereinigung auch durchaus als beachtenswert empfinde: :shock:

http://bmw-veteranenclub.de/index.php?pcid=25&pdid=100

Just for info. Solange nichts erwiesen ist, meines Erachtens auch viel Kaffeesatzleserei :? . Sagt natürlich nichts über die umweltpolitische Sinnhaftigkeit dieser Maßnahme aus, aber diese Diskussion sollten wir auch nicht führen wollen.
Mich interessiert auf Dauer nur die tatsächliche Verträglichkeit, und zwar nicht nur in Bezug auf Motoren und Tanks der R35, der R50, sondern auch meines 13 Jahre alten Alltagsautos :| .

k.
2 Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Beim Universum bin ich mir allerdings noch nicht sicher (Einstein).

Es gruessen emw-ute & klaus & die 55er emw.

Benutzeravatar
Andrebiker
Dr. mot.
Dr. mot.
Beiträge: 1068
Registriert: 23. April 2003, 11:53
Wohnort: Kgr. Sachsen

Beitrag von Andrebiker » 15. Februar 2008, 20:45

Vielleicht ist das nur wieder mal viel Wind. Früher wurden auch schon Rennmachinen mit Alkohol betrieben :? .
Fakt ist, daß nach dem Krieg, als es kaum Benzin gab, pfiffige Bastler, z.B. Michael Heise (ja, genau der, der später den Renn-AWOs das Laufen beibrachte :top: ), ihre Alltags-Maschinen auf den Betrieb mit Methylalkohol umbauten (Den gab´s wahrscheinlich, weil ihn nicht mal die Russen soffen :mrgreen: ...).
Da wurde die Verdichtung erhöht, die Bedüsung geändert und gestartet wurde aus einem kleinen Tank mit Benzin; gefahren dann aus dem großen mit eben Alkohol ;-) .
Sooo... Der springende Punkt an der Sache ist der, daß bei steigendem Alkoholanteil der Verbrauch auch steigen wird, das war ja auch schon bei so tollen Erfindungen wie z.B. dem Sekundärluftsystem bei den BMW-Boxern so :evil: .
Also tun wir für die Umwelt rein gar nix, es kostet uns nur mehr Geld, und da bin ich schon fast wieder bei dem Volk angekommen, was brav die Kreuzchen macht...
Unsere Motorräder laufen nun schon 60 Jahre, trotz so angeblich untragbarer Dinge wie Kontaktzündung und mechanischer Regler. Oder vielleicht gerade deshalb?

PS: Ich danke allen, die zur Sache nichts zu sagen hatten und trotzdem geschwiegen haben.

Benutzeravatar
emw-ute
Aktivist
Aktivist
Beiträge: 945
Registriert: 14. August 2005, 18:08
Wohnort: Nähe Aschaffenburg

Beitrag von emw-ute » 15. Februar 2008, 23:35

Jou, der Verbrauch wird ansteigen, bei einer EMW vielleicht nicht unmittelbar gewaltig.
Interessant fand ich den Hinweis im Trzebiatowski, dass (zumindest um 1960) auch in den Ländern Schweden und Schweiz dem damaligen Sprit auch Äthylalkohol bis zu einer Menge von 20 % beigemischt wurde. Damals allerdings aus anderen Motiven.

k.
2 Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Beim Universum bin ich mir allerdings noch nicht sicher (Einstein).

Es gruessen emw-ute & klaus & die 55er emw.

Benutzeravatar
Paul R 35
Verdienter Aktivist des Forums
Verdienter Aktivist des Forums
Beiträge: 2165
Registriert: 3. März 2003, 22:43
Wohnort: Hausach/Schwarzwald
Kontaktdaten:

Beitrag von Paul R 35 » 19. Februar 2008, 23:00

Andrebiker hat geschrieben:...Methylalkohol umbauten (Den gab´s wahrscheinlich, weil ihn nicht mal die Russen soffen :mrgreen: ...)
Die wusten ja schon aus Erfahrung wozu es führt. :mrgreen:

HH-EM19 Rudi
Schrauber
Schrauber
Beiträge: 95
Registriert: 19. März 2004, 16:21
Wohnort: Hamburg
Kontaktdaten:

Beitrag von HH-EM19 Rudi » 20. Februar 2008, 08:09

Moin EMW-Gemeinde,
ich will euch meine Erfahrungen mit gepanschtem Sprit nicht länger vorenthalten. Die machte ich (gott sei Dank) NICHT mit der EMW, sondern mit den russischen Fahrzeugen UAS452 und GAS66.
(Wer noch nicht weiß, was das ist, schaut hier: http://www.projekt-uljanowsk.de
Bei Instandsetzungen und Reparaturen der Kraftstoffanlage setzte ich zeitgenössische Reparatursätze ein, die namhafte Händler zum Kauf anboten. Die Membrane (wohlgemerkt: NEU!!!) der Benzinpumpe hielt gerade mal für die Zeit des warmlaufens und für eine Proberunde auf dem Hof. Dann pumpte sie das kostbare Nass aus dem Tank direkt in die Ölwanne und durch die Belüftungsöffnung ins Freie. Die Membran war aufgequollen, hatte die Konsistenz von Lackritz angenommen und war durchlässig wie ein nasses Handtuch.
Beachte: Nach ca. 15 Minuten Gebrauch.
Desweiteren habe ich tagelang verzweifelt versucht, den Fehler im Vergaser zu beseitigen, bis ich endlich drauf kam, (durch den inzwischen immer größer werdenden Argwohn) die Membran der Beschleunigerpumpe mal näher zu untersuchen. Auch diese (wohlgemerkt: NEU!!!) hatte keine Originalmasse mehr und flutschte lustlos im Kolben hin und her, ohne die bestimmungsgemäße Menge Kraftstoff in den Ansaugkanal zu pumpen.
WAS ICH DAMIT SAGEN WILL: Ältere Autos (Moppetts, wie unsere EMW wohl weniger) werden erhebliche Probleme mit funktionswichtigen Aggregaten bekommen, in denen Gummi für den ordnungsgemäßen Betrieb sorgt. Die Zusätze im Sprit lösen also weniger ein metallurgisches Dilemma aus, sondern fördern viel mehr den Gummi-Gammel. Nicht nur Membranen der Spritpumpe, sondern auch andere mit Benzin in Berührung kommende Dichtungen und Manschetten quellen auf und klumpen wie Lackritz.
Eines muss auch klar sein: Dies betrifft nicht nur meine Autos, weil sie russisch sind. Wer das glaubt, wird wohl erst durch Schaden klug werden (müssen).
Es grüßt der sehr besorgte und nach Alternativen suchende Rüdi

Benutzeravatar
Gobi
Administrator
Administrator
Beiträge: 4012
Registriert: 5. Dezember 2002, 01:06
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Beitrag von Gobi » 20. Februar 2008, 09:14

im Prinzip hast Du völlig recht- allerdings habe ich ja ziemlich den gleichen Kram verbaut und bis jetzt (nur immer mal wieder gelegentliches Probelaufen) noch keine Probleme! Seltsam...
Wenn du tot bist, dann bist du lange Zeit tot.
Burt Munro

Benutzeravatar
emw-ute
Aktivist
Aktivist
Beiträge: 945
Registriert: 14. August 2005, 18:08
Wohnort: Nähe Aschaffenburg

Beitrag von emw-ute » 21. Februar 2008, 09:56

Ich erinnere in diesem Zusammenhang an einen Effekt, der mittlerweile ziemlich in Vergessenheit geraten ist:
Nach der Wende tauchten auf vielen Teilemärkten Simmerringe aus DDR-Produktion auf (Farbe grün). Diese haben, das unterstelle ich, bei DDR-Fahrzeugen mit DDR-Sprit problemlos ihren Dienst versehen.
Im Rahmen von Restaurierungen neu verbaut und dann mit "West"-Sprit konfrontiert, war es mit der Dichtungsfunktion nicht mehr soweit her (Thema fand sich auch mal in der OM).

Zeigt mir: es ist nicht nur, wie Rudi schon sagt, die metallurgische Verträglichkeit, sondern auch die Verträglichkeit hinsichtlich von nichtmetallischen Teilen zu betrachten, und dies auch unter Beachtung des Umstandes, dass sich Benzine im Laufe der Jahrzehnte nicht nur geändert haben im Hinblick auf die jetzt diskutierte Beimengung von Bioethanol, sondern dass auch andere Änderungen in der Zusammensetzung stattfanden.

Insofern können Reaktionen auftreten, die es eigentlich garnicht geben dürfte..........eigentlich....... :(

Siehe hierzu auch:
http://www.oldtimer-markt.de/

k.
2 Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Beim Universum bin ich mir allerdings noch nicht sicher (Einstein).

Es gruessen emw-ute & klaus & die 55er emw.

Benutzeravatar
Benzinkuh
Aktivist
Aktivist
Beiträge: 671
Registriert: 25. Dezember 2007, 12:37
Wohnort: Schwäbische Alb
Kontaktdaten:

Beitrag von Benzinkuh » 23. Februar 2008, 16:22

In Brasilien gibt es schon seit den 70ern solchen Sprit (bis 25% Beimengung). Hier ein sehr interessanter Bericht über die dort gesammelten Erkenntnisse bzw. erforderliche Maßnahmen.

http://www.alternate-energy.de/projekte ... anol1.html

Und hier noch die Vorteile von Ethanol :?:

http://www.ethanoltechnik.de/view_article.asp?Codigo=10

Gruß
Michael

Benutzeravatar
emw-ute
Aktivist
Aktivist
Beiträge: 945
Registriert: 14. August 2005, 18:08
Wohnort: Nähe Aschaffenburg

Beitrag von emw-ute » 24. Februar 2008, 17:30

Benzinkuh hat geschrieben:
Und hier noch die Vorteile von Ethanol :?:

http://www.ethanoltechnik.de/view_article.asp?Codigo=10

Gruß
Michael
Bitte nicht E85 (also fast reiner Ethanolbetrieb) mit E10 (Beimengung von 10% Ethanol für Motoren, die dafür nicht grundsätzlich konzipiert waren und sind) verwechseln.

Immer bedenken: Ethanol hat eine höhere Klopffestigkeit, aber auch einen niedrigeren Nutzwert als "normales" Benzin. Mit E10, und darüber scheint man sich einig zu sein, steigt der Verbrauch des so betriebenen Fahrzeugs. Die in Brasilien betriebenen Motoren wurden gezielt auf die Verwendung von Ethanol hin ausgelegt. Bei den in Deutschland verwendeten Motoren ist dies zunächst einmal nicht der Fall.

k.
2 Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Beim Universum bin ich mir allerdings noch nicht sicher (Einstein).

Es gruessen emw-ute & klaus & die 55er emw.

Benutzeravatar
Benzinkuh
Aktivist
Aktivist
Beiträge: 671
Registriert: 25. Dezember 2007, 12:37
Wohnort: Schwäbische Alb
Kontaktdaten:

Beitrag von Benzinkuh » 24. Februar 2008, 19:34

Ja, das stimmt wohl, nur die Schwachstellen werden durch den höheren Ethanol Gehalt noch stärker ersichtlich. Deshalb glaube ich auch aus diesen Berichten die Probleme für unsere Motoren übertragen zu können.

Gruß
Michael

Benutzeravatar
Benzinkuh
Aktivist
Aktivist
Beiträge: 671
Registriert: 25. Dezember 2007, 12:37
Wohnort: Schwäbische Alb
Kontaktdaten:

Beitrag von Benzinkuh » 14. März 2008, 16:54

Andrebiker hat geschrieben:Den gab´s wahrscheinlich, weil ihn nicht mal die Russen soffen :mrgreen: ...).
...
Doch, einer!! Der hier im Hintergrund auf diesem Video!

http://de.youtube.com/watch?v=Bj4vMR3d9rU

Gruß
Michael

Benutzeravatar
emw-ute
Aktivist
Aktivist
Beiträge: 945
Registriert: 14. August 2005, 18:08
Wohnort: Nähe Aschaffenburg

Beitrag von emw-ute » 30. März 2008, 10:56

Hier noch ein recht interessanter link zum Thema, vom BMW-Veteranenclub (böse Zungen sollen ja behaupten, dass auch eine EMW eine BMW sei :mrgreen: :mrgreen:)

http://www.bmw-veteranenclub.de/documents/ethanol.pdf

k.
2 Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Beim Universum bin ich mir allerdings noch nicht sicher (Einstein).

Es gruessen emw-ute & klaus & die 55er emw.

Benutzeravatar
Benzinkuh
Aktivist
Aktivist
Beiträge: 671
Registriert: 25. Dezember 2007, 12:37
Wohnort: Schwäbische Alb
Kontaktdaten:

Re: Beimengung von Ethanol (E 10)

Beitrag von Benzinkuh » 29. Dezember 2010, 07:51

Hallo
Der Verpanschte Sprit kommt ja jetzt wohl sicher an die Tanke (Feb)
Erste schlechte Erfahrungen mit E5 wahren ja schon an der Tankdeckeldichtung zu sehen. (Wellig)
Was für Alternativen haben wir dann für unsere Oldies. Umstellen auf Diesel;-)
Gruß
Michael

Benutzeravatar
duesenberg
Aktivist
Aktivist
Beiträge: 381
Registriert: 21. November 2008, 16:09
Wohnort: Leipzig

Re: Beimengung von Ethanol (E 10)

Beitrag von duesenberg » 29. Dezember 2010, 08:39

Hallo,

dazu
http://www.mbsh.de/forum/viewtopic.php?f=9&t=170

Viele Grüße
Klaus

hans_stramm
Aktivist
Aktivist
Beiträge: 231
Registriert: 31. Mai 2006, 11:13

Re: Beimengung von Ethanol (E 10)

Beitrag von hans_stramm » 30. Dezember 2010, 08:22

wenn ich das richtig lese stimmt mit dem neuen Sprit
der Zündzeitpunkt der Betriebsanleitung nicht mehr und
die Bedüsung muss eine andere sein.
Ist das richtig so??

Gruß Hans_Stramm

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast