SAG BMW R35 - Restaurierung im Originalkleid

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willi425S
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Re: SAG BMW R35 - Restaurierung im Originalkleid

Beitrag von willi425S » 28. Juni 2019, 13:04

Ja warum so kompliziert, etwas Kraftstoff in ein Behälter und die Welle einlegen. Deckel drauf und warten ab und zu mal bewegen, das sollte doch reichen...
Dann sieht man auch dem Schmodder der drin war, das Gemisch (ohne Schmodder) dann bei Mutti in den PKW und pfeifen... :rollo:
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hajo48
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Re: SAG BMW R35 - Restaurierung im Originalkleid

Beitrag von hajo48 » 30. Juni 2019, 18:34

.....mit diesel sollte es auch gehen denke ich....
hajo

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Re: SAG BMW R35 - Restaurierung im Originalkleid

Beitrag von Schwarzarbeiter » 21. Juli 2019, 21:51

Motor und Getriebe: Ergänzung Gesamtübersicht, Fehleranalyse und Behebung derselben innerhalb der ersten 2.250 km Laufleistung

Hier mal wieder ein Zwischenbericht nach nunmehr 2.250 km Laufleistung. Alle Komponenten arbeiten immer noch einwandfrei. Beim Motor ist quasi kein Ölverbrauch, weder durch Verbrennung noch durch Leckage, zu beobachten. Mechanisch läuft er ebenfalls ohne jegliches Klappern oder Tickern. Die längere Untersetzung am Hinterradantrieb ist mechanisch und geräuschseitig ebenfalls völlig unauffällig. Der Fahrspaß hat damit aber auf jeden Fall zugenommen, weil man nicht mehr so früh schalten muss bzw. der Motor deutlich niedriger bei meiner "Wohlfühlgeschwindigkeit" von 70 km/h für die Starrrahmen-R35 dreht. Der erste Ölwechsel beim Hinterrdantrieb seinerzeit nach den ersten 50 km Laufleistung nach dem Einbau ergab völlig klares, metallflitterfreies Öl. Demnächst werde ich mal wieder danach schauen.

An Defekten waren in der Zwischenzeit lediglich ein gerissener Faltenbalg der Telegabel und ein rundherum am Stutzen abgerissener Luftfilter zu beklagen. Ersterer wurde einfach ausgetauscht, der Luftfilter wird demnächst geschweißt und dann wieder verwendet.

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Gut, dass die R35 so pflegeleicht ist. So blieb noch Zeit, kurzfristig eine zugelaufene Kleinserien-ETS 250/1 G-5 innerhalb von 2 Monaten fast komplett zu zerlegen und in ihrem Originalkleid von 1972 wieder auf die Straße zu bringen. Da alles auch fast täglich bewegt werden will, gibt es dann manchmal die seltsame Konstellation, erst z.B. mit der drehzahlhungrigen G-5 deren Resonanzbereich auszutesten und anschließend gemütlich blubbernd eine Runde mit Starrrahmen und Handschaltung zu fahren. Die Gegensätze sind dann schon enorm …

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Diverse weitere Projekte sind auch der Grund dafür, dass ich hier nicht mehr so häufig präsent bin. Zum Lesen reicht die Zeit dann meistens doch noch, zum Schreiben aber dann eher nicht mehr ...


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Re: SAG BMW R35 - Restaurierung im Originalkleid

Beitrag von Schwarzarbeiter » 25. Mai 2020, 21:21

Motor und Getriebe: Ergänzung Gesamtübersicht, Fehleranalyse und Behebung derselben innerhalb der ersten 2.475 km Laufleistung

Hier ein erneuter Zwischenbericht nach nunmehr 2.475 km Laufleistung. Ich komme gerade nicht viel zum Fahren mit dieser Maschine, da erst eine komplette Motorüberholung an der TS 250/0 anstand und anschließend gleich auch noch der Motor der G-5 komplett einmal alles neu bekam. Bei dem war noch alles original im Auslieferungszustand von 1972 drin gewesen und irgendwann sind die Wedis und Lager einfach fällig. Die abschließende Feinabstimmung von Zündung und Vergaser bei der G-5 zog sich über 2.500 Testkilometer hin, kostete einen Kolben das Leben, aber nun rennt sie wie ein junges Fohlen.

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Bei der R35 ist motorisch überhaupt nichts zu beklagen. Sie läuft absolut ruhig und unauffällig, springt absolut sicher an, der Ölverbrauch ist nicht messbar. Ich habe in der Zwischenzeit noch die unteren Buchsen der Telegabel gewechselt, weil minimales Spiel fühlbar war. Im Regelfall ist der Ersatz der unteren Buchsen völlig ausreichend; die oberen verschleißen fast nicht.
Wegen eines unklaren Geräusches aus dem Getriebe habe ich dies mal genauer angeschaut und vorsorglich die Getriebehauptwelle gewechselt. Sie schien irgendwie minimal in sich zu eiern. So einen Fall hatte ich bisher noch nie, also raus damit und dann alle Lager neu. In dem Zuge habe ich die Nebenwelle auch gleich mal auf Nadellagerung umgebaut, so wie es Andre hier aus dem Forum mal vorgestellt hatte (viewtopic.php?f=29&t=8540). Ich fand noch eine völlig desolate Nebenwelle in meinem Fundus, die nur durch Ausdrehen auf das Maß der Nadellager wieder nutzbar wurde. Die kam derart modifiziert wieder zum Einsatz und läuft seit 300 Kilometern unauffällig in meinem Getriebe.
Die Getriebeeingangswelle blieb aber noch unangetastet, weil diese Baugruppe schon vor längerer Zeit auf herkömmliche Weise in weiser Voraussicht für diese Getriebeinspektion fertiggestellt worden war.

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Ich werde weiter berichten.

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Re: SAG BMW R35 - Restaurierung im Originalkleid

Beitrag von corradosney » 27. Mai 2020, 17:23

Vielen Dank für die Mühe des Berichtens. Ich finde es sehr interessant. Ein Satz Wellen lass ich durch den Erfinder der Idee auch gerade Umbauen. Die Idee mit den Nadellagern find ich schon genial. Freue mich da auch schon auf den Einsatz in der Praxis.
Grüße
Jens

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Re: SAG BMW R35 - Restaurierung im Originalkleid

Beitrag von Schwarzarbeiter » 14. Juli 2020, 22:23

Motor und Getriebe: Ergänzung Gesamtübersicht, Fehleranalyse und Behebung derselben innerhalb der ersten 2.500 km Laufleistung

Kaum hatte ich meinen letzten Bericht abgeschlossen, strullte nach der nachfolgenden Fahrt der Tank direkt nach dem Abstellen im Vollstrahl. Da half nur sofortige Entleerung und Schadenaufnahme. Ein ca. 1 cm langer Riß am Rande des Tankbodens wurde sichtbar.

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Die Stelle ist eher ungewöhnlich. Normalerweise wird der Tank an den Schweißnähten der hinteren Laschen oder an den Kontaktstellen mit den Verstärkungsblechen der Kniegummis undicht.

Als mein Schweißer die besagte Stelle jedoch angeschliffen hatte, war nichts mehr zu sehen. Auch ein Test mit Druckluft im Wasserbad blieb ohne Befund. So hat er dann "blind" zwei kleine Raupen gesetzt und ich habe dann heute gleich getestet: alles wieder dicht.

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Knapp 70 Jahre altes Material darf schon mal kleine Ausfälle haben damit es nicht langweilig wird.

Als die Mopete wegen des Tanks nicht fahrbereit war habe ich gleich noch einen mechanisch komplett überholten, aber im Patinalook verbliebenen, Tacho eingebaut. Der Kilometerstand wurde von mir seinerzeit vorgegeben und passt nun fast mit meinem aus den Einzelstrecken summierten überein. So ist jetzt wieder ein einwandfrei funktionierendes Detail dazu gekommen.

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Re: SAG BMW R35 - Restaurierung im Originalkleid

Beitrag von ViaLactea » 26. Juli 2020, 20:32

Schwarzarbeiter hat geschrieben:
12. Dezember 2017, 18:42

Den Innenring meines Lager 6207C3, womit er später auf der Kubelwelle sitzen wird, habe ich ebenfalls entfettet. Anschließend wurde das Lager mit der Heißluftpistole auf etwa 100 Grad angewärmt und umgehend ebenfalls auf den hinteren Kurbelwellenstumpf bis zum Anschlag aufgeschoben. Das ging ganz ohne Gewalt.

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Für den nächsten Montageschritt habe ich mir den hinteren Lagerdeckel erhöht auf zwei Hölzern platziert. So konnte ich nach der Erwärmung des Deckels auf etwa 100 Grad die Kurbelwelle mit dem schon montierten Kugellager ohne Komplikationen durchstecken und das Lager so endgültig an seinen Platz bringen.

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Hallo.
Ich habe es so gemacht:
1).
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2).
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Gruß ViaLactea.

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Re: SAG BMW R35 - Restaurierung im Originalkleid

Beitrag von Schwarzarbeiter » 26. Juli 2020, 21:46

Man kann natürlich alles auch komplizierter und aufwendiger machen, wo ordentlich Wärme und etwas Kälte normalerweise ausreichen. Für die 5% der Fälle, wo die KW dabei stecken bleibt, kann man sie natürlich auf diese Weise dann in die Endlage durchziehen. Alle anderen fangen einfach noch mal von vorne an und geben etwas mehr Warme und Kälte für den 2. Versuch. Ich versuche immer, die Sachen möglichst einfach und ohne Sonderwerkzeuge zu machen ...

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Re: SAG BMW R35 - Restaurierung im Originalkleid

Beitrag von willi425S » 27. Juli 2020, 08:43

Sehe ich auch so, KW 1 Nacht in den Tiefkühler und das Lager Spucke heiß, dann macht es Klack und das Lager sitzt. Vorher etwas einölen schadet nie. Noch mal mit einem Schlag mit dem Hammer und einen Rohr verpassen - reicht aus.
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