Aufarbeitung Benzinkuh

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Aufarbeitung Benzinkuh

Beitrag von Bobbin » 20. April 2022, 16:01

Hallo zusammen,

vorgestellt hatte ich mich ja bereits, nun will ich hier über meine Fortschritte berichten. Tatsache ist, dass so ein Fahrzeug nicht offiziell vermarktet wurde - es daher auch keine Vorlage gibt, nach der man Papiere beantragen und es zulassen kann. Es läuft also immer auf eine Einzelabnahme hinaus. Die Tatsache, dass beim EMW-Treffen 2018 in Eisenach keine einzige Benzinkuh dabei war, spricht für sich.

Auch hier im Forum gibt es Berichte und auch schöne Bilder - der krönende Abschluss scheint aber jedesmal zu fehlen. Auch bei mir war der erste Ansatz optimistisch - der Prüfingenieur hat sich das angeschaut und meinte - kriegen wir hin; ca. 50km/h, passt schon. Beim zweiten Treffen war er schon vorsichtiger - ja, hinten keine Federung, also langsamer. Aber erstmal umbauen und fertigmachen, dann sehen wir weiter. An Unterlagen in seiner Organisation hat er nur was mit 6km/h gefunden ...

Ein anderes Projekt bei mir ist fast im Endzustand und nun ist er pessimistisch; das gabs ja so nie, er wüsste nicht, ich müsse mit seinem Chef reden. Eine Anfrage bei einem anderen Prüfdienst gab die gleiche Auskunft in grün. Weil a und b und c fehlen, kann das Fehrzeug keine Zulassung bekommen. Die Anfrage nach der Benzinkuh hat der zweite Dienst gleich von Beginn abgelehnt - da müsste man eine Rahmenuntersuchung machen und ein Schweißgutachten beibringen; außerdem muss eine Festigkeitsberechnung gemacht werden - das könne man in der Niederlassung gar nicht und daher geht das nicht. Bei entsprechend größeren Niederlassungen, kann ich mir vorstellen, funktioniert es; aber der Preis dürfte happig sein.

Außerdem dürfte auch der besonnenste Bastler Hals bekommen, wenn alles fein gemacht ist und der Prüfingenieur mit der Flex kommt, weil er die Schweißnaht untersuchen will. Das ist nur eine Annahme, da ich nicht so weit bin; aber meine Idee, den Prüfdienst zeitig einzubinden, um genau so etwas vorzubeugen, ist offensichtlich nicht aufgegangen.

Das mal als kleines Vorwort; technisch ist das Mopped verbraucht. Bei der letzten Reparaturkur hat jemand selbsthemmende Muttern verbaut - das Material scheint Dosenblech zu sein, das ist rechter Müll. Motor und Getriebe will ich bei einem User hier aus dem Forum aufarbeiten lassen; Zündung soll eine VAPE rein, außerdem 12V mit einer bürstenfreien Lima - an der Ladefläche müssen vorne Positionslichter ran und die Blinker müssen ja auch gefüttert werden. Die Gabel tropft, der Reifen vorn kommt noch von VEB. Hinten hab ich inzwischen Ackerstollenbereifung mit 5.00x16, da hatte ich noch aufgearbeitete Felgen rumliegen.

Gruß Bobbin

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Re: Aufarbeitung Benzinkuh

Beitrag von Bobbin » 25. April 2022, 08:40

So, da isser - und gleich mit einer unschönen Überraschung. Der Rahmen hat die Verstärkungen für den Beiwagenbetrieb montiert - und wurde dort bereits dreimal geschweißt. Die vordere Schweißnaht hat einen Haarriss - genau in der Mitte.

Nun bin ich ein bisschen erstaunt:
- nach meinem Verständnis müsste der Riss durch Zug entstehen, auf dem Obergurt lastet aber doch eher ein Druck?!
- wenn Schweißstellen schadhaft sind, reißt es doch eher daneben und nicht genau in der Naht?

Habt ihr für mich einen Vorschlag zur Reparatur?!

Vielen Dank - Gruß Bobbin
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Re: Aufarbeitung Benzinkuh

Beitrag von Bobbin » 2. Mai 2022, 09:22

Na, keine Unterstützung? Zuerst hätte ich ja gedacht, es ist nur hartgelötet, aber nach Entfernen der Farbe habe ich gesehen, es ist eine Schweißnaht. Aber die ist als Raupe offensichtlich nur oben auf den Riss gelegt worden - von unten ist der alte Riss zu sehen.

Am Sonntag waren in Hartmannsdorf ein ganzer Haufen EMW und auch zwei BMW zu sehen - dort habe ich mich erst einmal mit den Aufbauten und Unterschieden vertraut gemacht. Beim BMW-Rahmen ist das Sitzblech eingenietet, es hat kein Loch in der Mitte, und die Halter für die Sattelfedern sind links und rechts ebenfalls genietet. Der EMW-Rahmen hat das Blech eingeschweißt, die Feder sitzt in der Mitte und geht durch das Loch. Bei meinem Rahmen ist es links genietet und rechts durch die Verstärkung verschraubt. Die Nieten für die Sattelfedern sind ebenfalls vorhanden, aber ohne Funktion. Das Loch in das Sattelblech hat man offensichtlich später hineingeknabbert, um den EMW-Sitz montieren zu können.

Die Reparatur der Risse hat man vermutlich ohne Entfernen des Sattelblechs gemacht - daher nur von oben. Für eine ordentliche Reparatur müsste man es aber wohl entfernen, die Risse entsprechend umfangreich sanieren, den Rahmen lackieren und danach das Sattelblech mit Nieten bzw. Schrauben wieder in Postion bringen?!

Danke - Gruß Bobbin

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Re: Aufarbeitung Benzinkuh

Beitrag von Bobbin » 2. Mai 2022, 16:36

Das hier gabs schon mal als Benzinkuh serienmäßig:
https://web.archive.org/web/20170621164 ... storia.asp
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500ccm, 60km/h, 322 kg leer, 350kg voll - würde mir genau passen. Nur die Hinterradfederung fehlt bei mir - aber wo ein Wille ist ...

Gruß Bobbin

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