Kardan BMW R-35 Dichtung?

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Kardan BMW R-35 Dichtung?

Beitrag von WernerT » 4. Februar 2021, 19:09

Hallo,

Gehört am Kardangehäuse an der BMW R-35 eine Dichtung? Für die EMW R-35-3 habe ich welche gefunden, aber da ist ja das Gehäuse anders.


LG

Werner

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Paul R 35
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Re: Kardan BMW R-35 Dichtung?

Beitrag von Paul R 35 » 4. Februar 2021, 19:31

WernerT hat geschrieben:
4. Februar 2021, 19:09
...Gehört am Kardangehäuse an der BMW R-35 eine Dichtung?
Unter den Deckel? Ja, da gehört eine drunter.

WernerT
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Re: Kardan BMW R-35 Dichtung?

Beitrag von WernerT » 4. Februar 2021, 20:18

Hallo,

Ja unter den großen Deckel wo die Zahnräder sind.
Bei mir ist eben keine vorhanden. Wenn ich da eine eingebaut wird müssen die Zahnräder dann neu eingestellt werden?

Vielen Dank im Voraus

Werner

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Re: Kardan BMW R-35 Dichtung?

Beitrag von Paul R 35 » 4. Februar 2021, 21:03

Ja, da gehört eine dünne Paierdichtung drunter. Ich schneide sie, wie auch alle anderen Papierdichtungen, aus Blätern aus einem DIN A4 Schülermalblock.
Heutzutage kann man den Deckel sicher auch ohne Papierdichtung nur mit Dichtmasse abdichten, aber ich baue überall wo ab Werk Dichtungen verbaut waren auch wieder welche ein.
Das Flankenspiel des Kardans muss nach dem Einbau der Dichtung nicht neu eingestellt werden die Dichtung unter dem Deckel hat darauf keinen Einfluss.

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Re: Kardan BMW R-35 Dichtung?

Beitrag von Banko91 » 4. Februar 2021, 21:31

In dem Deckel sitzt doch das Lager, also in meinem Kardan mussten Passscheiben eingesetzt werden.
Ändert man jetzt den Abstand durch eine Dichtung sollte doch der Abstand wieder mit entsprechenden scheiben angepasst werden, oder habe ich einen Denkfehler?

VG Maik

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Re: Kardan BMW R-35 Dichtung?

Beitrag von Paul R 35 » 4. Februar 2021, 21:49

Banko91 hat geschrieben:
4. Februar 2021, 21:31
In dem Deckel sitzt doch das Lager, also in meinem Kardan mussten Passscheiben eingesetzt werden.
Ändert man jetzt den Abstand durch eine Dichtung sollte doch der Abstand wieder mit entsprechenden scheiben angepasst werden, oder habe ich einen Denkfehler?

VG Maik
Die Passscheiben sitzen beim Lager auf der anderen Seite. Beim Lager auf der Deckeseite braucht man keine Passcheben, das ist nur radial belastet. Axial läuft es frei. Das ganze Teilepaket am Hinterrad: Tellerradmitnehmer; Radmitnehmer (beide stirnverzahnt); Abstandshülse; Stützring Innenseite; Pendellager; Stützring Aussenseite, wird mit der Mutter (gehalten durch die Kontermutter) durch die Achse zusammengezogen.

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Re: Kardan BMW R-35 Dichtung?

Beitrag von Awonaut » 19. Mai 2021, 18:19

Guude,
ich muss mich hier mal mit reinhängen.
Ich habe zur Abdichtung mit Wellendichtringen beim Kardan der BWR R35 aus 1937 nichts erschöpfendes gefunden.
Hat jemand die Maße sämtlicher Wedis die im Kardan verbaut sind?
Es können ja eigentlich nur 2 Stück sein. Einer für den Triebling und einer für den Mitnehmer.
Aus der Ersatzteilzeichnung vom Stemmler geht da nicht viel rauszulesen.
Gibt es auch Explosionszeichnungen von den einzelnen Baugruppen, mit denen man etwas anfangen kann?
Grüße aus dem Odenwald


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Re: Kardan BMW R-35 Dichtung?

Beitrag von Andrebiker » 19. Mai 2021, 19:48

Hallo,
An den Antrieb der R 35 gehören Lederdichtungen mit Ringfedern.
VG André
Unsere Motorräder laufen nun schon 65 Jahre, trotz so angeblich untragbarer Dinge wie Kontaktzündung und mechanischer Regler. Oder vielleicht gerade deshalb?

PS: Ich danke allen, die zur Sache nichts zu sagen hatten und trotzdem geschwiegen haben.

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Re: Kardan BMW R-35 Dichtung?

Beitrag von Awonaut » 20. Mai 2021, 16:53

Guude,

ich weiß. Kann mir allerdings nichts darunter vorstellen.
Habe dann mal etwas gelesen und gemerkt, dass ohne Drehbank kein Umbau auf Simmerringe möglich ist.
Wo kann man diese Teile kaufen? Der Stemmler hat da nicht mehr alles in seiner Preisliste.
Grüße aus dem Odenwald


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Re: Kardan BMW R-35 Dichtung?

Beitrag von Andre » 20. Mai 2021, 17:53

Grüße,

http://www.oldtimergarage.eu/catalog/pr ... ts_id=6409
https://dreher-oldtimerteile.de/shopwar ... sgang?c=17

Beim Triebling könnte man evtl. die Manschette von der R12 benutzen da kenn ich aber die Maße von dem R35 Flansch jetzt nicht zum vergleichen.
Ansonsten https://dreher-oldtimerteile.de/shopwar ... ngang?c=17

So eine Manschette ist ja eigentlich nichts anderes als ein Wedi und sollte Dicht sein.
Nicht alles, was geschrieben steht, ist wahr und nicht alles was wahr ist steht geschrieben.

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Re: Kardan BMW R-35 Dichtung?

Beitrag von nafets » 20. Mai 2021, 20:57

Problem beim Tausch der Lederdichtung an der Antriebswelle ist, daß hierzu die Welle auseinandergepreßt und nach dem Auffädeln der Lederdichtung wieder zusammengepresst werden muß. Und dann hoffen, daß es dicht ist. Hierzu muß natürlich die Welle an der Stelle zur Dichtung einwandfrei sein, insbesondere weil die angebotenen Dichtungen aus Kunststoff und nicht aus Leder sind und sich möglicherweise an Toleranzen der Welle weniger gut angleichen als wie ein Teil aus Leder.
Ich hatte mir mal eine alternative Lösung mit einem Wellendichtring ausgedacht, bei dem die Antriebswelle nicht auseinander gepreßt werden muß, weil der Wellendichtring in die Verschlussglocke des Hinterachsgetriebes wandert.
Aber dafür braucht es eine Drehbank. Beschrieben ist die Lösung hier: https://emw-r35.de/board/viewtopic.php?f=29&t=6896
Funktioniert bei mir dauerhaft, ob es sonst noch jemand bei der BMW R35 nachgebaut hat, weiß ich nicht aber es wurde auch im Einzylinderforum publiziert und dort bei einer R23 erfolgreich umgesetzt (hat das gleiche Hinterachsgetriebehäuse wie die BMW R35, allerdings andere Übersetzung).
Gruß
Stefan

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Re: Kardan BMW R-35 Dichtung?

Beitrag von Paul R 35 » 21. Mai 2021, 09:31

nafets hat geschrieben:
20. Mai 2021, 20:57
Problem beim Tausch der Lederdichtung an der Antriebswelle ist, daß hierzu die Welle auseinandergepreßt und nach dem Auffädeln der Lederdichtung wieder zusammengepresst werden muß. Und dann hoffen, daß es dicht ist. Hierzu muß natürlich die Welle an der Stelle zur Dichtung einwandfrei sein, insbesondere weil die angebotenen Dichtungen aus Kunststoff und nicht aus Leder sind und sich möglicherweise an Toleranzen der Welle weniger gut angleichen als wie ein Teil aus Leder.
Ich habe die Kardanwellendichtung bereits 2000 gewechselt. Statt Lederdichtung habe ich eine aus Gummi genommen. Abgepresst habe ich den hinteren Mitnehmer der Kardanwelle mit einer Presse. Zusammengebaut habe ich die Welle ohne Presse. Mit dem Gummiwellendichtring muss man das Halteblech für die Feder weglassen.
Nach dem alles was auf die Welle drauf gehört in der richtigen Reihefolge daufgesteckt ist nimmt man eine gewöhlichne Blechschlauchschelle und macht damit an der richtigen Stelle einen Anschlag (dass der Mitnehmer nicht zu weit auf die Welle rutscht). Danach wird die Welle in eine Plastiktüte eingewickelt und über Nacht in die Gefriertruhe gelegt.

Am nächtsen Morgen muss man einen Helfer dabei haben. Dann steckt man den Mitnehmer mit der Verzahnung auf ein Rundeisen und macht ihn von der Seite, mit der er auch die Welle gepresst wird mit einem handelsüblichen Gasbrenner (Lötlampe) warm. Der Helfer holt dabei die Kardanwelle aus der Gefriertruhe; wickelt sie aus und stellt sie mit dem Ende, auf das der Mitnehmer kommt nach oben auf den Boden. Sobald der Mitnehmer anfingt rot zu werden(aber nicht länger!) nimmt man ihn mit einer Wasserpumpenzange und steckt ihn auf die Welle bis er auf der vorher befestigten Schlauchschelle aufsitzt. Das muss alles sehr schell gehen, weil man hat nur einen einzigen Versuch!

Nach dem alles wieder auf die Umgebungstrmperatur gekommen ist kamm nam die Feder des Wellendichtringes an die Welle anpassen. Dazu muss ich erwähnen, dass meine Welle an der Stelle an der der Wellendichtring läuft um ca. 1 mm eingelaufen war (und es immer noch ist). Das ist das Gute an den Wellendichtringen aus Gummi, man kann sie durch Kürzen der Feder etwas strammer ziehen.
Wie man eine Wellendichtringfeder kürzt kann man auf diesem Video sehen:
https://www.youtube.com/watch?v=Bwn6X44dOQc

Nach dem Zusammenbau des Ganzen musste ich die Feder noch zwei Mal kürzen. Obwohl es eine riesen Fummelei ist, man muss den Wellendichtring auf der Welle etwas nach vorne schieben, die Feder herunderpopeln, dann sie öffnen, kürzen und dann auf der Welle wieder zusammenbauen. Aber mit etaws Geduld geht es!

Mit dieser Abdichtung habe ich seit 2000 bereits 12.400 km zurückgelegt. Mittlerweile bidet sich um die Welle etwas "Ölschweiß", aber es tropft nicht.

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Re: Kardan BMW R-35 Dichtung?

Beitrag von Awonaut » 21. Mai 2021, 15:33

Danke für Eure Antworten und Vorschläge. Ich werde mich mal um die originalen Dichtmanschetten kümmern und diese montieren.
Grüße aus dem Odenwald


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Re: Kardan BMW R-35 Dichtung?

Beitrag von Paul R 35 » 21. Mai 2021, 15:45

Awonaut hat geschrieben:
21. Mai 2021, 15:33
Danke für Eure Antworten und Vorschläge. Ich werde mich mal um die originalen Dichtmanschetten kümmern und diese montieren.
Von einer Ledermanschette würde ich abraten, die verschleißt schneller als eine Gummimanschette und auch die Welle nimmt sie stärker mit.
Die Manschette die ich montert habe hat die Originalform, ist nur aus Gummi.
Auch die Manschette auf der Radseite gibt es aus Gummi, hier z. B.: https://www.ebay.de/itm/263478774593?ha ... SwaANgASqi
Und hier die Manschette für die Kardanwelle (deren Enbau ich beschrieben habe), die passt auch für den Kurbelwellenzapfen und bei Motoren bis Nr.: 211400 für die Nockenwellenabdichtung: https://www.ebay.de/itm/263466618700?ha ... Swhg5gp8AB

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Re: Kardan BMW R-35 Dichtung?

Beitrag von Awonaut » 21. Mai 2021, 21:32

Genau diese beiden habe ich geordert.
Grüße aus dem Odenwald


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